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StartseiteVerbrauchertippMit Bedacht in Aktien und Anleihen investieren16.03.2017

Serie: Geldanlagen für EinsteigerMit Bedacht in Aktien und Anleihen investieren

Der tägliche Bericht von der Börse zeigt es: Aktien haben in den letzten Jahren kräftig an Wert gewonnen. In manchen Phasen jedoch lässt der Blick auf den DAX einen schwindlig werden, so stark schwanken die Kurse. Privatanleger sollten einige Regeln beachten, wenn sie in einzelne Aktien investieren wollen.

Von Brigitte Scholtes

In der Zeitung finden sich die Konditionen zum Beispiel von Bundesanleihen - und die Angaben zum Rating. (picture alliance / dpa / tmn / Kai Remmers)
Grundsätzlich gilt: Man muss sich mit dem Unternehmen beschäftigen, in dessen Aktien man investieren möchte. (picture alliance / dpa / tmn / Kai Remmers)
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Aktien werfen hohe Kursgewinne ab – in guten Jahren. In schlechten Jahren aber können sie dem Anleger auch heftige Verluste bescheren. Deshalb meint Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg:

"Wie man mit dem Kauf von einzelnen Aktien reich wird, das hat eher mit Glück zu tun als mit solidem Vermögensaufbau. "

Solider Vermögensaufbau funktioniert über Risiko-Streuung

Denn zu einem soliden Vermögensaufbau gehört, dass man die Risiken streut, sein Geld also auf viele verschiedene Anlagekategorien verteilt. Wer das nicht macht, muss man auch mit dem Totalausfall des Einsatzes rechnen. Sprich: Wenn die Aktiengesellschaft Pleite geht, ist das ganze Geld weg.

Grundsätzlich gilt: Man muss sich mit dem Unternehmen beschäftigen, in dessen Aktien man investieren möchte. Eine solches Investment ist also nichts für Einsteiger. Chris-Oliver Schickentanz ist Profi: Er leitet die Anlagestrategie für Privatkunden bei der Commerzbank. Er rät grundsätzlich:

"Hilfreich ist, sich einfach mal die historische Kursentwicklung anzugucken. Da kriegt man schon mal ein Gefühl dafür, wie schwankungsintensiv, wie risikoreich ein Investment ist. Und es gibt viele Anleger, die eben sagen, ich möchte doch eher nicht das volle Risiko der Aktienanlage verspüren. Dann sollte man sich eben vielleicht einen eher behäbigeren Wert aussuchen, der dann vielleicht nicht ganz die Bewegung mit nach oben macht, der aber eben dann auch, wenn's mal an der Börse etwas schwächer läuft, nicht so stark nach unten mit reagiert." 

"Wieviel Prozent des Jahresgewinns schüttet ein Unternehmen an Dividende aus?"

Auch der Blick auf die Dividende, die jährliche Ausschüttung eines Unternehmens also, kann bei der Auswahl helfen, sagt Schickentanz:

"Wieviel Prozent des Jahresgewinns schüttet denn ein Unternehmen aus? Hier gibt‘s so Erfahrungswerte: Alles was so über 70 Prozent hinausgeht, sollte man dann tatsächlich mit einem gewissen Unsicherheitsfaktor versehen, weil - der Gewinn kann durchaus mal um 20, 30 Prozent schwanken - und dann könnte eben bei Unternehmen mit einer sehr hohen oder über 70 Prozent liegenden Ausschüttungsquote auch eine Dividendenkürzung vor der Tür stehen."

Doch ob Kleinanleger tatsächlich mit ihren Aktien richtig liegen, das sei eben sehr fraglich, meint Verbraucherschützer Nauhauser:

"Die Privatanleger, die so einzelne Aktien oder Anleihen kaufen, "stock-picker", wie man so sagt, Spekulanten, Trader, die fahren im Schnitt schlechter als die durchschnittliche Marktentwicklung gemessen am Index, wenn sie so handeln. Insofern würden wir das den Anlegern nicht empfehlen, aber klar ist: Jeder kann sein Hobby natürlich auch umsetzen, und in der Regel kostet ein Hobby auch Geld, und das ist dort auch nicht anders."

Vor zu starker Identifikation mit der Anlage wird gewarnt

Das Hobby könnte also ein Unternehmen sein, mit dem sich der Anleger stark identifiziert, vielleicht weil er dort arbeitet oder von dessen Strategie überzeugt ist. Ähnliche Warnhinweise gelten für Unternehmensanleihen: mit denen erwirbt der Anleger nicht einen Anteil am Eigenkapital wie mit einer Aktie, sondern er gibt der Firma einen Kredit, der nach einer gewissen Zeit zurückgezahlt wird.

Weil die Europäische Zentralbank aktuell am Markt Anleihen aufkauft, auch die von Unternehmen, drückt sie dadurch die Zinsen, die man dafür einstreichen kann. Solange diese Niedrigzinsphase anhält, dürften die Aktienmärkte weiter steigen. Klar aber ist: wer in Einzelwerte investiert, der muss sich mit seiner Geldanlage intensiv beschäftigen.

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