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StartseiteVerbrauchertippSteuerprogramm im Test18.04.2017

Steuererklärung am PCSteuerprogramm im Test

Nach einer Leserumfrage der Stiftung Warentest erledigt die Hälfte der Befragten ihre Steuererklärung inzwischen selbst. Software gibt es einige, doch sollte man beim Kauf einiges beachten. Denn auch wenn alle Programme grundsätzlich richtig rechnen, gibt es erhebliche Unterschiede - vor allem, wenn es um Kapitalerträge und Freibeträge geht.

Von Dieter Nürnberger

Eine Einkommenssteuererklärung und eine CD. (imago stock&people)
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Ein Steuerprogramm sollte gut bedienbar sein, den Nutzer sicher durch den eigenen Steuerfall führen und am Ende auch alles richtig berechnen können. Untersucht wurde Programme, die sich entweder per Download auf dem heimischen Computer installieren lassen oder auch solche, die ohne Installation im Browser direkt anwendbar sind. Doch nur wenige der Programme konnten wirklich überzeugen, so Markus Fischer von der Stiftung Warentest:

"Wenn man sich die Programme anschaut - sie rechnen im Prinzip alle richtig. Das Problem ist eher: Sie stellen nicht die richtigen Fragen. Sie bringen mich nicht dazu, das anzugeben, was für meinen Fall das richtige wäre. Und so kann es passieren, dass zum Beispiel der Kinderfreibetrag falsch ausgerechnet wird und plötzlich teilt das Programm mit, dass man nachzahlen muss. Obwohl ich in Wahrheit etwas zurückkriegen müsste. So etwas ist problematisch."

Problematisch deshalb, weil bei einer falsch errechneten Nachzahlung der Steuerzahler auf die Einreichung der Steuererklärung beim Finanzamt verzichten könnte.

Test von einfach bis kompliziert

Die Warentester setzten neben Experten auch rund 100 Laien vor die Computer. Einzugeben waren drei unterschiedliche Steuerfälle - von einfach bis kompliziert, da beispielsweise Entlassungsentschädigungen, Kapitalerträge oder auch Einnahmen aus Vermietung mit angegeben werden mussten.

"Wir haben bei einem Programm festgestellt, - bei 'Lohnsteuer Kompakt' - dass tatsächlich die Anlage KAP für Kapitalerträge nicht wirklich integriert ist. Da geht es darum, ob ich die Steuern, die ich für meine Kapitalerträge zahle, korrigieren kann. Das wäre mit diesem Programm in vielen Fällen nicht möglich. Das hat uns etwas überrascht. Wir sind schon davon ausgegangen, dass alle Steuerformulare bei allen Programmen integriert sind."

Im Idealfall nimmt die Software den Nutzer quasi spielerisch an die Hand und leitet mit gezielten Fragen durch den Steuer-Dschungel. Doch werden ein paar Grundkenntnisse vorausgesetzt: Beispielsweise die Tatsache, dass Fahrtkosten unter Werbungskosten angegeben werden müssen. Letztlich bekamen nur drei von elf Steuerprogrammen eine gute Bewertung.

"Sehr gut ist keines, gut sind immerhin noch die Vertreter von 'Buhl Data' - das ist die 'WISO'-Reihe. Da gibt es zum einen 'Tax', das ist die Billig-Variante. Das ist für Arbeitnehmer die absolut ausreichende Alternative. Wer beispielsweise selbstständig ist, der kann mit "Tax" nicht arbeiten - da ist nicht alles integriert. Aber für den normalen Arbeitnehmer reicht es völlig aus 'Tax' zu nehmen."

Das etwas abgespeckte "Tax"-Programm kostet 14,95 Euro, das komplexere "WISO-Steuersparbuch" und die Web-Version "Wiso-Steuerweb" jeweils knapp 35 Euro. Diese Programme werden etwas günstiger auch im Abo angeboten.

Im Zweifel zum Steuerhilfeverein

Übrigens erledigt nach einer Leser-Umfrage der Stiftung Warentest knapp die Hälfte ihre Steuererklärung inzwischen mit entsprechender Steuersoftware. Und eine deutliche Mehrheit war mit ihrer Wahl auch zufrieden. Warentester Markus Fischer:

"Steuerprogramme sind besser, als eine Steuererklärung auf dem Papier zu machen. Das muss man einfach so sagen. Wer aber noch überhaupt keine Ahnung hat, sollte sich ein bisschen in das Thema einlesen, um wirklich eine korrekte Steuererklärung abzugeben. Wenn Sie selbst völlig unsicher sind, was Sie überhaupt eintragen müssten, dann gibt es für Arbeitnehmer den Lohnsteuerhilfeverein oder für Selbstständige den Steuerberater. Die wissen auf jeden Fall besser Bescheid."

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