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StartseiteVerbrauchertippSauberer mit Discounterprodukten26.02.2018

Spülmaschinentabs im Test Sauberer mit Discounterprodukten

In rund 80 Prozent der deutschen Haushalte steht ein elektrischer Geschirrspüler. Doch nicht überall bringt er auch saubere Ergebnisse. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest zeigt, mit welchen Tabs und Flüssigmitteln sich die besten Resultate erzielen lassen.

Von Dieter Nürnberger

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Eine Hand legt einen Geschirrspültab in das Fach einer Spülmaschine ein. (imago / Fickinger)
Geschirrspültabs schnitten im Vergleich zu Gels besser ab. (imago / Fickinger)
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Der Moment der Wahrheit kommt stets beim Ausräumen der Geschirrspülmaschine. Glas und Keramik, Kunststoff oder auch edles Besteck - im Idealfall sollte alles sauber und trocken sein. Für die Stiftung Warentest war es ein Großversuch. Getestet wurden neun Multigeschirrspültabs und drei Multigele oder Gelkissen, das sind flüssige Maschinengeschirrspülmittel. Zuvor wurde natürlich ordentlich eingeschmutzt, so Warentester Reiner Metzger.

"Das muss ja für alle gleich sein. Und deswegen: Normierter Teeschmutz, Milchhaut, Pasta, Eier etc. - Dutzende verschiedener Arten von Schmutz. Die werden immer gleich aufgebracht, dann lassen wir es eintrocknen. Insgesamt haben wir rund 5.000 Teller, Gläser, Messer und so weiter beschmutzt."

Gele schneiden deutlich schlechter ab

Die Ergebnisse waren zweigeteilt: Immerhin mehr als die Hälfte der Spülmittel punktete durch eine gute Reinigungsleistung, dem wichtigsten Kriterium im Test. Differenzierter waren die Ergebnisse in den Disziplinen Klarspülen, Trocknen und Materialschonung. Interessant: Vor allem die als besonders flexibel dosierbar beworbenen Multigele oder Gelkissen konnten nicht mithalten, zweimal wurde hier sogar die Bewertung "mangelhaft" vergeben.

"Diese Gele und Gelkissen sind eine relativ neue Sache am Markt. Aber sie sind noch nicht ausgereift. Sie sind also deutlich schlechter als die Tabs. Und wir würden sie nicht empfehlen. Diese Gele reinigen viel schlechter und sie haben auch oft ein Problem mit der Materialschonung. Oder Sie haben dann Kalkbeläge auf dem Geschirr - nach 20 oder 30 Spülgängen. Dann sieht dies völlig milchig aus."

Mit Geschirrspülsalz gegen Kalkbeläge

Die Vermeidung von Kalkbelägen erwies sich als besondere Herausforderung für einige Maschinengeschirrspülmittel. Wichtig vor allem für Haushalte mit sehr kalkhaltigem Leitungswasser. Der Kalk schlägt sich dann oft als milchiger Belag auf Geschirr und Gläsern nieder. Zwar beinhalten die Tabs oder Gele in der Regel auch entsprechende Enthärtersubstanzen, doch per se drauf verlassen sollte man sich nicht, sagt Reiner Metzger.

"Wenn Sie aber eine Wasserhärte über 21 Grad haben, dann müssen Sie noch zusätzlich ein Salz hinzufügen. Die Wasserhärte können Sie bei ihrem Wasserwerk erfragen. Das ist von Region zu Region sehr unterschiedlich. Es gibt Geschirrspülsalz, was man in jede Maschine reinmachen kann. Die hat einen Tank und die Maschine fügt das automatisch hinzu. Die messen, wie hart das Wasser ist und geben dann entsprechend von diesem Salz was dazu. Das können Sie im Supermarkt kaufen, das steht gleich neben den Geschirrspültabs."

Discounterprodukte besser als Markenware

Die gute Nachricht dieser Untersuchung: Bis auf das mit "mangelhaft" bewertete Discounter-Produkt "Shine - All in one" von Netto schnitten alle anderen günstigen Geschirrspültabs mit "gut" ab. Sie kosten pro Stück auch nur 7 oder 8 Cent.

Warentester Reiner Metzger: "Unser Testsieger ist von Aldi - 'Alio Complete'. Das kann alles ziemlich gut. Ist zwar nirgendwo der Supersieger, aber macht total klare Gläser und hinterher sind keine Tropfen drauf. Es reinigt auch gut. Schwächelt allerdings etwas bei Tee und Pasta. Wir haben auch noch Mittel, die besser putzen - zum Beispiel von Edeka oder Lidl. Die sind aber nicht so gut beim Entkalken und auch nicht ganz so gut beim Trocknen - da haben Sie dann eher mal ein Tropfen Wasser drauf."

Das Fazit der Untersuchung ist eindeutig: Günstige Geschirrspültabs vom Discounter oder aus dem Drogeriemarkt wurden von der Stiftung Warentest besser bewertet als die bekannten Markenprodukte, die oft das Doppelte kosten. 

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