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StartseiteVerbrauchertippSchutz für die Haut – Gefahr für die Umwelt21.06.2017

SonnencremeSchutz für die Haut – Gefahr für die Umwelt

Rekordtemperaturen und Sonnenstrahlen locken wieder ins Freie: Mit dem Sommeranfang steigt aber auch das Risiko von Sonnenbrand und gefährlichen Schädigungen der Haut. Deshalb ist Sonnenschutz das A und O – und sollte nicht nur die Haut schützen, sondern auch umweltfreundlich sein.

Von Ann-Kathrin Stracke

Eine Frau am Strand, die Sonnenlotion auf ihre Beine sprüht. (imago / CHROMORANGE)
Schutz vor UV-Strahlung, die Sonnenbrand und eine gefährliche Schädigung der Haut bewirken kann. (imago / CHROMORANGE)
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Ab heute ist es offiziell: Der Sommer hat begonnen. Jetzt auch kalendarisch. Dabei ist das Sommerwetter unübersehbar. Schon seit Tagen ächzen viele Menschen unter den hohen Temperaturen. Oder sie gehen raus und genießen die Sonne. Ein Tag im Freibad oder am Sandstrand vom Badesee – das klingt doch auch viel angenehmer als stickige Büroluft. Wichtig ist dabei allerdings der richtige Sonnenschutz. Schließlich ist heute nicht nur Sommeranfang, sondern auch noch Tag des Sonnenschutzes.

Sonne ist überall, nicht nur draußen in der prallen Mittagshitze, sondern auch drinnen. Sie erreicht uns auch, wenn wir hinter offenen Fenstern sitzen oder hinter Glasscheiben. Richtig dick eincremen muss man sich dort zwar nicht, aber die Intensität der Sonne ist auch in diesem Fall nicht zu unterschätzen. Die Stärke der Sonnenstrahlen ist in den vergangenen Jahren in Deutschland angestiegen. Lichtschutzfaktor 8 oder ein Tiroler Nussöl wie früher reichten heute nicht mehr aus, sagt die Hautärztin Uta Schlossberger: "Wir wissen inzwischen, dass dies sehr gefährlich für die Haut ist. Alles, was den normalen Mitteleuropäer mit einer normalen Haut betrifft, Hauttyp eins bis zwei, das sind wir, als normale Mitteleuropäer, die müssen sich mit einem Lichtschutzfaktor 30 bis 50 schützen."

Sonnencreme ohne schädliche Inhaltsstoffe

Eine Sonnencreme muss her, am besten eine, die unsere Haut gut verträgt, keine schädlichen Inhaltsstoffe und zudem noch eine gute Wirkung hat. Das Angebot ist groß und reicht von Apotheken-Kosmetik bis hin zur Discounter-Ware. Christine Throl von der Zeitschrift Ökotest rät Verbrauchern zu Sonnencremes aus der Naturkosmetik mit mineralischen Filtern.

Die können zwar einen weißen Film auf der Haut hinterlassen, aber sie enthalten keine schädlichen Inhaltsstoffe. Ihre Schutzfunktion basiert auf UV-Filtern wie Titandioxid.[*] "Diese Substanzen sind seit Längerem in der Diskussion, sie werden nun auch in Nano-Form eingesetzt. Es ist allerdings so, dass diese Substanzen auch bei intakter Haut keine Probleme machen, weil sie eben nicht durch die Hautbarriere gelangen können". erklärt Throl.

Titanoxide gefährlich für die Umwelt

Wer verletzte Hautstellen hat, sollte dagegen unbedingt auf Sonnencremes mit Titanoxiden verzichten, rät Throl. Dringen diese Nano-Partikel zu tief in die Haut ein, können sie krebserregend sein. Hinzu kommt: Titandioxid gefährdet das ökologische Gleichgewicht in Gewässern. Doch egal, ob Naturkosmetik oder nicht: Damit die Sonnencreme tatsächlich wirkt, muss sie auch ausreichend dick aufgetragen werden.

Faltige Haut

Für Erwachsene sind in der Regel vier bis sechs Esslöffel Creme nötig, um sich richtig zu schützen. Und Sonnenbaden? Das sei aus der Mode gekommen, findet die Hautärztin Uta Schlossberger. Sie ist nicht gegen Sonne, rät aber dazu, vernünftig in die Sonne zu gehen.

Mit Sonnenschutz – aus zwei Gründen: "Wir haben die UVA-Strahlung, die macht Falten. UVA macht zwar braun, aber wir haben ja auch diverse Bilder von Promis, wo wir dann sehen, dass sie eine sehr, sehr faltige Haut haben. Nummer zwei ist UVB. UVB macht rot. Sehr schnell. Wir haben eine Eigenschutzzeit von circa zehn Minuten. Danach kommt der Sonnenbrand. Und danach merkt sich der Körper diese Schädigungen und es kann dann zu Hautkrebs kommen, wenn man älter wird." 

Schutz für Kinder und Erwachsene

Aber welche Sonnencremes sind am nachhaltigsten – für Haut und Umwelt? Schlossberger erklärt: "Jedes Produkt wird sich abwaschen und zum Teil ins Wasser gehen. Da sind Sie als Verbraucher in puncto Bio-Sonnenschutzmittel auch auf der richtigen Seite, weil keine Stoffe eingesetzt werden können, die für die Umwelt schädlich sind." 

Vor allem Kinder müssen bei starker Sonne gut eingecremt werden und etwas überziehen – am besten Kleidung, die noch einen zusätzlichen UV-Filter hat. Aber auch Erwachsene sollten nicht ungeschützt in die Sonne gehen, rät die Hautärztin Uta Schlossbeger:  "Wenn sie in die Sonne gehen wollen, ziehen Sie sich etwas drüber, cremen Sie sich ein, nehmen Sie sich einen Hut und gehen auf keinen Fall in der Mittagszeit."


[*] Anmerkung der Redaktion: An dieser Stelle wurde in der Sendefassung pauschal von Sonnencremes mit Titandioxiden abgeraten. Das haben wir in Online-Text und Online-Audio korrigiert. 

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