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StartseiteCampus & KarriereSprachtrainer für unterwegs30.01.2008

Sprachtrainer für unterwegs

Mobiles Lernen auf der Messe Learntec 2007 in Karlsruhe

Lernen in allen Lebenslagen, vor allem dann, wenn man unterwegs ist - das ist ein Schwerpunkt auf der "Learntec" in Karlsruhe. Die Bildungsmesse präsentiert neue Lerntechnologien und neue Lernprogramme. Das mobile Lernen ist dabei immer mehr im Trend.

Von Thomas Wagner

Ich telefoniere nicht, ich lerne Spanisch. (Stock.XCHNG)
Ich telefoniere nicht, ich lerne Spanisch. (Stock.XCHNG)
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Learntec

Statt einer Halskette trägt Kirsten Warweg einen so genannten USB-Stick, also ein winziges elektronisches Speicherelement, an einem schmucken Bändel.

"Also wir nennen es einen Sprachkurs für die Hosentasche. Da ist ein Sprachkurs vorinstalliert auf diesem USB-Stick. Und den kann man auf jedem PC überall auf der Welt anstecken und dann Sprachen lernen."

Der Sprachkurs aus der Hosentasche funktioniert so: Auf dem USB-Stick ist das komplette Lernprogramm abgespeichert. Der erste Schritt: Diesen Stick in den Computer stecken. Dann wird das Übungsprogramm gestartet - und zwar genau an der Stelle, an der der Nutzer das letzte Mal die Lektion beendet hat. Kirsten Warweg sieht auf dem Bildschirm einen Lückentext ; die fehlenden Worte spricht sie in ein Mikrofon. Auf dem Monitor sieht sie sofort, ob ihre Antworten richtig oder falsch waren. Ist der Rechner gerade online, können zudem Tutoren übers Internet den Lernerfolg beurteilen. Kirsten Warweg ist Mitarbeiterin der "digital publishing ag" in München, die diese Sprachkurse für die Hosentasche oder für das Halsband entwickelt hat.

"Es startet also die Lernsoftware bei dem Stand, wo man zuletzt aufgehört hat. Es heißt, ganz egal, an welchem Rechner man ist, ob im Büro, im Internet-Café oder zuhause oder mit dem Laptop irgendwo auf Reisen unterwegs: Man hat immer den richtigen Lernstand dabei und immer den richtigen Kurs für sich selbst in der Hosentasche."

Ganz bewusst haben die Entwickler den 'Sprachkurs für die Hosentasche' für Computer entwickelt, die nicht immer mit dem Internet verbunden sein müssen. Denn vor allem Versicherungen und Banken nutzen das System für die betriebliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Für den Lernerfolg reicht es aus, wenn der Stick so alle zwei bis drei Wochen in einen Computer kommt, der mit dem Internet verbunden ist.

"Das Programm, der Sprachkurs, schreibt die ganze Zeit mit, was man so leistet während der Arbeit mit der Lernsoftware, wie gut man etwas beherrscht, wo Schwächen und wo Stärken sind. Das ganze wird dann übermittelt, wenn man ins Internet geht, so dass der Lehrer, der in München sitzt, sieht was der Schüler, der in Timbuktu sitzt, so gelernt hat. Wir haben mittlerweile ein Netzwerk von 450 Trainern und Tutoren, die für uns arbeiten, die auf der ganzen Welt sitzen und die zu jeder tages- und Nachtzeit da ein Feedback geben können."

Zunehmend wird das System von Firmen genutzt, die in Osteuropa investiert haben. Da muss oftmals auch der Industriemeister, der einen neuen Standort aufbaut, Englisch lernen, um sich mit den Mitarbeitern vor Ort verständigen zu können. Angeboten werden derzeit aber auch Französisch, Spanisch, Italienisch und Deutsch als Fremdsprache. Neben Unternehmen zeigen immer mehr Privatkunden Interesse; sie wollen Sprachen orts- und zeitunabhängig lernen - ein Trend, den auch andere Anbieter mobiler Lernsysteme erkannt haben. Für Studierende der Fernuniversität Hagen reicht dafür bereits ein einfaches Handy aus, um eine Vorlesung mitzuhören. Andreas Bischoff, Leiter des Projektes 'Pediaphon', schickt eine sms an eine bestimmte Nummer:

"In der SMS muss ein kleiner Schlüsseltext stehen. Der heißt "pedia". Dann ein Leerzeichen. Dann der Suchbegriff, nachdem Sie suchen. Danach können Sie eine Festnetznummer anrufen, der auch zum Pediaphon-Dienst gehört, und können sich den Artikel am Handy anhören."

Gesagt, getan: Versuchen wir's mit dem Suchbegriff...Deutschlandfunk.

"Deutschlandfunk/DLF ist der Name für das informations- als auch kulturorientierte Programm des Deutschlandradios."

Eine synthetische Stimme liest den Text vor. Derzeit sind alle Wikipedia-Artikel auf diese Weise mit dem Handy abrufbar. Lehrinhalte sollen folgen.

"Das haben wir als Nächstes vor. Im Moment haben wir schon online einen Teil einer Pratikumsbeschreibung .Daneben ist geplant, automatisch audiobasiertes Lernmaterial zu generieren."

Ein Angebot, das vor allem bei den Studierenden einer Fernuniversität auf großes Interesse stoßen wird, glaubt Andreas Bischof.

"Unsere Studenten sind zu 80 Prozent berufstätig, studieren Teilzeit. Das heißt: Sie machen das neben ihrem Beruf, sind an den Wochenenden und ständig in ihrer Freizeit mit dem Studieren beschäftigt. Da müssen sie auch kleine Pausen oder kleine Wartezeiten nutzen können, um bei uns zu lernen."

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