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StartseiteMarktplatzFür wen sich das Modell lohnt01.10.2015

Solaranlagen mietenFür wen sich das Modell lohnt

Hohe Anschaffungskosten halten viele Eigenheimbesitzer davon ab, eine Solaranlage auf dem Dach zu installieren. Viele fragen sich auch, ob sich der ganze Aufwand angesichts sinkender Subventionen lohnt. Eine Alternative: Solaranlagen mieten statt kaufen. Experten sehen darin ein lohnendes Zukunftsmodell.

Von Claudia Rometsch

Solarzellen auf einem Dach. (dpa / picture-alliance / Wolfram Steinberg)
Energieagentur NRW zu Pacht-Solaranlagen: ""Es lohnt sich für jemanden, der das Geld gerade nicht hat oder nicht in die Hand nehmen will." (dpa / picture-alliance / Wolfram Steinberg)
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 Familie Jungwirth hätte schon seit Jahren gerne eine Solaranlage für ihr Einfamilienhaus gehabt. Aber die hohen Anschaffungskosten hielten die Jungwirths davon ab.

"Durch andere Umbaumaßnahmen ist es dann nie dazu gekommen, dass wir uns selber dafür interessiert haben", erklärt Thomas Jungwirth. Seit einigen Wochen hat die dreiköpfige Familie trotzdem eine Solaranlage auf dem Dach. Die gehört ihr zwar nicht, aber die Jungwirths dürfen den dort produzierten Strom nutzen. Und sie bekommen auch die Vergütung für den ins Netz eingespeisten Solarstrom. Die Anlage mit einer Kapazität von 2,9 Kilowatt hat die Familie für 18 Jahre vom Energieversorger rhenag gepachtet. Danach können die Jungwirths sie für einen Euro kaufen.

Der Versorger kümmert sich während der Pachtzeit um Wartung und eventuelle Reparaturen. Dafür zahlt die Familie 42 Euro im Monat. Die Jungwirths haben einen Stromverbrauch von etwa 3.500 Kilowattstunden im Jahr.

"Über die Anlage denken wir mal, dass wir so ein Drittel mindestens eingespart kriegen. Von daher dürfte das dann eine Gesamtersparnis von 300 bis 500 Euro im Jahr sein, je nachdem, wie sich der Strompreis entwickelt."

Optimistische Rechnung

Diese Rechnung erscheint Experten relativ optimistisch. Die Ersparnis ist jedoch von Fall zu Fall verschieden und hängt immer vom individuellen Verbrauch sowie von der Lage des Daches ab. Hier muss jeder Pacht-Interessent also zunächst einmal selber rechnen. Nach Ansicht von Georg von Buquoi von der Energieagentur NRW hat das Pachtmodell Zukunft.

"Das breitet sich auf jeden Fall aus, weil es ein spannendes Modell für den Endkunden ist. Es ist natürlich auch ein spannendes Modell für die Stadtwerke, weil sie da stärker in die Dienstleistungsbranche reinkommen. Von daher haben wir für beide eine Win-win-Situation. "

Modell mit Zukunft

Seit dem vergangenen Jahr sind immer mehr Stadtwerke und Energieversorger in das Geschäft mit den Pachtanlagen eingestiegen. Rund 50 Anbieter gibt es mittlerweile. Zwar spart der Kunde mit diesem Modell weniger als mit einer gekauften Anlage. Aber:

"Es lohnt sich für jemanden, der das Geld gerade nicht hat oder nicht in die Hand nehmen will, aber trotzdem eine Photovoltaikanlage haben will. Da macht das Modell auf jeden Fall Sinn."

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