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"Stalingrad ist eine Stadt des Grauens und Schreckens geworden"

November 2002: In seiner Reihe "Feldpostbriefe aus Stalingrad" sendet der DLF von Hörern eingesandte Originalzeugnisse von Soldaten an der Ostfront:

Zitat Gustav Adolf Alberts: Stalingrad ist eine Stadt des Grauens und Schreckens geworden, eine Stadt in Schutt und Asche.

Sprecher: Der Gefreite Gustav Adolf Alberts am 21. September 1942.

Zitat Alberts: Ganze Arbeiterviertel und Fabriken sind restlos niedergebrannt. Der Bevölkerung steht jetzt noch der Schrecken auf der Stirn gemalt. Sie sind obdachlos geworden. Gleichgültig kramen sie in ihren Schutthaufen herum, ob nicht doch noch irgendein Kleidungsstück unversehrt geblieben ist. Auf der Wolga sind lediglich Trümmer von Tankern oder sonstigen Schiffen zu beobachten.

Sprecher: Alberts fällt fünf Monate später in Stalingrad. Schon bevor die sowjetische Armee ihren Ring um die deutschen Truppen schließt, ist die Industriestadt an der Wolga in einem Maße zerstört, wie es die Soldaten aus Deutschland noch nicht kennen. Der Obergefreite Karl Bühler beschreibt am 18. November seine Eindrücke von Stalingrad. Zwei Monate später ist er verschollen.

Zitat Bühler: In den Wracks von Wohnungen fanden wir unter anderem eine junge Frau, mit Lumpen bedeckt, die in ihren letzten Zügen gelegen sein mochte und meines Erachtens den Hungertod fand, denn nirgends war eine Menschenseele. Sicherlich war schon wochenlang niemand mehr in diese eingestürzte Bude gekommen, einfach furchtbar.

Sprecher: Auch der Soldat Hans Michel gehört zu denen, die über das Ausmaß der Zerstörung entsetzt sind:

Zitat Hans Michel: Ich denke oft an euch, wenn ich so kaputte Spielsachen, Puppen, Schaukelpferde, Christbaumschmuck und so weiter zwischen den Trümmern finde. Zwischendrin liegen tote Russen, die zum Teil von wildernden Katzen angefressen sind. Es lässt einen kühl, man steigt kalt darüber hinweg.

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