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StartseiteEuropawahl 2014"Ich bin ein wenig Wahlkampf-irre"15.05.2014

Spitzenkandidaten "Ich bin ein wenig Wahlkampf-irre"

"Wie sieht das Europa Ihrer Träume aus?" - "Was mögen Sie an der EU am wenigsten?" Deutsche Spitzenkandidaten zur Europawahl bekennen Farbe und beantworten den auf Marcel Proust zurückgehenden Fragebogen. Teil fünf unserer Serie: Rebecca Harms, Bündnis 90/Die Grünen.

Die Spitzenkandidatin zur Europawahl der Grünen Rebecca Harms bei einer Rede in Niedersachsen.  (picture alliance / dpa / Swen Pförtner)
Die Spitzenkandidatin der Grünen Rebecca Harms (picture alliance / dpa / Swen Pförtner)
Weiterführende Information

"Hand aufs Herz" - Deutsche Spitzenkandidaten zur Europawahl beantworten den Proust-Fragebogen  (Deutschlandfunk, Europawahl 2014, 05.05.2014)

Europawahl | "Die große Koalition ist das Leitmotiv in Brüssel" (Deutschlandfunk, Interview,09.05. 2014)

Grüner Europawahlkampf | Rebecca who? (Deutschlandfunk, Kommentar, 08.02.2014)

DLF: Was ist für Sie die EU?

Die europäische Idee, nämlich dass die Staaten dieses Kontinents ihre Interessen nicht mehr gegeneinander ausfechten, sondern gemeinsam wahrnehmen, war eine der besten, die Politiker je hatten.

Wie sieht das Europa Ihrer Träume aus?

Der europäische Traum ist ja schon ein gutes Stück weit Wirklichkeit mit offenen Grenzen, Austausch, Frieden. Jetzt geht es nicht mehr nur ums Träumen. Wir wollen die Europäische Union weiter festigen. Und das geht nur mit vielen kleinen Schritten. Mit den Erfahrungen aus der Eurokrise muss da vor allem eine bessere Zusammenarbeit in der Wirtschafts- und Haushaltspolitik sein.

Was mögen Sie an der EU am wenigsten?

Die Flughäfen.

Ihr Vorbild in Europa?

Die mutigen Bürger in den osteuropäischen Ländern, die sich mit so viel Mut ihren Weg zum Beitritt erkämpft haben. Denselben Mut fand ich jetzt wieder bei vielen jungen Aktivisten für Demokratie auf dem Maidan in Kiew.

Was stört Sie an überzeugten Europäer/innen am meisten?

... dass sie oft die Schwächen der EU nicht zugeben können, weil sie meinen, damit Europa zu schaden. Die EU muss aber weiter verändert und tiefer verbunden werden.

                    "Mein Motto: Die EU muss sich verändern."

Wer sollte die neue EU-Kommission als Präsident/in führen?

Der Kandidat, der von der Mehrheit des Europäischen Parlamentes dafür vorgeschlagen wird. Leider können wir bei den Mehrheitsverhältnissen nicht wirklich damit rechnen, dass das eine Frau wird. Das muss beim nächsten Mal anders sein.

Euro oder D-Mark?

Ich will den Euro und will ihn stabiler machen durch bessere gemeinsame Regeln und Finanzpolitik!

Was halten Sie für Ihre größte Errungenschaft als Politikerin?

Den Atomausstieg und die Energiewende. Und das gilt nicht nur für Deutschland. Mehr als die Hälfte der EU-Staaten sind wegen der Proteste nie eingestiegen oder haben den Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Ein wenig Wahlkampf-irre. Aber sonst zuversichtlich und voller Energie für die nächste Legislaturperiode!

Ihr Motto für die Europawahl?

Die EU muss sich verändern. Sie muss gerechter, sozialer und nachhaltiger werden. Aber das können wir nur mit einem klaren, starken Bekenntnis zu Europa erreichen.

Als gebürtige Niedersächsin ist Rebecca Harms (57) schon früh von der Anti-Atomkraft-Bewegung politisch geprägt worden. Bereits 1984 machte die gelernte Gärtnerin erste Begegnungen mit der EU: Sie ging als Assistentin der grünen EU-Abgeordneten Undine von Blottnitz mit nach Brüssel. Von 1994 war sie zehn Jahre Abgeordnete im niedersächsischen Landtag und ab 1998 Fraktionsvorsitzende der Grünen. Bei der Europawahl 2004 zog sie als Spitzenkandidatin von Bündnis 90/ Die Grünen ins Europaparlament ein, wo sie seit 2009 Fraktionsvorsitzende der Grünen ist. Rebecca Harms lebt mit ihrem Mann im Wendland. 

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