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StartseiteVerbrauchertippAkkubetrieb macht selten sauber 29.01.2018

StaubsaugerAkkubetrieb macht selten sauber

Kabellose und akkubetriebene Staubsauger-Modelle boomen derzeit regelrecht. Doch können sie auch wirklich Staub und Schmutz verlässlich aufnehmen? Die Untersuchungsergebnisse der Stiftung Warentest waren bis auf wenige Ausnahmen nicht überzeugend.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Handstaubsauger der Firma Dyson  (picture-alliance/ dpa/ Rainer Jensen)
Der Trend geht inzwischen zum handlichen Zweitgerät (picture-alliance/ dpa/ Rainer Jensen)
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Zugegeben: Manchmal ist es etwas mühsam, bei kleineren Verschmutzungen auf dem Teppich gleich den großen Bodenstaubsauger heranzuholen. Denn der ist mit großer Staubbox und langem Saugschlauch doch etwas sperrig. Weshalb der Trend inzwischen recht oft zum handlichen Zweitgerät geht - dem Akku-Staubsauger. Sie sind relativ schmal und auch flexibler einsetzbar, sagt Warentester Falk Murko:

"Das sind Handstaubsauger, die ohne Kabel arbeiten. Man ist somit frei in der Bewegung, man kann überall hin. Diese Staubsauger haben oft ein eingebautes Teil zum Herausnehmen. Das wird dann ein Handsauger, mit dem man beispielsweise auf dem Tisch die Frühstücks-Krümel wegsaugt. Das haben nicht alle, aber die meisten."

"Acht von zehn saugen nicht gut"

Untersucht wurden zehn Akku-Staubsauger. Sie kosten zwischen 100 und 500 Euro. Hauptkriterium dabei war natürlich die Saugleistung. Getestet wurde auf Teppich- und auch Hartböden, ebenso ging es um spezielle Verschmutzungen wie Tierhaare oder Kaffeepulver. Die meisten Saugergebnisse waren "mangelhaft".

"Acht von zehn saugen nicht gut. Im Grunde saugt auch nur einer wirklich gut und der zweite hat noch ein "befriedigend" bekommen, weil er zumindest auf glatten Böden es noch einigermaßen hinbekommt. Die anderen aber sind schlecht. Es kommen noch weitere Kritikpunkte hinzu: Viele Sauger blasen Feinstaub in die Raumluft, was sehr unangenehm ist. Und ein dritter negativer Punkt: Die meisten Staubsauger sind sehr laut."

Die Akku-Staubsauger sammeln den Staub in einer Box und nicht - wie bei den meisten Bodenstaubsaugern - in einem Beutel. Die Hälfte der Test-Modelle hatte Schwierigkeiten, den Staub im Gerät zu behalten und nicht wieder in die Raumluft zu pusten. Eine weitere Enttäuschung: Die kabellosen Sauger halten nicht lange durch:

"Den Akkusauger geht relativ schnell die Puste aus. Der Beste im Test saugt gut, aber nur für 15 Minuten. Die anderen, die aber weniger gute Saugeigenschaften haben, können bis zu rund 30 Minuten arbeiten - aber für eine Grundreinigung einer Wohnung reicht das generell nicht aus, es ist eher etwas für eine Zwischenreinigung."

Die teureren Akku-Staubsauger lagen vorn

An den überwiegend negativen Untersuchungsergebnissen konnten auch ein paar Ausstattungs-Extras der Akku-Staubsauger nichts mehr ändern. Denn was nützt eine rotierende Elektrodüse, die bei allen Test-Modellen zum Standard gehörte, wenn die Saugleistung zu schwach ist. Die teureren Akku-Staubsauger lagen in der Untersuchung vorn, doch letztendlich kann Warentester Falk Murko selbst den Testsieger nur eingeschränkt empfehlen.

"Das ist der 'Bosch', der hat zwar auch Nachteile, aber was die Saugleistung angeht, ist er der beste. Da kann er mit einem großen Bodenstaubsauger sogar konkurrieren. Er hat Nachteile in der Handhabung, Er ist nicht sehr praktisch als Kleinsauger. Der Umbau ist sehr umständlich, aber für die Grundreinigung, für Böden und Teppiche ist er empfehlenswert. Kostet leider 400 Euro, das ist nicht wenig. Die durchgefallenen Sauger gibt es schon ab 100 Euro, aber es lohnt sich eigentlich nicht - weil ihre Leistung nicht ausreicht."

Vor einem halben Jahr untersuchte die Stiftung Warentest übrigens herkömmliche Bodenstaubsauger ohne Akkubetrieb. Die meisten reinigten gründlich - egal, ob mit Staubbeutel oder Staubbox. Und gut bewertete Modelle sind schon ab rund 200 Euro zu haben.

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