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StartseiteVerbrauchertippWas erlaubt ist und der Natur nützt10.10.2017

Sichtschutz durch Zaun oder Hecke Was erlaubt ist und der Natur nützt

Holzzäune, Steinmauern, Hecken: Heimische Grundstücke werden in der Regel eingefriedet - auch aus Sichtschutzgründen. Doch bei der Wahl der Umgrenzung ist vorab zu prüfen, was je nach Land oder Kommune rechtlich erlaubt ist. Und auch der Naturschutz sollte berücksichtigt werden.

Von Annette Eversberg

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Ein junger Mann schneidet eine Gartenhecke mit einer elektrischen Heckenschere (dpa/Gero Breloer)
Dicht wachsende Buchenhecken werden von Vögeln besonders gern als Nistplatz angenommen. Der Rückschnitt muss im Herbst oder Winter erfolgen. (dpa/Gero Breloer)

Um einen Zaun als Sichtschutz zu bauen, sollte man zunächst in die Bauordnung des jeweiligen Bundeslandes schauen, sagt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren.

"Die Landesbauordnungen machen hier relativ einfache Vorgaben. Die hessische Landesbauordnung beispielsweise geht von maximal zwei Metern Höhe für Trennwände bei Terrassen und bei Einfriedungen aus. Ansonsten verweisen alle Landesbauordnungen auf die örtlichen Bebauungspläne. Diese Bebauungspläne sind kommunales Baurecht und gehen in der Regel auch sehr ins Detail."

Baurecht und Nachbarrecht

Geregelt sind da Sichtschutzzäune aus Holz, Metall oder auch Mauern aus Stein. Außerdem, ob man Hecken pflanzen darf.

"Steht dort nichts, kann ich im Grunde alles, was irgendwie auf dem Markt ist, verwenden. Ich muss natürlich immer daran denken, dass es sicher ist. Ich habe auch eine Verkehrssicherungspflicht. Also dann muss ich daran denken, dass niemand darauf fallen und sich verletzen kann. "

Weil aber der Nachbar immer ein Wörtchen mitzureden hat, gibt es je nach Bundesland entsprechende Landesnachbarrechte. Wenn ich mich für eine Hecke oder auch Sträucher und Bäume als Sichtschutz entscheide, dann gibt das Nachbarrecht vor, wie weit sie von der Grenze entfernt sein müssen. Dabei geht es nicht um das Laub, das im Herbst auf das Nachbargrundstück fällt. Das muss jeder Nachbar hinnehmen. Hecken und Bäume sollen aber nicht so stehen, dass sie dem Nachbarn die Sonne nehmen. Eva Reinhold-Postina:

"Das Schöne an dem Nachbarrecht ist, sie sind laienverständlich formuliert. Und ich kann nachschlagen und genau sehen, welche Art von Hecke muss wie weit entfernt sein und muss ab welcher Höhe geschnitten werden und so weiter."

Um Streitigkeit zu vermeiden, sollte man aber auf jeden Fall mit dem Nachbarn sprechen. Man kann sich auch einigen, einen Sichtschutz gemeinsam zu errichten oder die entsprechende Hecke gleich auf der Grenze zu pflanzen. Die Kommunen wiederum geben vor, welche Hecke gepflanzt werden darf.

Naturhecken für Insekten und Vögel

Eine Kirschlorbeerhecke wächst zwar schnell und gibt einen guten Sichtschutz, aber sie eignet sich wenig für Insekten und Vögel. Deshalb verlangen immer mehr Gemeinden und Städte eine naturnahe Heckenbepflanzung. Dr. Carsten Trappmann, Zweiter Vorsitzender des NABU Münster:

"Heckenpflanzen, die Blüten tragen und daraus sich dann später Früchte entwickeln, sind immer gut für die Natur, weil die Blüten von Insekten bestäubt werden und die Früchte von Vögeln gefressen werden können."

Pflanzen, die als Hecke gepflanzt werden können und dadurch den gewünschten Sichtschutz bieten, gibt es viele, sagt Carsten Trappmann. Und einige werden sogar von Vögeln besonders gern als Nistplatz angenommen. Und was den Vögeln dient, ist auch ein besonders guter Sichtschutz für Blicke von außen.

"Sehr gut eignet sich zum Beispiel der Weißdorn, die Schlehe. Eine sehr frühe Heckenpflanze ist die Kornelkirsche, die gelb blüht im wirklich zeitigen Frühjahr. Aber es gibt auch den gewöhnlichen Schneeball mit seinen roten Beeren. Auch Pflanzen, die dichter wachsen, sind sehr beliebt: Eine Hainbuchen- oder Buchenhecke, die dann so dicht wächst, dass die Vögel darin brüten können, ist für die gefiederten Freunde attraktiv."

Um solch eine naturnahe Hecke dicht zu bekommen, muss man sie entsprechend schneiden, rät der Naturschützer. Der Vorteil: Von März bis Oktober kann sie wachsen und bietet den Sichtschutz, den man braucht. Gleichzeitig können die Vögel in Ruhe brüten und ihre Jungen aufziehen.  

"Wichtig ist: Der Rückschnitt muss im Herbst oder Winter erfolgen, also in der vegetationsfreien Zeit. Dann können sich die Pflanzen im Frühjahr problemlos wieder erholen." 

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