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Stark umkämpfter Immobilienmarkt

Deutsche Wohnen kämpft um den Platz 1 der börsennotierten Wohnungsgesellschaften

Von Michael Braun

Immobilien sind derzeit sehr gefragt. (AP)
Immobilien sind derzeit sehr gefragt. (AP)

Auf dem Immobilienmarkt wechseln derzeit viele Wohnungen und Wohnkomplexe den Besitzer. Denn Immobiliengesellschaften sind auf Einkaufstour. Mit dabei ist auch der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen, der heute wieder gute Geschäftszahlen zum dritten Quartal vorgelegt hat.

Die Angst, der Euro könne in der Schuldenkrise Schaden nehmen, treibt viele um. Aber nicht bei jedem reicht das Geld, um damit in eine eigene Wohnung, ein eigenes Haus flüchten. Aktien von Immobilienunternehmen sind deshalb gefragt. Die der Wohnungsimmobiliengesellschaft Deutsche Wohnen ist dieses Jahr um mehr als 40 Prozent gestiegen. Getrieben wird der Kurs auch von einer guten Nachfrage nach dem, was sie anbietet:

"Was wir die letzten 18 Monate hier in Deutschland erleben, ist, dass die Mieten anfangen zu steigen. Da haben wir jetzt eine Dynamik im Markt für die großen Märkte, die wir bisher so noch nicht gesehen haben. Das ist der Hauptantrieb für alles."

Sagt Thomas Rothäusler, Immobilienanalyst der Commerzbank. Das gilt nicht für jeden Markt, aber doch für die großen Immobilienmärkte in den Städten und in deren Umfeld. Da ist die Deutsche Wohnen präsent. Im Großraum Berlin, im Rhein-Main-Gebiet und rund um Düsseldorf im Rheinland liegen die Immobilien, die sie nicht nur als Kernbestand, sondern als "Kernbestand plus" definiert. Der Zahl nach liegen dort 63 Prozent der Wohnungen, dem Wert nach 70 Prozent. Der Leerstand liegt bei nur 1,9 Prozent – in ländlichen Gebieten ohne große Affinität zu Wirtschafts- oder Verwaltungszentren ist der Leerstand gut viermal höher. Die Deutsche Wohnen nutzt die Nachfrage, die sich im geringen Leerstand in gut gehenden Regionen zeigt. Vorstandschef Michael Zahn sagte heute in einer Telefonkonferenz:

"Das ist eine starke Position, um die Mieten zu erhöhen. Das testen wir. Und deshalb erhöhen wir Jahr für Jahr die Mieten."

Nicht nur das. Die Deutsche Wohnen wolle auch wachsen, vornehmlich im Umfeld ostdeutscher Städte wie Dresden, Leipzig und Erfurt, kündigte Zahn an. Eine außerordentliche Hauptversammlung soll Anfang Dezember neues Kapital schaffen. Denn das Geld, das die letzten beiden Kapitalerhöhungen eingebracht haben, ist investiert. Und bis Mitte nächsten Jahres will der Vorstand nicht warten, sondern aktuelle Gelegenheiten nutzen. Er versichert aber, dabei nichts zu übereilen:

"Wir wollen nachhaltig wachsen. Und wir wollen zu guten Bedingungen einkaufen. Aber der Wettbewerbsdruck steigt. Und manchmal sind die Preise einfach zu hoch."

Und dem Konkurrenten Gagfah will die Deutsche Wohnen nicht nacheifern. Dessen Aktie ist zwar in den letzten zwölf Monaten gut doppelt so stark gestiegen wie die der Deutschen Wohnen, allerdings von sehr niedrigem Niveau aus. Denn hohe Schulden hatten die Gagfah gezwungen, Immobilien mit Verlust zu verkaufen.

"Die Deutsche Wohnen ist in einer ganz anderen Position. Die Deutsche Wohnen expandiert, kauft Portefolien. Eine Gagfah ist gezwungen, Portfolien zu verkaufen. Deswegen ist es eine genau gegensätzliche Situation."

Erklärt Thomas Rothäusler von der Commerzbank. Die Deutsche Wohnen hat heute ihre Ergebnisprognose für 2012 zum zweiten Mal in diesem Jahr verändert: nach oben. Das operative Ergebnis aus dem laufenden Geschäft soll nun bei mindestens 65 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen heute mit. Im Sommer war noch von 60 bis höchstens 65 Millionen die Rede gewesen.

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