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StartseiteVerbrauchertippDer Umgang mit dem Taschengeld10.08.2017

Shopping ohne BargeldDer Umgang mit dem Taschengeld

Fast drei Milliarden Euro haben die Sechs- bis 13-Jährigen laut Trend Tracking Kids-Studie im letzten Jahr ausgegeben. Taschengeld ist also alles andere als ein Kleckerbetrag. Doch wenn Kinder und Jugendliche unkontrolliert online shoppen, kann auch rechtlicher Ärger drohen.

Von Michael Voregger

Der 11-jährige Max steckt eine Euromünze in sein Sparschwein.
Sparen statt Shoppen? Mithilfe von Bargeld lernen die Kinder den Umgang mit Geld, sagte Verbraucherschützer Markus Feck im Dlf.
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Lena ist 15 Jahre alt und geht sparsam mit ihrem Taschengeld um.

"Das wird am Anfang des Monats ausgezahlt von meinen Eltern und ich bekomme 25 Euro. Ich gebe das für Dinge aus, die ich mir selber kaufen will. Wenn ich neue Klamotten kaufe, dann zahlen das meine Eltern, Handyguthaben wird auch von ihnen bezahlt, aber wenn ich nebenbei was kaufe, dann zahle ich das selber."

Der Alltag von Kindern und Jugendlichen ist durch digitale Angebote geprägt. Zuhause gibt es den freien Zugang ins Netz und vor der Tür greift die Flatrate für den Mobilfunk. Das eröffnet nicht nur die digitale Welt, sondern auch unbegrenzte Einkaufsmöglichkeiten. Juli ist 15 Jahre und zahlt auch schon mal mit Karte.

"Ich bekomme 55 Euro im Monat und das wird von meinen Eltern auf mein Konto überwiesen. Wenn ich im Laden bin, dann kann ich auch die Karte nutzen oder gehe zum Automaten und hole mir Geld ab."

Kinder und Jugendliche sind nur beschränkt geschäftsfähig

Die großen Konzerne von Apple bis Amazon analysieren ihre Nutzer sehr genau. So gibt es abgestimmte Angebote für den Nachwuchs. Da können Kinder und Jugendliche oft kaum wiederstehen. Allerdings dürfen sie nicht so einfach einkaufen und Geld ausgeben. Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

"Jugendliche und Kinder sind ja zunächst nicht, beziehungsweise beschränkt geschäftsfähig. Eine Ausnahme ist, wenn die Eltern ihren Kindern Taschengeldbeträge zur Verfügung stellen. Mit diesen Taschengeldbeträgen können die Jugendlichen alle Verträge eingehen, die man formlos eingeht. Also alle Verträge, die sofort beglichen werden können. Das Kind kann mit den 15 Euro sich zum Beispiel eine Jeanshose kaufen. Also all die Sachen, die man sofort bar erfüllen kann sind unproblematisch darstellbar."

Ohne Taschengeldparagraf keine Süßigkeiten

Kinder unter sieben Jahren sind gar nicht geschäftsfähig. Sie können – wenn es genau genommen wird – auch keine Süßigkeiten beim Kiosk nebenan kaufen. Allerdings gibt es hier eine Ausnahme – den sogenannten Taschengeldparagrafen.

"Das ist der berühmt, berüchtigte Taschengeldparagraf – also Geldmittel werden zur Verfügung gestellt. Die Kinder können damit ganz normal mit einkaufen, wie Erwachsene. Ist Schriftlichkeit vorgesehen oder das höchste Maß ist der Notarvertrag, da natürlich nicht. Also alles was über die Ladentheke geht, erfasst dieser Taschengeldparagraf."

Im Internet und bei bargeldloses Zahlungen, ist das in dieser Form nicht möglich. Bei Verträgen, die nicht unter den Taschengeldparagrafen fallen, müssen die Eltern zustimmen. Eine normale Kreditkarte dürfen Kinder nicht besitzen, weil hier eine Darlehensverbindlichkeit entsteht. Lastschriften vom eigenen Konto sind nur möglich, wenn das auf Guthabenbasis geschieht. Das kann zu Problemen führen, wenn die Lastschrift später eingelöst wird und in dem Moment das Konto leer ist.

Meist keine Altersprüfung in App-Stores

Verlockend sind auch die vielen App-Stores, wo digitale Spiele gekauft werden. Hier findet eine Altersprüfung kaum statt und es werden viele Zahlungsmöglichkeiten angeboten. Meist auch mit Guthabenkarte und über die Handyrechnung. Markus Feck setzt auf den Lerneffekt beim Nachwuchs.

"Der Rat ist, wenn es um Taschengeld geht, das in bar herauszugeben. Das die Kinder das im Portmonée tragen und bei jeder Zahlung die sie leisten müssen, das sie sehen wie schnell das Geld weg ist. Bargeldloser Zahlungsverkehr oder per Prepaid-Karte verführt ja Kinder und auch Erwachsene mehr auszugeben, als tatsächlich möglich ist. Die Erziehung des Kindes beginnt mit Bargeld. Man muss nicht sofort Prepaid-Karten – schlimmstenfalls Prepaid-Kreditkarten – den Kindern zur Verfügung stellen."

 

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