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Seit 20:00 Uhr Nachrichten
StartseiteOn StageJazz+Funk+Rock: Kollektiv19.02.2016

Snarky Puppy (1/2)Jazz+Funk+Rock: Kollektiv

2004 gründete Michael League "Snarky Puppy" - ein Kollektiv, dem mittlerweile um die 25 Musiker angehören. In wechselnden Besetzungen, jedoch immer mit League am Bass, spielt Snarky Puppy Jazz und Fusion, Funk und Rock. Was kompliziert klingt, kann dennoch eingängig sein: Beim Kölner Konzert sang das Publikum Bläsersätze mit.

Am Mikrofon: Tim Schauen

Die Band Snarky Puppy beim Jazz Festival El Batel Auditorium in Spanien. (picture-alliance / dpa / Jose Albaladejo)
Die Band Snarky Puppy beim Jazz Festival El Batel Auditorium in Spanien. (picture-alliance / dpa / Jose Albaladejo)
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Teilweise schwer drückend wie die Brecker Brothers, dann federleicht groovend wie eine Soulband - stets jedoch mit höchstem musikalischen Anspruch. Und Snarky Puppy überzeugen längst nicht nur Fachkreise: Dass diese Musik beim Publikum ankommt, beweisen Millionen Klicks bei YouTube, sowie der Grammy Award 2013 - und eine ausverkaufte Deutschlandtournee im Herbst 2015. 

Aufnahme vom 1.11.15 aus der Kölner Live Music Hall

(2. Teil am 26.2.16)

"Es war wirklich zäh" - Interview mit Michael League (Snarky Puppy) (03:37)

"Ich heiße Michael League und bin der Bassist und Bandleader von Snarky Puppy. 2004 habe ich die Band gegründet, da war ich an der Universität im Norden von Texas, in Denton. 

Als wir anfingen, war das gar nicht so ernst gemeint: Zuerst war es bloß eine Band von Freunden und mir, wo wir Noten von Stücken, die ich zu der Zeit schrieb, lasen oder die Musik spielten. Bald nahmen wir eine kleine Platte auf und buchten auf eigene Faust eine kleine Tour nach Washington DC. Daraus entstand dann dieser Kreislauf von Album und Tour und Album und Tour. Aber viele Jahre lang, ich glaube die ersten sieben Jahre, kamen wir kaum voran, es war wirklich zäh, Stück für Stück wurde es dann besser, im Sinne von größer.

Grammy 2014 und 2016

Bevor wir den Grammy Award erhielten gab es eigentlich gar keine großen Sprünge. Wir haben den Grammy auch nicht als Ziel gesehen und ich glaube vielmehr, dass niemand aus der Band das jemals für möglich gehalten hat. Das war so weit weg, wir konnten das nicht beeinflussen, das war so weit außerhalb unserer Möglichkeiten, dass wir richtig geschockt waren, als wir von der Nominierung erfuhren. Und dann haben wir auch noch gewonnen und waren umso schockierter! Die Sängerin Lalah hat daran natürlich großen Anteil, mindestens die Hälfte. Sie ist wirklich einzigartig. [Laleh Hathaway wurde dieses Jahr ebenfalls wieder ausgeszeichnet: "Beste tradtionelle R&B Performance", Anm. d. Red.]

Bis zu 1.000 gemeinsame Auftritte

Ich würde Snarky Puppy definitiv als Band bezeichnen, auch wenn es die Struktur eines Kollektivs hat. Da meint, wir haben im Moment etwa 25 Musiker, die mal dabei sind und mal nicht, wenn wir über das Jahr verteil die Auftritte spielen. Ich betrachte es als Band, weil wir zusammenhängend auf mit denselben Leuten auf Tour sind, und jeder der 25 Musiker hat mindestens 80 Auftritte mit Snarky Puppy gespielt, andere aber auch 1.000. Kollektiv - das klingt in meinen Ohren nach "nicht viel Struktur" oder wenig gemeinsamer Geschichte – Kollektiv klingt für mich nach einem sehr losen Zusammenschluss. Aber diese Band ist eine Band, es gibt bloß drei oder vier Musiker, die alle Songs auf jedem Instrument kennen, sodass wir ihnen Bescheid sagen können und sie für bestimmte Auftritte buchen. Alle haben einen engen Zeitplan, sind mit anderen Künstlern unterwegs oder verfolgen ihre Soloprojekte oder dergleichen.

"Spiele in verschiedenen Bands"

Auch ich spiele in verschiedenen Bands, eine heißt Banda Magda und kommt aus New York. Dann spiele ich bei FORQ, da machen wir auch instrumentale Musik, aber mehr industrial groove. Ich arbeite auch als Produzent und Arrangeur, arrangiere Bläser oder Streicher für Pop-Künstler und Independent-Produktionen – manchmal produziere ich auch ganze Album, und eigentlich mache ich das am liebsten: Alben für Sängerinnen oder Sänger produzieren. Jetzt im Februar darf ich David Crosby's nächstes Album produzieren, darauf freue mich schon und bin ganz begeistert. Ich habe ihm schon beim Songwriting geschrieben und einige Demos aufgenommen, das war eine der besten Wochen. Also: es passiert eine Menge außerhalb von Snarky Puppy, wenn ich nur bei Snarky Puppy spielen würde, das wäre nicht auszuhalten."

Dieses Konzert können Sie bis zum 19.8.2016 online nachhören.

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