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StartseiteVerbrauchertippGute Reinigungsleistung auch mit wenig Watt10.07.2017

StaubsaugerGute Reinigungsleistung auch mit wenig Watt

Anfang September tritt die zweite Stufe der EU-Ökodesign-Verordnung in Kraft: Künftig dürfen nur noch Staubsauger neu auf den Markt kommen, die bestimmte Vorgaben bei Energieverbrauch und Lärm einhalten. Die Industrie hat effizientere Modelle auf den Markt gebracht - mit weniger Watt.

Von Dieter Nürnberger

Eine Frau saugt mit einem Staubsauger den Fußboden eines Wohnzimmers. (picture alliance / dpa / Tobias Hase)
Ab einer Reinigungszeit von zwei Stunden pro Woche empfiehlt die Stiftung Warentest den Kauf eines der neuen Staubsaugermodelle nach EU-Ökodesign-Verordnung. (picture alliance / dpa / Tobias Hase)
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Dieser Staubsauger wurde vor über 15 Jahren gekauft, und er funktioniert auch noch. Allerdings ist der Energieverbrauch von 1.400 Watt inzwischen recht antiquiert. Denn nach den Vorgaben der EU-Ökodesign-Richtlinie müssen Neugeräte deutlich effizienter sein. 12 Bodenstaubsauger der neuen Generation wurden von der Stiftung Warentest untersucht - und sie alle halten die EU-Vorschriften penibel ein, sagt Hausgeräte-Experte Reiner Metzger:

"Die neue Richtlinie heißt: Staubsauger dürfen nur noch einen 900-Watt-Motor haben. Außerdem dürfen Staubsauger nur noch 80 Dezibel laut sein. Das ist eine Obergrenze. Und diese Richtlinie wird auch gut eingehalten - kein Problem festgestellt in diesen beiden Bereichen."

Energielabel als Orientierung für Verbraucher

Als Orientierung für die Verbraucher tragen Staubsauger seit 3 Jahren zudem ein Energielabel. Sechs unterschiedliche Eigenschaften werden hier bewertet. Die Skala reicht vom Buchstaben A - was am besten ist - bis G. Auch diese Deklarationen stimmen im Großen und Ganzen, sagt Warentester Reiner Metzger. Allerdings gibt es unterschiedliche Testmethoden: 


"Wir haben beim Saugvermögen eine Differenz: Wie gut ist er auf Teppich, wie gut ist er auf Hartboden? Das EU-Label schreibt hier einen leeren Beutel vor - und dann saugen Sie los. In der Praxis haben Sie aber fast nie einen leeren Beutel, da ist meist etwas drin. Deshalb testen wir mit einem halb vollen Beutel und saugen dann. Und da sehen Sie Unterschiede."

Modell-Austausch: "Nur bei Reinigungszeit von zwei Stunden pro Woche"

In der Warentest-Untersuchung gab es bis auf drei Ausnahmen nur gute Bewertungen. Was belegt, dass es auch mit geringerem Wattverbrauch sauber wird. Doch lohne sich der Austausch eines alten Modells allein aufgrund der gesparten Energiekosten nur bei einer Reinigungszeit von mindestens zwei Stunden pro Woche. Reiner Metzger sieht aber auch andere Vorteile der neuen Staubsauger-Generation: 

"Das sieht man bei so einem Punkt wie dem Staubrückhaltevermögen. Also: Wie viel bläst der Sauger hinten wieder raus. Und das ist inzwischen sehr gering. Das Staubrückhaltevermögen ist inzwischen sehr gut. Alle halten unheimlich gut den Staub zurück. Das war in früheren Jahren ganz anders."

Zwölf Modelle im Test

Die meisten der untersuchten zwölf Modelle sind technisch somit ausgereifter als ihre Vorgänger. Egal übrigens, ob sie noch mit oder ohne Staubbeutel betrieben werden. Was für viele Käufer fast schon eine Art Glaubensfrage zu sein scheint, so der Warentest-Experte:

"Wenn Sie einen Staubsauger mit Beutel haben, dann müssen sie stets die Beutel nachkaufen. Sie müssen Sie da haben - und das kostet. Bei einem mit Box haben Sie das nicht: Sie müssen aber mit dieser Box zur Mülltonne gehen, diese öffnen und den Staub da offen reinschütten. Das empfinden viele als unhygienisch, da ist immer eine Staubwolke im Spiel."

Neun der zwölf Testmodelle erhielten eine gute Bewertung - jene ohne Beutel, mit einer Staubbox also, sind etwas teurer:

"Wenn Sie den Preis-Leistungs-Sieger haben wollen, dann sollten Sie das Modell von "Severin" nehmen - mit Beutel. Der kostet knapp 160 Euro und saugt gut. Bei den absoluten Siegern haben wir einmal mit Beutel den "Siemens" und ohne Beutel den "Bosch" mit Staubbox. Das erste derartige Modell mit einem gutem Staubergebnis."

Die beiden Testsieger kosten 208 bzw. 278 Euro. Zwei gute Beispiele dafür, dass es auch mit weniger Watt durchaus sauber wird.

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