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StartseiteVerbrauchertippMit Kindern auf dem Fahrrad unterwegs26.05.2017

Sitz oder AnhängerMit Kindern auf dem Fahrrad unterwegs

Die Radsaison hat begonnen. Für viele Eltern stellt sich nun die Frage: Ist mein Kind besser in einem Kinderfahrradsitz oder in einem Fahrradanhänger aufgehoben? Laut ADAC haben letztere leichte Vorteile in puncto Sicherheit. In jedem Fall wichtig sind ein Fahrradhelm und die Verwendung von Gurten.

Von Iris Milde

Eine Mutter fährt mit dem Rad, ihr neun Monate altes Kind sitzt auf dem Fahrradsitz. (dpa/Michael Reichel)
Praktisch und für kurze Strecken ideal: Der Kindersitz auf dem Fahrrad. (dpa/Michael Reichel)
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"Also, ich habe mich für einen Fahrradanhänger entschieden, weil das ein Zweisitzer ist und es passen zwei Kinder rein und ich habe vom Sicherheitsgefühl her weniger Bedenken als bei einem Kindersitz." - "Wir haben uns für einen Fahrradsitz entschieden, weil es ein günstiges Angebot gab und die wesentlich günstiger sind als die Anhänger. Hauptanliegen war der Preis."

Die Gründe, warum sich Eltern für einen Kinderfahrradsitz oder doch lieber für einen Kinderanhänger entscheiden, sind oft ganz persönlich. Ein Kindersitz wird auf dem Gepäckträger oder hinter dem Lenker angebracht. Das hat den Vorteil, dass das Rad dadurch nicht wesentlich breiter wird und im Verkehr wendig bleibt. Außerdem ist ein Sitz platzsparend und braucht keine extra Stellfläche.

Für längere Strecken empfiehlt sich jedoch ein Fahrradanhänger, sagt Mattes Putke vom Reiseausrüster fernwegs in Dresden, der sich auf Familienreisen mit dem Rad spezialisiert hat. "Gerade witterungsbedingt haben wir hier einen höheren Schutz, ob Sonne oder Wind und Wetter. Es ist komplett geschützt, das Kind, kann auch länger schlafen, kann Spielzeug mit einpacken und kann sich beschäftigen stundenlang, es kann Mittagsschlaf drin machen und, und, und."

Anhänger kann auch als Kinderwagen genutzt werden

Anhänger bieten auch Stauraum für einen Einkauf oder kleineres Gepäck. Außerdem gibt es sie als Ein- oder Zweisitzer, also für ein oder zwei Kinder. Mit den zugehörigen Vorderrädern kann der Anhänger auch als Kinderwagen genutzt werden. Das mit dem entsprechenden Babysitz dann schon ab einem Kindesalter von drei Monaten, so Mattes Putke. 

"Aktiv Fahrrad fahren kann man dann ab sechs Monaten, wo das Kind so weit entwickelt ist, dass es auch in das vernünftige Begurtungssystem hineinpasst. Und bis vier, fünf Jahre ist es dann doch maximal noch möglich. Die meisten geben es aber mit vier ab, da das Kind eigentlich soweit entwickelt ist, dass es schon selber Fahrrad fahren will und möchte."

Familie mit Fahrradanhänger bei einem Ausflug (dpa/Heinz Hirndorf)Besser geschützt sind Kinder in einem Fahrrad-Anhänger (dpa/Heinz Hirndorf)

Im Kindersitz dürfen Kinder ab neun Monaten bis zu einem Körpergewicht von 22 Kilogramm befördert werden, vorn nur bis 15 Kilogramm Körpergewicht. Die Montage der beiden Systeme ist abhängig vom eigenen Rad mehr oder weniger kompliziert. Dafür sollte man im Zweifelsfall einen Fachmann zurate ziehen. Denn nur eine richtig montiertes Transportsystem ist auch sicher. Große Unterschiede zwischen Fahrradsitz und Anhänger ergeben sich im Preis. 

"Ein guter Kindersitz fängt so ab 100 bis 150 Euro an und ein guter, vernünftiger Kinderanhänger dann eben ab 600, 700 Euro. Die meisten gibt es inzwischen als gute Komplettsets mit Fahrradset und Buggyset dazu. Nie zu vergessen: der gute Wiederverkaufswert bei den Kinderanhängern. Nach zwei, drei Jahren bekommt man mindestens noch 50 Prozent wieder raus."

Doch wie schneiden beide Beförderungssysteme in puncto Sicherheit ab? Der ADAC hat Kindersitze wie Anhänger einem Crashtest unterzogen. "Die Ergebnisse sind folgendermaßen, dass die Kinderfahrradanhänger leichte Vorteile in Bezug der Sicherheit haben. Dort sitzen die Kinder in einem Käfig geschützt.

Bei Sitz und Anhänger wichtig: Fahrradhelm benutzen

Allerdings, durch die niedrige Bauhöhe besteht natürlich die Gefahr, dass in Falle einer Kollision mit einem PKW das Kind direkt durch die Fahrzeugfront getroffen wird," sagt Thomas Kubin vom ADAC Dresden. "Bei Kinderfahrradsitzen ist es so: Die Kinder sitzen höher und werden bei einer Kollision nicht durch das Fahrzeug direkt getroffen. Allerdings ist dort der Nachteil, dass die Fallhöhe, wenn das Kind auf die Straße fällt, wesentlich höher ist als beim Fahrradanhänger."

Bei einem Kindersitz kommt es besonders darauf an, dass das Rad sicher abgestellt wird, damit es nicht umkippt. Beim Fahren mit Anhänger wiederum muss sich der Fahrer bewusst sein, dass das ganze Gespann länger und breiter ist, als wenn er allein radelt, und der Wagen aufgrund der niedrigen Höhe eventuell schlechter von Autofahrern gesehen wird.

Wichtig für die Sicherheit ist auf jeden Fall, dass sowohl beim Fahrradkindersitz als auch beim Anhänger ein Fahrradhelm benutzt wird und die Gurte verwendet werden. Beim Anhänger kommt hinzu, dass ein gut sichtbarer Wimpel verwendet wird und dass eine Beleuchtung am Anhänger montiert ist. Das heißt: Vorn sollten zwei weiße Leuchten befestigt sein und nach hinten zwei rote Leuchten.

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