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Staatssekretärin: Bund stellt Unis notwendige Mittel zur Verfügung

Unis benötigen Finanzierung von 300 000 weiteren Studienplätzen

Cornelia Quennet-Thielen im Gespräch mit Ulrike Burgwinkel

2013 haben sich 520.000 Interessierte für einen Studienplatz beworben.
2013 haben sich 520.000 Interessierte für einen Studienplatz beworben. (picture alliance / dpa)

Die Kultusministerkonferenz hat hochgerechnet, dass wegen hoher Bewerberzahlen 300.000 Studienplätze bis 2015 fehlen werden. Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium sagt, dass der Bund im Hochschulpakt bereits fünf Milliarden für diesen Zeitraum eingeplant habe.

Ulrike Burgwinkel: Prognosen haben es in sich: Für 2013 wurden 420.000 Studienanfänger erwartet, es waren allerdings schon im Jahr 2011 erheblich mehr, nämlich 520.000, die an die Hochschulen des Landes drängten. Verrechnet ... hat sich zunächst mal die Kultusministerkonferenz. Und sofort wird wieder nach mehr Geld gerufen, so der Präsident der Hochschulrektorenkonferenz Horst Hippler gestern im "Handelsblatt". Cornelia Quennet-Thielen ist Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, guten Tag nach Berlin!

Cornelia Quennet-Thielen: Ja, guten Tag, Frau Burgwinkel!

Burgwinkel: Frau Quennet-Thielen, das ist ja zunächst mal erfreulich in der Tendenz: Mehr Studenten, das war das erklärte Ziel der Bildungspolitiker. Aber wie kam dann jetzt diese Fehleinschätzung zustande?

Quennet-Thielen: Ja, in der Tat, Frau Burgwinkel, sehen wir hier eine ganz hervorragende Entwicklung: Viel mehr junge Menschen haben sich entschieden, ein Studium zu beginnen. Seit 2008 sind die Zahlen auf 515.000 gestiegen, da hatten wir einen Zuwachs um 30 Prozent. Und der lag deutlich über dem, was die Länder in ihrer Prognose festgelegt hatten. Die Länder waren in diesen Jahren von 91.000 zusätzlichen Studienanfängern ausgegangen und wir haben 185.000 zusätzliche Studienanfänger bis 2010 an unseren Hochschulen gesehen. Und das hat die KMK dazu veranlasst, ihre Prognose zu überprüfen, und sie hat die Prognose auf die von Ihnen genannten Zahlen angehoben.

Burgwinkel: Aber eine Erklärung für diese Fehleinschätzung hätten Sie die vielleicht auch? Wie kommt so was zustande?

Quennet-Thielen: Nun, Sie wissen, die Zukunft kann man nie sicher vorhersagen und die Entwicklungen insgesamt, die Demografie, das Entscheidungsverhalten der jungen Menschen ... Es machen viel mehr junge Menschen Abitur, es entscheiden sich mehr junge Menschen für ein Studium. Das sind sicher nicht alles Faktoren, die da eine Rolle spielen, aber wenn Sie es ganz genau wissen wollten, da müssen Sie die KMK schon selber fragen, die diese Prognose entwickelt hat.

Burgwinkel: Ja. Aber wichtiger ist jetzt eigentlich auch die Frage: Was ist jetzt zu tun? Man braucht wahrscheinlich eine ganze Menge mehr Geld?

Quennet-Thielen: Nun, Bund und Länder haben ja schon seit 2008 den Hochschulpakt gemeinsam beschlossen, mit dem sie die Finanzmittel für die zusätzlichen Studienanfänger zur Verfügung stellen. Das haben wir gemeinsam getan, auf der Basis auch von Prognosen, die dann um das Doppelte übertroffen wurden. Und wir haben uns dann auch gemeinsam entschieden, die Mittel entsprechend zu erhöhen. Mit Blick auf die Zukunft und die künftigen Studienanfängerinnen und -anfänger haben wir im Hochschulpakt derzeit fünf Milliarden an Bundesmitteln bis zum Jahr 2015 eingeplant. Das ist zunächst mal genau das, was man vonseiten des Bundes auch braucht für die nächsten Jahre mit Blick auf die zusätzlichen Prognosen.

Burgwinkel: Was halten Sie von der Einschätzung, dass man bis zu sieben Milliarden Euro mehr braucht, dass sogar 300.000 Studienplätze sogar noch fehlen bis 2015?

Quennet-Thielen: Es fehlen nicht die Studienplätze, sondern es fehlen sozusagen die Mittel, um das in Gang zu bringen. Herr Hippler hat ja in seinem Interview von fünf bis sieben Milliarden gesprochen, da hat er erkennbar auch schon Unsicherheiten mit eingeplant. Wenn es mehr werden, als die prognostizierten, da sind sich Bund und Länder völlig einig, dann werden wir auch darüber gemeinsam weiter verhandeln. Die Bundesregierung hat hier immer ganz verlässlich an der Seite der Studierenden gestanden und an der Seite der Hochschulen und die Mittel, die notwendig waren, auch zur Verfügung gestellt. Und das Gleiche erwarten wir von den Bundesländern.

Burgwinkel: Diese Zusage sollte ja nun die zukünftigen Studierenden zuversichtlich stimmen! Die Zusage von Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im BMBF.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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