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StartseiteVerbrauchertippDas richtige Depot finden 14.03.2017

Serie: Geldanlagen für EinsteigerDas richtige Depot finden

Aktien und Wertpapiere werden nicht mehr gedruckt, sondern von den Banken in ein Depot gebucht. Die Kosten für diese speziellen Konten sind sehr unterschiedlich. Depot-Kunden sollten die Gebühren unbedingt im Blick behalten und auch wechseln, wenn es ein günstigeres Angebot gibt.

Von Michael Braun

Kurs-Chart mit Euro-Münzen (imago / Blickwinkel )
Die Kosten für Depots sind von Bank zu Bank unterschiedlich - ein Vergleich lohnt sich. (imago / Blickwinkel )
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Private Anleger können sich die Börse zwar anschauen, aber selbst direkt dort handeln, also kaufen und verkaufen, das geht nicht. Dazu brauchen sie Banken oder Broker als Vermittler und – besonders wichtig - ein Depot, um die Wertpapiere darin zu verwahren. Diese Dienstleistung gibt es in der Regel nicht umsonst.

Aber die Spannen sind groß. Das Depot, eine Art Konto, in dem die Wertpapierbestände meist mit Anschaffungswert und aktuellem Kurswert aufgelistet sind, wird zwar gerade bei Onlinebanken meist als kostenlos beworben. Trotzdem ist es nicht immer wirklich kostenfrei. Oft wird für seine Einrichtung nichts verlangt, dafür kostet dann aber häufig jede Bewegung darin, also jeder Kauf oder Verkauf von Aktien oder Fondsanteilen. Gelegentlich wird auch eine sogenannte "Performancefee" in Rechnung gestellt, also eine Teilhabe der depotführenden Bank am Kurserfolg. Kurzum:

"Da gibt es wirklich Riesenunterschiede", sagt Annabel Oelmann, die auf Finanzfragen spezialisierte Leiterin der Verbraucherzentrale in Bremen. Die Preisgestaltung sei alles andere als übersichtlich: "Die Unterschiede sind bei den Filialbanken schon so groß, dass im Prinzip teure Onlinebanken an die günstigen Filialbanken schon wieder herankommen."

Depots bei Filialbanken sind tendenziell teurer

Tendenziell sind Depots bei Filialbanken aber teurer als bei Onlinebanken. Denn bei Internetbanken muss man in der Regel alles selbst entscheiden und auch selbst umsetzen. Das erfordert nicht nur Zeit, sondern auch Sachkenntnisse. Die sind oft nicht ausreichend da, weiß Christine Bortenlänger, Chefin des Deutschen Aktieninstituts:

"Insofern brauchen wir mehr Bildung, vom Arbeitgeber, von den Banken, in den Schulen. Wir brauchen auch mal eine Erhebung: Wer weiß denn überhaupt was? Wo müssen wir ansetzen?"

Einfach drauflos klicken, nur weil das Onlinebank-Depot vergleichsweise günstig ist, kann also nicht die Lösung sein. Banken bieten deshalb Beratung an. Die gibt es aber meist nur in der Filiale. Chris Oliver Schickentanz, Leiter der Anlagestrategie für Privatkunden bei der Commerzbank:

"Bei einer Direktbank kann ich sozusagen meine Wertpapiertransaktionen abwickeln. Ich bekomme aber in der Regel, außer vielleicht ein paar allgemeinen Informationen, keine individuelle Beratungsleistung. In der Filialbank dagegen haben wir Spezialisten, die sich dann tatsächlich die individuelle Situation angucken und die auch Anlagevorschläge machen können, die tatsächlich auf die persönlichen Lebensumstände zugeschnitten sind."

Beratung kostet Geld

Unabhängig von der Qualität der Spezialisten: Beratung kostet. Entweder wird eine geringe Grundgebühr für das Depot in Rechnung gestellt, dafür aber jeweils recht hohe Kosten je Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers. Oder der Anleger entschließt sich zu einer Art Flat-Rate-Depot. Dann ist die Grundgebühr höher, aber alle Transaktionen sind kostenfrei. Solche Unterschiede gibt es auch im Preismodell bei Onlinebanken.

Der Blick auf die Kosten des Depots ist wichtig. Denn sind sie hoch, zehren sie einen Teil der erhofften Erträge auf. Wer schon ein Depot hat, aber Gebühren sparen möchte, kann jederzeit zur preiswerteren Konkurrenz gehen. Die Bremer Verbraucherberaterin Annabel Oelmann weiß:

"Der Depotwechsel ist überhaupt nicht kompliziert. Er kostet nichts. Die neue Depotbank macht alles für mich. Es ist überhaupt nicht aufwendig. Aber, da sind wir sozusagen der eigene Fallstrick: Wir neigen dazu, dort zu bleiben, wo wir schon sind."

Doch gerade mit Wertpapieranlagen verträgt sich Bequemlichkeit schlecht. Und kostet im Zweifelsfall viel Geld.

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