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StartseiteVerbrauchertippUnter dem Strich oft ein Minusgeschäft07.04.2017

SterbeversicherungUnter dem Strich oft ein Minusgeschäft

Eine Beerdigung kostet zwischen 3.000 und 5.000 Euro. Da seit 2004 die gesetzlichen Krankenkassen kein Sterbegeld mehr zahlen, muss man privat vorsorgen, wenn die Hinterbliebenen nicht für die Bestattungskosten aufkommen sollen. Doch lohnt sich die sogenannte Sterbegeldversicherung?

Von Klaus Deuse

Ein Holzsarg in einem Auto eines Bestattungsunternehmens bei einer Beerdigung (picture alliance / zb)
Ein Sterbeversicherung deckt zwischen 5.000 und 10.000 Euro ab. (picture alliance / zb)
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Für ihr Alter fühlt sich die Mittfünfzigerin Barbara Fischer noch ganz fit. Aber passieren, sagt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern, kann immer etwas. Und darum will sie für den Fall der Fälle vorsorgen.

"Ich kenne das noch von Zuhause, von meinen Eltern, die auch diese Sterbegeldversicherung hatten. Wenn sie mal sterben, dass einfach die Angehörigen da jetzt nicht noch viel bezahlen müssen und ihre Beerdigung im Grunde genommen in trockenen Tüchern ist. Und das überlege ich eigentlich auch für mich."

Sterbegeldversicherungen kann man bei Sterbekassen oder Lebensversicherungen abschließen. Die meisten Versicherungen fragen vor Abschluss des Vertrages nach dem Gesundheitszustand. Auf dieser Basis kalkulieren sie das Sterberisiko und berechnen den Beitrag für die vereinbarte Summe, die im Todesfall an die Hinterbliebenen ausgezahlt werden soll. 

"Gängige Größenordnungen sind hier zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Es kommt auf den Versicherer an. Aber das sind solche Summen, die durchaus üblich sind bei solchen Sterbegeldversicherungen", sagt Philipp Opfermann, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale NRW. Und wie bei allen Risikoversicherungen gilt auch hier die Devise:

"Je jünger man abschließt, je günstiger ist natürlich die Prämie."

Eher ein Gefühl, vorgesorgt zu haben

Die Anbieter solcher Versicherungen weisen natürlich auf die Vorzüge einer solchen Vorsorge hin. Zum Beispiel darauf, dass die vereinbarte Gesamtsumme in der Regel auch dann ausgeschüttet wird, wenn der Versicherte schon einige Jahre vor dem Einzahlungsende verstirbt. Und dass das Geld vor dem Zugriff von Sozialbehörden sicher sei. Mit Transferleistungen wie Hartz IV oder Pflegegeld darf eine Sterbegeldversicherung nämlich nicht verrechnet werden. Gründe, die vor allem Ältere zu einem Abschluss bewegen können. Denn auch für über 60-Jährige bieten Versicherungen solche Policen an. Wer mit 60 einen Vertrag abschließt, zahlt im Schnitt bis zum 85. Lebensjahr etwa 25 Euro monatlich. Rechnerisch kommt dabei eine angesparte Summe von 7.500 Euro heraus. Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale NRW stellt dazu grundsätzlich fest:

"Die Versicherung selbst deckt keine Kosten ab, sondern zahlt im Todesfall eine Summe an die Hinterbliebenen aus. Die können davon zum Beispiel die Beerdigungskosten bezahlen."

Und Versicherungsexperte Opfermann gibt zu bedenken:

"Man sichert hier in erster Linie ein Risiko ab. Bei der Sterbegeldversicherung vielleicht auch eher das gute Gefühl, vorgesorgt zu haben. Unter dem Strich ist es aber oft ein Minusgeschäft. Das heißt: ich zahle mehr Beiträge, als meine Hinterbliebenen nachher ausgezahlt bekommen in der Summe. Und von daher ist es für Ältere zu überlegen, ob die Sterbegeldversicherung das richtige Mittel ist."

Wer mehr als die Kosten für die Beisetzung frühzeitig ausreichend absichern möchte, dem rät Philipp Opfermann:

"Für jüngere Leute ist die Risikolebensversicherung die bessere Variante, um seine Hinterbliebenen tatsächlich abzusichern."

Aber auch für im Lebensalter Fortgeschrittene gibt es einen Tipp vom Verbraucherberater, wie man sich günstiger im Interesse der Hinterbliebenen auf seinen irdischen Abschied vorbereiten kann: 

"Wer schon höheren Semesters ist und was machen möchte, der kann vielleicht selber Geld zur Seite legen, einen Banksparplan machen und regelmäßig eben für den Fall der Fälle eben vorsorgen, damit er den Hinterbliebenen dann auch eine gewisse Summe zur Verfügung stellen kann." 

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