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StartseiteVerbrauchertippKeine Panik, wenn Kurse fallen17.03.2017

Serie: Geldanlagen für EinsteigerKeine Panik, wenn Kurse fallen

Kursbewegung bei Wertpapieren bedeutet nicht immer nur Kursgewinn. Zum niedrigsten Kurs einzusteigen und zum höchsten zu verkaufen, klappt selten. Daher sind Risiko-Streuung und der kritische Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis und die Dividende bei Aktien gefragt. So lassen sich über die Jahre durchaus gute Erträge sichern.

Von Michael Braun

Kursschwankungen sind normal. Langfristig denken und entspannen - dann macht das Anlegen auch Spaß. (imago)
Kursschwankungen sind normal. Langfristig denken und entspannen - dann macht das Anlegen auch Spaß. (imago)
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Serie: Geldanlagen für Einsteiger Mit Bedacht in Aktien und Anleihen investieren

Serie: Geldanlagen für Einsteiger Geld vernünftig in Aktien anlegen

Wer komplett auf "Nummer Sicher" gehen will, sollte von Aktien und Fonds wohl besser die Finger lassen. Denn wer eine Aktie kauft, wird Miteigentümer eines Unternehmens. Und die können im schlimmsten Fall auch pleitegehen – oder die Kurse an den Aktienmärkten gehen plötzlich in den Keller. Damit müssen Anleger rechnen.

Schwankungen bei Aktien einplanen - das Risiko wird meist belohnt

Dafür werden sie auf der anderen Seite aber auch mit einem Risikozuschlag, also einem deutlich höheren Ertrag belohnt. Chris Oliver Schickentanz, Leiter der Anlagestrategie für Privatkunden bei der Commerzbank:

"Wenn wir uns die letzten 200 Jahre angucken, dann haben Aktien im Schnitt neun Prozent pro Jahr an Rendite gebracht. Das allerdings unter durchaus heftigen Schwankungen."

Und genau diese Schwankungen müssen Anleger einplanen.

"Es gab durchaus auch mal Jahre, wo Aktien die Hälfte an Wert eingebüßt haben, das Ganze dann aber eben auch in einem relativ überschaubaren Zeitraum überkompensiert haben."

Garantiezins bei Anleihen sorgt für den Inflationsausgleich

Deutlich stabiler und sicherer sind dagegen Anleihen. Hier gibt der Anleger Unternehmen oder Staaten einen Kredit, und bekommt dafür in der Regel einen festen Zins. Die Rendite ist hier im historischen Vergleich allerdings auch deutlich niedriger und liegt gerade mal bei zweieinhalb bis drei Prozent Jahresrendite.

"Damit gelingt mit Anleihen so knapp der Inflationsausgleich. Sprich: Ein richtiger Vermögensaufbau ist eben nur mit der Aktie, ja, mit dem höheren Risikoprofil dann auch möglich."

Kurs-Gewinn-Verhältnis und Dividende im Blick

Anleger sollten deshalb genau überlegen, mit wie viel Risiko sie leben können. Es kommt immer auf die richtige Auswahl an. Ein Blick auf den historischen Kursverlauf lässt erahnen, wie stark eine Aktie oder ein Fonds im Wert schwankt.

Wenn das zum Nervenkostüm passt, sollte auf das sogenannte Kurs-Gewinn-Verhältnis geschaut werden. Das beschreibt, das Wievielfache des Jahresgewinns eine Aktie kostet. Im langjährigen Durchschnitt der größten deutschen Aktien gilt das 14-fache des Jahresgewinns als Mittel, Autos sind etwas billiger, Technologiewerte teurer.

Auch die Dividendenrendite ist ein wichtiges Auswahlkriterium: Sie setzt die zuletzt ausgeschüttete Dividende ins Verhältnis zum Kurs. Aber Vorsicht: Liegt sie sehr hoch, kann es dran liegen, dass die Dividende aus dem guten Vorjahr stammt, der Kurs aber wegen schlechter aktueller Entwicklungen gesunken ist.

"Todsichere Tipps" gibt es nicht

Es kann also kompliziert werden. Dem kann, ja muss man entgehen, indem man sein Geld nicht nur in eine Aktie investiert. Es sollten mehrere sein. Und wem dafür das Geld fehlt, der sollte einen Aktienfonds kaufen. Denn, so Annabel Oelmann, die auf Finanzfragen spezialisierte Leiterin der Verbraucherzentrale in Bremen

"Die Grundregel bei der Aktie ist im Prinzip erst einmal: Das Risiko streuen. Das heißt: lieber Fonds als eine Einzelaktie. Das nächste ist: Ich brauche einen Anlagehorizont von Minimum fünf, eher zehn Jahren, dass ich ein bisschen Spielraum auch dabei habe. Dann: Vermeiden Sie grundsätzlich ‚todsichere Tipps‘.  Es gibt keine ‚todsicheren Tipps‘. Und wenn jemand einen hätte: Warum sollte er Ihnen diesen verraten?"

Je jünger der Anleger, umso höher der Aktienanteil

Wie hoch soll der Aktienanteil in einem Depot sein? Je jünger der Anleger, umso höher, weil dann die Erfahrung greifen kann, dass nach zehn Jahren Kursverluste wieder ausgebügelt sind. Wer kurz vor der Pensionierung steht und nicht nur die Dividenden, sondern auch das Kapital verzehren will, sollte den Aktienanteil senken. Denn wegen der Kursschwankungen sind Aktien nichts für den, der zu einem konkreten Zeitpunkt einen konkreten Betrag braucht.

Auch zum Sparen auf einen Kühlschrank oder ein Auto eignen sie sich nicht. Wer Aktien kauft, sollte zwei, drei Monatsgehälter als Liquiditätsreserve vorhalten. Aktien im Kurstal verkaufen zu müssen, gefährdet das Sparziel.

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