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Sicher sitzen

Stiftung Warentest bewertet Autokindersitze

Von Dieter Nürnberger

Die Stiftung Warentest nimmt Kindersitze unter die Lupe.
Die Stiftung Warentest nimmt Kindersitze unter die Lupe. (AP Archiv)

Wer Babys oder Kleinkinder im Auto mitnimmt, für den sollte Sicherheit an erster Stelle stehen. Deshalb hat auch der Gesetzgeber Regeln erlassen, die in bestimmten Altersklassen eine Babyschale oder einen Autokindersitz vorschreiben. Die Stiftung Warentest hat 33 unterschiedliche Sitze untersucht – und über die Hälfte mit "gut" bewertet.

Deutschland ist das Land der Regeln und Normen. Manchmal übertreiben wir es vielleicht ein bisschen, bei Autokindersitzen macht es aber durchaus Sinn. Alter, Gewicht und Körpergröße der Babys und Kleinkinder - diese Faktoren entscheiden, in welcher Kategorie ein Sitz landet. Die Gruppe Null-plus beispielsweise ist für die Kleinsten bis zu einem Lebensalter von zwölf Monaten oder maximal 13 Kilogramm Gewicht gedacht. Danach geht es aufwärts: Die Gruppe drei richtet sich somit an Kinder bis zu 36 Kilogramm. Es gibt außerdem sogenannte mitwachsende Sitze, die größenverstellbar sind. Weitere Regeln für den Einsatz der Autokindersitze hat der Gesetzgeber festgeschrieben: Jürgen Tewes von der Stiftung Warentest.

"Grundsätzlich dürfen Kinder bis zu zwölf Jahren oder bis zu 1,50 Meter Größe im Auto nur in einem altersgerechten Kindersitz transportiert werden. Das fängt mit der Babyschale an, da sitzen Kinder grundsätzlich rückwärts. Die sollte man so lange wie möglich verwenden und erst auf einen vorwärts gerichteten Sitz wechseln, wenn das Kind mit dem Kopf den oberen Schalenrand überragt."

Zu beachten ist auch, dass ein Kindersitz nicht auf dem Beifahrersitz montiert werden darf, wenn dort ein nicht abschaltbarer Airbag installiert ist. Für die Sitze gibt es unterschiedliche Befestigungssysteme. Entweder werden sie über das vorhandene Gurtsystem des Autos befestigt oder über ein zusätzliches, separates Isofix-System, welches sich auf dem Markt inzwischen durchgesetzt hat. Über die Hälfte der untersuchten 33 Kindersitze wurden von der Stiftung Warentest mit "gut" bewertet. Fünf Modelle aber fielen durch. Zwei Beispiele:

Bei dem einen war es so, dass dieser mit Isofix-Haken fixiert und zusätzlich noch angegurtet wird. Diese Sitze kann man aber auch nur mit dem Autogurt befestigen – dann aber bietet er beim Frontaufprall keine ausreichende Sicherheit, da war er einfach mangelhaft. Ein anderer Sitz ist deswegen mangelhaft gewesen, weil man ihn auch ohne Rückenlehne verwenden kann –also nur die Sitzplatzerhöhung ohne Lehne – und dann entfällt aber der Seitenaufprallschutz.

Tendenziell, so die Stiftung Warentest, habe sich herausgestellt, dass die Verankerung über ein Isofix-System sicherer ist, als die über den Autogurt. Mangelhaft wurde ebenso eine Neuheit auf dem Markt bewertet. Ein vergleichbar leichtes und aufblasbares Modell des Herstellers "Easycarseat". Jürgen Tewes:

"Man kann den Sitz einfach aufblasen wie eine Luftmatratze. Die Festigkeit des Systems ist einfach nicht gegeben. Zudem: Dieser Sitz hat ein Überdruckventil, und wenn das Auto in der Sonne steht, dann erweicht hier bei Erwärmung die Luft. Es pumpt sich aber bei Abkühlung nicht wieder auf. Dann ist es nicht mehr prall gefüllt – der Sitz bietet dann keine Sicherheit mehr."

Vor dem Kauf eines Kindersitzes, so Jürgen Tewes, sollte dieser zur Probe auf jeden Fall in das Auto eingebaut werden. Nur so lasse sich beispielsweise überprüfen, ob die schon vorhandenen Autogurte lang genug sind.

"Es gab in jeder Gruppe zum Glück auch gute Fabrikate, die sich teilweise auch bei den Preisen deutlich unterscheiden. Ein Beispiel: Der neue "Römer Trifix" ist für Kinder zwischen einem und vier Jahren gedacht, kostet aber 350 Euro. Nicht viel schlechter ist der "Cybex Juno-Fix", der ist aber schon für 180 Euro zu haben."

Und noch ein wichtiger Hinweis: Genauso wie bei Schutzhelmen müssen auch Autokindersitze nach einem Aufprall ersetzt werden. Denn auch unsichtbare Beschädigungen könnten den Sitz bei künftigen Fahrten zum Risikofaktor machen.

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