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Sticheln und Nörgeln im Doppelbett

Malediva feiert mit "Pyjama Party" Premiere

Von Oliver Kranz

Statt Party Sticheln und Nörgeln im Doppelbett.
Statt Party Sticheln und Nörgeln im Doppelbett. (Stock.XCHNG)

Sie stehen im Ruf, die "leckersten Giftnudeln seit der Erfindung des Kabaretts" zu sein: Tetta Müller und Lo Malinke, auch bekannt als Malediva. Ihr neues Programm über einen Beziehungskrisenabend ist ein Feuerwerk an Gags und Sprachspielen - mit optimistischem Ausblick.

Ein riesiges Doppelbett dominiert die Bühne, mit Nachttischchen und kitschigen Messinglampen. Lo Malinke hat es sich auf der rechten Seite schon gemütlich gemacht.

"'Herr Malinke!'
'Schon in der Kuschelgrotte.'
'Hast du schon wieder meine Zahnbürste benutzt''
'Natürlich nicht. Ich habe die gelbe genommen.'
'Die gelbe ist meine Zahnbürste.'
'Dann nimm die grüne.'
'Nein, mit der mache ich immer den Siff von dem Bad sauber.'"

Im Inszenieren von Beziehungskrisen sind Lo und Tetta inzwischen Experten. Die beiden leben auch im realen Leben in einer eingetragenen Partnerschaft und streiten sich oft über ganz banale Dinge.

"Auch bei uns geht immer ein Fernseher an, wenn der andere liest. Und wenn der andere sich hingelegt hat, will der andere bestimmt noch was lesen, um einschlafen zu können, was ihm aber auch nicht gelingt. Also es ist schon dicht dran","

sagt Lo Malinke. Das Programm zeigt keine Party, sondern ein Pärchen, beim vergeblichen Versuch gemeinsam einzuschlafen. Erst stört der Fernseher, dann wird über Kleidung gestritten:

""'Vielleicht würden wir nur halb so viel Stress bekommen, wenn dich mal durchringen könntest, den Satz zu sagen: Lieber Schatz. Egal welches Sakko du trägst, du siehst immer großartig aus.'
'Was! Du machst es schon wieder!'
'Was denn''
'Du sagst mir, welchen Satz du gern von mir hören möchtest, und wenn ich Ihnen sage, glaubst du ihn nicht mehr.'"

Im Ping Pong der Pointen fällt zuerst gar nicht auf, wie schwarz der Humor ist. Die beiden sticheln und nörgeln, bis von der Substanz ihrer Beziehung nicht mehr viel übrig zu sein scheint. Ernst und Ironie gehen ineinander über – auch in den Liedern:

"Wir sind irgendwie nicht mehr so schön wie früher, wir sind irgendwie nicht mehr so lustig wie früher. Und überhaupt fehlt uns Glanz und Ausstrahlung."

Darauf Lo Malinke:

"Ich nenne das immer blauer Lieder. Obwohl sie schon gut abgehen auf der Bühne, und es macht auch wahnsinnig Spaß, sie zu singen, sind es schon Lieder, die der Situation verhaftet sind. Also es sind Lieder, die man nachts im Bett singen kann, weil es einfach Gedanken sind, die einem nachts kommen."

Es geht um Ängste und Selbstzweifel, Liebessehnsucht und zaghaften Optimismus:

"Was sind das für Leute, die glauben, unser Bett ist der einzige Ort, an dem uns nichts passiert. Was ist, wenn die Welt, so wie wir sie kennen, am nächsten Morgen nicht mehr existiert. Nachts denk' ich immer: Alles kommt schlimmer. Wie kann man so groß und trotzdem so klein sein."

Doch trotz dieser eher melancholisch gestimmten Lieder sackt die Stimmung nie ab. Malediva bietet ein Feuerwerk aus Gags und Sprachspielereien. Ab und zu verheddern sich die beiden im Text, doch dadurch wirkt die Show umso persönlicher. Man merkt, dass nicht einfach ein Programm abgespult wird. Wenn Lo Malinke einen Gesangseinsatz verpasst, ist er um die Ausrede nicht verlegen.

"Ich bin Hauptfigur in einem Theaterstück und ich habe Handlung. Entschuldigung."

Am Ende des Programms werden auch die Lieder optimistischer. Den Nervereien des Alltags werden Chansons gegenübergestellt, in denen es um echte Liebe geht:

"Niemand kann allein die deutschen Winter überstehen.
Manchmal war alles verschwunden, dann haben wir uns die Liebe einfach neu erfunden.
Von hier kann man fast schon das Meer sehen."

Optimistischer kann man einen Beziehungskrisenabend nicht beenden. Lo und Tetta können streiten bis aufs Messer, doch im Grunde ihres Herzens bleiben sie große Romantiker.

Homepage von Malediva mit Infos zum Programm "Pyjama Party"



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