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StartseiteKultur heuteDeutschland und die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte 30.03.2018

Späte ReueDeutschland und die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte

Kritiker des Humboldt-Forums haben sie angestoßen, - doch die Debatte über den Umgang mit der deutschen Kolonialvergangenheit zieht mittlerweile weit über Museen hinaus ihre Kreise. Die deutsche Schuld und ihre mögliche Wiedergutmachung haben sogar Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden.

Gesprächsreihe an Ostern

Herero- und Nama-Gefangene um 1904 im heutigen Namibia. (afp / National Archives of Namibia)
Herero- und Nama-Gefangene um 1904 im heutigen Namibia. (afp / National Archives of Namibia)
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"Es geht ums Überleben!" So der eindringliche Appell der französischen Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy. Sie formulierte ihn kürzlich im Deutschlandfunk mit Blick auf die aus ihrer Sicht längst überfällige Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte.

Im vergangenen Jahr hatte Savoy unter Protest den Beirat des Berliner Humboldt-Forums verlassen. Das geplante Weltkulturmuseum vernachlässige die Aufarbeitung kolonialer Spuren in den eigenen Sammlungen, so die Kunsthistorikerin. Ein Paukenschlag - der eine Debatte über den Umgang der Museen mit der deutschen Kolonialvergangenheit angestoßen hat, die längst überfällig war.

Eine Auseinandersetzung, die mittlerweile weit über die Museen hinaus ihre Kreise zieht. Die Fragen nach deutscher Schuld und möglicher Wiedergutmachung sind zu Grundsatzfragen geworden, die sogar Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden haben: Die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte wird dort neuerdings zum "demokratischen Grundkonsens" gezählt - und in einem Atemzug mit der Aufarbeitung der NS-Zeit und der SED-Diktatur genannt.

Ein wichtiger erster Schritt, dem aber noch viele weitere folgen müssen - nicht nur im Museum. Wie soll die Aufarbeitung in der Praxis aussehen? Welche gedanklichen oder auch juristischen Hürden müssen dafür überwunden werden? Wie kann der politische und organisatorische Rahmen für die Aufarbeitung geschaffen werden?

Diese und andere Fragen stellt "Kultur heute" Historikern, Ethnologinnen und Kulturschaffenden - täglich ab dem 30. März um 17:35 Uhr.

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