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Spiegel-OnlineHandelsblatt-Herausgeber Steingart offenbar vor Ablösung

Gabor Steingart, Herausgeber des "Handelsblatt", aufgenommen am 02.02.2017 während der ZDF-Talksendung "Maybrit Illner". (dpa-Zentralbild)
Gabor Steingart, "Handelsblatt"-Herausgeber (dpa-Zentralbild)

Der Herausgeber, Geschäftsführer und Miteigentümer der Handelsblatt Media Group, Gabor Steingart, steht einem Medienbericht zufolge vor der Ablösung. Anlass soll angeblich ein Artikel sein, in dem er SPD-Chef Martin Schulz als politischen Mörder von Außenminister Sigmar Gabriel darstellt.

Wie "Spiegel-Online" ohne nähere Angaben von Quellen berichtet, soll es am Donnerstagnachmittag im Aufsichtrat in dieser Angelegenheit Gespräche gegeben haben. Für Freitag sei ein Gespräch zwischen Verleger Holtzbrinck und Steingart anberaumt. Zu den Gründen einer möglichen Trennung gibt es dem Bericht zufolge keine offiziellen Angaben. Als möglichen Grund verweist "Spiegel-Online" auf einen Text von Steingart, in dem der SPD-Vorsitzende massiv attackiert wird. Dies soll Holtzbrinck missfallen haben. In dem Newsletter "Morning Brief" vom Mittwoch beschreibt Steingart den Machtkampf in der SPD mit drastischen Worten. Die Ausführungen sollten offenbar an eine Tragödie in einem Theaterstück erinnern.

Steingart führt aus, wie der "ungeliebte Parteichef Martin Schulz" den "derzeit beliebtesten SPD-Politiker, Außenminister Sigmar Gabriel, zur Strecke bringen" wolle. Steingart schreibt über einen "minutiös geplanten Taterhergang" und spricht von "Mord". Schulz solle am Boden aufschlagen, scheinbar ohne Fremdeinwirkung. Abschließend heißt es wörtlich: "Wenn kein Zucken der Gesichtszüge mehr erkennbar ist, will Schulz den Tod des Freundes aus Goslar erst feststellen und dann beklagen."

Wie "Spiegel-Online" weiter berichtet, soll Verleger Holtzbrinck den SPD-Vorsitzenden Schulz schriftlich um Entschuldigung gebeten haben. Der Text von Gabor Steingart habe "ihn schockiert". Die SPD wollte auf Anfrage des Deutschlandfunks zu dem Bericht nicht Stellung nehmen. Der Holtzbrinck Verlag war für einen Kommentar nicht zu erreichen.

(rei/tzi)

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