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StartseiteVerbrauchertippAlternativen zu WhatsApp06.04.2017

Smartphone-MessengerAlternativen zu WhatsApp

WhatsApp ist laut einer Umfrage der Verbraucherzentralen der am weitesten verbreitete Messenger, aber die Unzufriedenheit mit der App wächst. Vor allem die Sorge vor sozialen Konsequenzen bindet die Nutzer. Jetzt hat WhatsApp in einigen Punkten auf die Kritik reagiert. Doch es gibt auch Alternativen.

Von Michael Voregger

Auf dem Display eines iphone 6 ist ein Chatverlauf der App "WhatsApp" zu sehen.  (dpa/picture alliance/Britta Pedersen)
Es gibt alternative Messenger-Dienste: Viele von ihnen sind Open-Source-basiert und die Programmierung ist transparent. (dpa/picture alliance/Britta Pedersen)
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Digitale Kommunikation läuft heute bei den meisten Menschen über ihr Smartphone und über Messenger. Dabei werden Daten und Nachrichten in Echtzeit ausgetauscht. Timm Lutter vom Branchenverband Bitkom.

"Nach unseren Erhebungen nutzen derzeit zwei Drittel – das heißt also 69 Prozent der deutschen Internetnutzer ab 14 Jahren solche Kurznachrichtendienste wie WhatsApp, Facebook und iMessage. Besonders beliebt sind sie bei der Gruppe der 14 bis 29jährigen – dort sind es 82 Prozent. Dicht gefolgt von der Gruppe der 30 bis 49jährigen – hier sind es 81 Prozent."

WhatsApp - man kann hier fast jeden erreichen

Von den Nutzern der Messenger habe zwei Drittel WhatsApp installiert. Der wesentliche Grund dafür sind ihre Freunde und Verwandte. Man kann hier fast jeden erreichen und diese Marktposition hält die Befragten bei dem Messenger. Kritisiert wird von vielen Anwendern vor allem fehlende Transparenz, die zu große Neugier der App und mangelnde Sicherheit der Daten. Nach einer aktuellen Umfrage wären über 90 Prozent bereit den Dienst zu wechseln. Professor Norbert Pohlman leitet das Institut für Internetsicherheit in Gelsenkirchen.

"Da gibt es eine Menge an Alternativen. Wir haben aber da das Problem, dass meine Freunde mit auf ein anderes System wandern müssten. WhatsApp hat sich etabliert und ist der Marktführer. Es ist schwierig – das merkt man im täglichen Leben, wir nutzen ja auch verschiedene System – eine ganze Gruppe zu motivieren und möglicherweise auch Geld dafür auszugeben. Von daher hat sich WhatsApp als Marktführer etabliert."

WhatsApp erhebe Metadaten und gebe diese weiter

WhatsApp hat nach anhaltender Kritik inzwischen die Ende zu Ende-Verschlüsselung eingeführt. Wenn alle Kommunikationspartner die aktuelle Variante der App nutzen, bleiben die Nachrichten fremden Blicken verborgen. Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden können die Inhalte aber wohl weiter auslesen. WhatsApp gehört inzwischen zu Facebook. Was das Unternehmen finanziell so erfolgreich macht, sind die gesammelten und umfassenden Informationen über seine Nutzer.

"Was bei WhatsApp insgesamt sehr ungünstig sind, das sind die Metadaten, die erstens erhoben werden und an Facebook weitergegeben werden. Das sind schon private Informationen. Man kann daran schon sehen, wer meine Freunde sind, weil sie meinen ganzen Adresskalender auslesen, weil das im Rahmen der Identifizierung notwendig ist. Welche Kommunikation ich betreibe. Das sind schon wichtige Informationen, die ich für mich behalten möchte."

Bei WhatsApp und anderen Messenger-Diensten wird der Kommunikationspartner nur über die Telefonnummer identifiziert. Eine absolute Sicherheit, mit wem man sich austauscht, gibt es so nicht.

Alternativen zu WhatsApp

Timm Lutter: "Allerdings gibt es wie gesagt schon eine ganze Reihe von anderen Diensten, wie Skype, den Facebook-Messenger oder iMessenger. Und eine Reihe von kleineren Anbietern, wie Signal oder Threema. Das heißt, die Verbraucher haben eine sehr, sehr große Auswahl, wenn es darum geht Messenger Dienste zu nutzen."

Viele Alternativen zu WhatsApp sind Open-Source-basiert und die Programmierung ist transparent. Sie kann von unabhängigen Experten geprüft werden. Es ist natürlich sehr bequem, wenn fast alle Menschen über eine einzige App erreicht werden können. Wer einen kompletten Umzug scheut, der kann seine Kontakte auf zwei Dienste verteilen. Eine zusätzliche App macht für die meisten Smartphone-Besitzer keinen Unterschied. Die Vorteile sind offensichtlich, wenn die Anwendungen sicher sind und mit den persönlichen Daten sparsam umgehen.

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