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Sparkurs "Score" lässt grüßen

Lufthansa-Tochter LSG Sky droht massiver Stellenabbau

Von Brigitte Scholtes

Lufthansa will sparen.
Lufthansa will sparen. (dpa / picture alliance / Fredrik von Erichsen)

Mit dem Sparkurs unter dem Namen Score will die Fluglinie wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Dazu gehören unter anderem Entlassungen von Mitarbeitern, vor allem in der Verwaltung. Nun droht auch bei der Catering-Tochter der Lufthansa, LSG Sky, ein massiver Stellenabbau.

Knapp 1000 von weltweit knapp 29.000 Stellen will die Lufthansa bei ihrer Catering-Tochter offenbar streichen. Das berichtet jedenfalls die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Sie beruft sich auf Angaben von Mitarbeitern. LSG Sky Chefs bestätigt diese Zahlen nicht. Eine Sprecherin sagte jedoch, sie beruhten auf vertraulichen Hintergrundinformationen, die das Management an die Gewerkschaft ver.di gegeben habe. Dies seien aber nur Annahmen, welche Ausmaße ein Jobabbau im schlimmsten Fall mittelfristig haben könnte. Sollte es soweit kommen, dann könnten bis zu 600 Stellen in Frankfurt betroffen sein, hieß es in dem Bericht. Über eine Schließung des Standorts Nürnberg denke man nach genauso, wie über die Zusammenlegung der Betriebe in Bremen, Hamburg und Hannover. Stefan Schöppner, Analyst der Commerzbank, meint:

"Natürlich ist das ein Einschnitt, aber ich denke, das wird sich relativ sozialverträglich lösen lassen. Das ist eine Branche, wo es schon Fluktuation gibt."

Die Catering-Tochter der Deutschen Lufthansa hatte im vergangenen Jahr 2,3 Milliarden Euro umgesetzt und ein operatives Ergebnis von 85 Millionen Euro erzielt. Auch wenn sie im ersten Quartal einen leichten Verlust verbuchen musste, hofft sie im laufenden Jahr mindestens auf das Ergebnis des Jahres 2011. Das dürfte nicht ganz leicht sein, denn auch die Catering-Gesellschaften bekommen die Veränderungen in der Branche zu spüren, meint Schöppner:

"Becatert werden eigentlich nur noch die Langstreckenflüge. Auf den Kurzstreckenflügen gibt es nur noch ganz wenig, bestenfalls ein Brötchen oder gegen Bezahlung oder auf der Mittelstrecke eben gar nichts mehr. Das ist ein strukturelles Problem, was sich auch bei LSG Sky Chefs bemerkbar macht."

Allerdings halten Beobachter einen Verkauf der Catering-Tochter auf mittlere Sicht für möglich. Den aber wollen die Mitarbeiter vermeiden. LSG bereitet nicht nur die Bordmahlzeiten für die Lufthansa zu, sondern bedient weltweit mehr als 300 Fluglinien. Gut 490 Millionen Mahlzeiten werden im Jahr zubereitet. Angeblich verlange das Management der Lufthansa-Tochter von den Mitarbeitern Lohnzugeständnisse von 37 Millionen Euro. Diese aber lehnen ab, weil sie schon in den Jahren zuvor erheblich zur Kostensenkung beigetragen hätten. Das Management greift also durch, meint Analyst Schöppner:

"Die Lufthansa geht einen Tick aggressiver um als in der Vergangenheit mit den Sparplänen. Unter dem neuen Management, unter Herrn Franz, muss die Lufthansa konsequenter sparen und ist scheinbar auch bereit, das durchzuziehen."

Für den Konzern und sein Sparprogramm von größerer Bedeutung aber sind die Bemühungen in den Bereichen Passage und Frachtverkehr. Weit größere Einsparungen könnte man dauerhaft erzielen, wenn etwa die Tochter Austrian Airlines endlich saniert sei.

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