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Silberstreif am Konjunkturhorizont

Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums vorgestellt

Von Michael Braun

Die Bundesregierung erwartet ein Aufhellen der Konjunktur.
Die Bundesregierung erwartet ein Aufhellen der Konjunktur. (dpa / Jens Büttner)

Die Frühindikatoren stimmen optimistisch: Mit der deutschen Konjunktur könnte es deshalb bergauf gehen. Stütze sind dabei die Exporte und vor allem die verbesserte Gesamtaussicht für China und die USA.

So schwach, wie sich das Jahr 2012 verabschiedet hatte, geht es nicht weiter. "Die Perspektiven für die deutsche Wirtschaft hellen sich allmählich auf", schrieb das Bundeswirtschaftsministerium heute in seinem Monatsbericht. Das mag der Bundesregierung im Wahljahr zupasskommen. Aber sie begründet ihre optimistische Einschätzung nicht mit dem Wunsch des Wirtschaftsministers, sondern mit objektiveren Kriterien, den gestiegenen Frühindikatoren: der Ifo-Geschäftsklimaindex, der Einkaufsmanagerindex, der GfK Konsumklimaindex – alle diese Indikatoren sind in der Tat zuletzt gestiegen. Deshalb hält es auch Stefan Bielmeier, der Chefvolkswirt der DZ Bank, für geboten, mit gewissem Optimismus auf die gesamtwirtschaftliche Leistung des Jahres zu schauen:

"Dies geht wohl hauptsächlich auf eine verbesserte Situation in China, aber auch in den USA zurück. In Europa selbst wirken die Sparmaßnahmen doch noch kontraproduktiv. Das dürfte auch noch einige Zeit anhalten. Aber die außenwirtschaftlichen Impulse zusammen mit der stabilen binnenwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland dürften zu der letztlichen Verbesserung in den Frühindikatoren beigetragen haben."

Darauf setzt auch die Bundesregierung. "Mit der sich abzeichnenden Belebung des weltwirtschaftlichen Umfelds dürfte die wettbewerbsfähige deutsche Wirtschaft im Jahresverlauf allmählich an Dynamik gewinnen", erwartet das Ministerium. Große exportorientierte Branchen rechnen fest damit. Etwa die Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Sie führt schon mehr Waren in Schwellenländer wie Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika aus als in die kriselnden südeuropäischen Staaten. Der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes ZVEI, Klaus Mittelbach, sieht nach dem Umsatzrückgang von zwei Prozent im vorigen Jahr nun wieder Wachstum:

"Wir sind vorsichtig zuversichtlich, dass die Geschäftstätigkeit in der deutschen Elektroindustrie wieder anziehen wird und die um Preiseffekte bereinigte Produktion der Branche um 1,5 Prozent wachsen wird."

Und auch im Maschinenbau, der zu rund drei Vierteln vom Export lebt, gibt es Zuversicht, nach 2012 auch 2013 wieder Wachstum zu erzielen. Hannes Hesse, der Hauptgeschäftsführer des Maschinenbauverbandes VDMA:

"Das würde bedeuten, dass wir das Umsatzrekordergebnis von 2012, das bei 209 Milliarden Euro lag, noch einmal übertreffen würden."

Der Arbeitsmarkt bleibe eine wichtige Stütze der Konjunktur, heißt es im Monatsbericht des Bundeswirtschaftsministeriums. Die Zahl der Arbeitslosen, meint auch DZ-Bank-Volkswirt Bielmeier, sollte in diesem Jahr weiter sinken. Das stoße aber an Grenzen:

"Es ist natürlich auch der Fall, dass wir vom Ausbildungsniveau her natürlich in vielen Bereichen an gewisse Grenzen kommen. Es geht jetzt hier um Fortbildung, um hier insgesamt den Stand der Arbeitslosen zu verbessern. Wir haben einen Facharbeitermangel. Vollbeschäftigung bei drei Millionen Arbeitslosen würde ich allerdings die Situation noch nicht nennen."

Das Bundeswirtschaftsministerium sieht für den Arbeitsmarkt "eine verhalten positive Perspektive" und setzt darauf, dass, wie im vorigen Jahr, vor allem die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zunehme.

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