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Sexuelle BelästigungBühnenverein beschließt "wertebasierten Verhaltenskodex"

(Arno Declair/Deutscher Bühnenverein)
Ulrich Khuon, Präsident des Deutschen Bühnenvereins (Arno Declair/Deutscher Bühnenverein)

Vor dem Hintergrund der #MeToo-Debatte hat der Deutsche Bühnenverein einen Verhaltenskodex verabschiedet, der sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch verhindern soll.

Das teilte der Bühnenverein nach seiner Jahreshauptversammlung in Lübeck mit. "Dies ist kein Katalog, der menschliches Verhalten bis in den letzten Winkel hinein diktiert und ausleuchtet", sagte Bühnenvereinspräsident Ulrich Khuon. Aber der Kodex soll die Theater und Orchester bestärken, "mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer wieder auszuhandeln, wie man miteinander umgeht und arbeitet". Die Mitgliedstheater und -orchester sollten den Kodex individuell weiterentwickeln. An dem zweitägigen Treffen hatten rund 300 Verwaltungsdirektoren, Intendanten, Kulturpolitiker und weitere Gäste teilgenommen.

Eine unabhängige Vertrauensstelle gegen sexuelle Belästigung und Gewalt ist bereits auf den Weg gebracht. Verbände und Gewerkschaften der Film- und Fernsehbranche hatten Ende Mai gemeinsam mit Vertretungen der Produzenten, Sender, Theater und Orchester in Deutschland einen Verein als Träger für die Vertrauensstelle gegründet. Sie soll bereits in einigen Wochen in Berlin errichtet werden. "Wir hoffen, damit alle Betroffenen zu erreichen", sagte Marc Grandmontagne, Geschäftsführender Direktor des Bühnenvereins. Im Zusammenhang mit der #MeToo-Bewegung seien auch in einigen Theatern Belästigungsvorwürfe bekanntgeworden.

Diese Nachricht wurde am 11.06.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.