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SicherheitspersonalDeutsche Bahn probiert Bodycams aus

Zwei Polizisten präsentieren die neuen Bodycams: mit einem Monitor auf der Brust, einer Kamera auf der Schulter und dem Schriftzug "Videoüberwachung" auf dem Rücken (imago / 7aktuell)
Ende April stellte die Bundespolizei in Stuttgart die Bodycams für die Testphase durch. (imago / 7aktuell)

Mitarbeiter der Deutschen Bahn sind in der vergangenen Zeit verstärkt angegriffen worden. Das Unternehmen schickt einige von ihnen jetzt testweise mit Videokameras am Körper los. Die sollen vor allem der Abschreckung dienen.

Ausprobiert werden die kleinen Kameras bis Ende des Jahres erst mal in Berliner Bahnhöfen, teilte die Deutsche Bahn heute mit, und zwar am Alexanderplatz, am Zoologischen Garten und am Ostbahnhof. Im Testlauf sind sechs Bodycams im Einsatz, drei bei Mitarbeitern der Bahn und drei bei Mitarbeitern der Bundespolizei.

Der Sicherheitschef der Deutschen Bahn, Hans-Hilmar Rischke, erhofft sich von den Kameras vor allem Abschreckung in Konfliktsituationen. Erreicht werden soll das mit kleinen Monitoren. Auf der Brust der Bahnmitarbeiter ist nicht nur die Kamera angebracht, sondern auch ein kleiner Bildschirm. In dem können sich die potenziellen Angreifer selbst sehen, um damit zu wissen, dass ihre Tat aufgezeichnet wird. Außerdem prangt der Schriftzug "Videoüberwachung" auf der Uniform der Mitarbeiter.

Die Kameras laufen permanent, zeichnen aber nicht durchgehend auf. In Konfliktsituationen müssen die Mitarbeiter einen Knopf drücken, ab dann wird aufgezeichnet, zusätzlich werden auch die zehn vorangegangenen Sekunden als Puffer mit aufgenommen.

Monitor am Revers einer Polizistin (dpa / Bernd Weißbrod)So ähnlich wie hier in Stuttgart funktionieren auch die Kameras in Berlin: Auf einem Monitor auf der Brust der Polizisten zeigt ein Monitor, was die Kamera aufzeichnet. (dpa / Bernd Weißbrod)

Bundespolizei spricht von guten Erfahrungen

Die Bundespolizei sammelt schon seit Februar Erfahrungen mit den Bodycams. "Der abschreckende Effekt wird erreicht", sagte der Präsident der Bundespolizeidirektion Berlin, Thomas Striethörster. Kein einziger Beamter mit Kamera sei bisher attackiert worden.

Am Ende des Testlaufs will die Deutsche Bahn entscheiden, ob die Bodycams bundesweit an Brennpunkten eingesetzt werden.

Im ersten Halbjahr 2016 hat es nach Unternehmensangaben 950 Angriffe auf Bahn-Bedienstete gegeben, zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Zwei Drittel betrafen Sicherheitskräfte. Meist seien sie angerempelt oder angespuckt worden. Schwere Verletzungen sind nach Angaben des Bahn-Sicherheitschefs "zum Glück" die Ausnahme. Rischke beklagte, dass der Respekt vor Uniformen in den vergangenen Jahren abgenommen habe.

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