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StartseiteVerbrauchertippDie richtigen Fonds wählen15.03.2017

Serie: Geldanlagen für EinsteigerDie richtigen Fonds wählen

Sparbuch, Bausparvertrag, Tagesgeldkonto: Alles Sparmöglichkeiten, die aber aufgrund der niedrigen Zinsen im Moment kaum Gewinne abwerfen.Finanzexerten raten daher aktuell eher zu Investitionen in Aktienfonds. Doch auch hier sollte man sich vorab genau informieren, denn Fonds ist nicht gleich Fonds.

Von Brigitte Scholtes

(picture alliance / dpa)
Bei Beratungsgesprächen gilt: Nicht sofort unterschreiben, sondern die Unterlagen erst einmal mitnehmen und noch einmal in Ruhe lesen. (picture alliance / dpa)
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"Der Deutsche investiert und spart falsch. Ende der Durchsage. Nach wie vor. Nicht mal das Schreckgespenst Negativzinsen bringt einen rational denkenden Menschen dazu, sich mit dem Thema Kapitalanlage intensiver auseinanderzusetzen."

So schimpfte vor wenigen Wochen der Präsident des BVI, des Bundesverbands Investment und Asset Management, Tobias Pross, der oberste Lobbyist für Investmentfonds also. Aber Pross hat nicht unrecht: Denn ein Investmentfonds bietet eine recht günstige und einfache Art, auf den Kapitalmärkten zu investieren und auch mit wenig Geld an den Chancen etwa einer Aktienanlage teilzuhaben.

"Auf lange Sicht ist es so, dass Aktien im Schnitt die ertragreichste Anlageform sind. Voraussetzung ist allerdings, dass man richtig investiert, also die richtigen Fonds auswählt", sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Ein solcher Fonds lässt sich mit einem großen Topf vergleichen, in den Anleger ihr Geld einbringen. Die Fondsgesellschaft kauft mit diesem Geld dann Aktien – oder auch Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe – je nach Ausrichtung. Das können Fondsmanager nach vorher festgelegten Kriterien tun – und das möglichst gewinnbringend. Sie versuchen also, mit ihrem Fonds die allgemeine Marktentwicklung, die etwa an einem Aktienindex wie dem DAX gemessen wird, zu übertrumpfen. Dafür wollen die Fondsmanager auch bezahlt werden, die Fondsgesellschaft erhebt also entsprechende Gebühren. Und genau da liegt der Nachteil von solchen klassischen Fonds, meint Sara Zinnecker vom Verbraucherportal "Finanztip":

"Selbst wenn der besser abschneidet als der Markt, so ein aktiv gemanagter Fonds, dann muss er ja so viel mehr verdienen, dass er die Kosten wieder wettmachen kann. Das muss man natürlich auch erst einmal schaffen."

Auf den richtigen Fonds kommt es an

Verbraucherschützer wie Niels Nauhauser raten deshalb eher zu einer anderen Fondsart:

"Die Statistiken und die Kapitalmarktforschung, die dazu vorliegt, die sprechen ja eine klare Sprache: Die gemanagten Fonds sind schlechter als die Aktienindizes im Schnitt. Deshalb empfehlen wir sogenannte Indexfonds, die die Wertentwicklung eines Aktienindex nachbilden. Und der Vorteil ist: Man hat sehr geringe Kosten, und trotzdem kann man sehr breit gestreut am Aktienmarkt investieren. Man kann also mit drei, vier Fonds schon in 4000-5000 Aktien weltweit anlegen."

Und das ist ohnehin die wichtigste Regel für Anlagen am Aktienmarkt: breit zu streuen, also Aktien vieler verschiedener Branchen und Regionen zu kaufen. Das ist wichtig, denn so wird das Risiko eines Kursverfalls gemindert. Als Kleinanleger selbst so viele unterschiedliche Aktien zu kaufen und dann auch noch den Überblick zu behalten – das ist fast unmöglich. Aber man kann das Gleiche erreichen, indem man einen weltweit investierenden Indexfonds kauft, der etwa den MCSI World abbildet. Trotzdem: Aktienfonds können Risiken nicht ausschließen.

Langfristig Geld anlegen

Deshalb sollte man nur einen Teil seines Vermögens in Aktienfonds investieren, und vor allem langfristig Geld anlegen. Denn die Kurse erholen sich in der Regel nach ein paar Jahren auch von großen Kurseinbrüchen, wie man nach der Finanzkrise 2008 sehen konnte. Diese Schwankungen aber muss man aushalten können.

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