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Startseite@mediasresRote Karte für Mehmet Scholl10.08.2017

SportjournalismusRote Karte für Mehmet Scholl

Der Fußballexperte Mehmet Scholl wird nicht mehr für das Erste kommentieren. Dem Ex-Nationalspieler hatte die kritische Berichterstattung der ARD nicht gepasst. Carsten Upadek aus der Dlf-Sportredaktion nennt die Gründe für die Trennung.

Carsten Upadek im Gespräch mit Antje Allroggen

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Der Ex-Fußballprofi Mehmet Scholl. Neben seiner Tätigkeit als Fußballexperte unterstützt er mit seinem Plattenlabel "Millaphon" um Nachwuchsmusiker. (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)
Mehmet Scholl hat neun Jahre für die ARD als Experte gearbeitet. (picture alliance / dpa / Andreas Gebert)
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Mehmet Scholl ARD und Scholl beenden Zusammenarbeit

Die ARD und ihr Fußball-Experte Mehmet Scholl trennen sich, teilte die ARD heute mit. Man habe sich darauf geeinigt, die Zusammenarbeit "ab sofort" zu beenden. Der ehemalige Fußballspieler war neun Jahre lang als Experte im Ersten zu sehen gewesen. 

Grund war die Einmischung des ehemaligen Spielers in redaktionelle Entscheidungen. Scholl hatte nicht gepasst, dass die ARD  beim Confederations-Cup vor dem Halbfinalspiel zwischen Chile und Portugal einen Beitrag über die Dopingvorwürfe gegen Russlands Nationalteam senden wollte. Bei zwei Spielen, für die er als Experte eingeplant war, erschien Scholl deshalb nicht . 

Experten sollen einordnen und erklären

In seiner Hörfunk-Sendung "Mehmets Schollplatten" im Bayerischen Rundfunk gab der 46-jährige Ex-Nationalspieler den Zusammenhang auch ganz offen zu: "Dann hab ich einfach gesagt: Nee, ich hab noch nie was gesagt in neun Jahren. Ich möchte, dass die Story für diesen schönen Tag draußen bleibt. Und da haben die gesagt, die bleibt nicht draußen und ich darf mich nicht ins Programm einmischen - und da hab ich gesagt: Ich geh. Und dann bin ich gegangen."

Carsten Upadek aus der Dlf-Sportredaktion ordnete die Trennung im Gespräch mit Antje Allroggen ein: Scholl sei als Experte engagiert worden, der einordnen und erklären soll. Redaktionelle Entscheidungen stünden ihm nicht zu: "Er hat sich nicht in die Themenplanung einzumischen". Scholl habe sich auch früher eher verharmlosend zum Thema Doping geäußert und andere Meinungen vertreten als ausgewiesene Fachleute zu diesem Thema. Er wolle Scholl damit nicht unterstellen, so Upadek, dass dieser "irgendwas decke".

Der Vertrag zwischen Scholl und der ARD sollte ursprünglich bis Ende 2018 laufen.

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