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StartseiteVerbrauchertippBanken kassieren versteckt für Girokonten22.08.2017

Stiftung WarentestBanken kassieren versteckt für Girokonten

Die Stiftung Warentest hat bei über 230 Kontomodellen von 104 Banken untersucht, ob Girokonten für den Kunden kostenlos sind. Dabei ist besonders aufgefallen, dass sich die Banken die Kontogebühren oft hintenrum wiederholen, wie zum Beispiel durch zusätzliche Kosten bei der Bargeldabhebung.

Von Dieter Nürnberger

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Ein Kugelschreiber liegt auf Kontounterlagen. (imago)
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Seit Jahren schon geht die Anzahl der kostenlosen Girokontomodelle in Deutschland zurück. Doch diesmal fiel der Stiftung Warentest verstärkt auf, dass viele Bankinstitute mehr und mehr an der Preisschraube drehen. Bankexpertin Heike Nicodemus führt dies vor allem auf die immer noch anhaltende Niedrigzinsphase zurück. Immerhin: Zumindest vor den auch schon diskutierten Strafzinsen schrecken die Banken wohl zurück, weil viele Kunden sonst kündigen würden. Dafür aber werde beim Girokonto zugelangt:

"Es gibt natürlich so wichtige Positionen wie den monatlichen Grundpreis und natürlich die Girocard. Da wird manchmal etwas mehr genommen. Oder die Kreditkarte wird bepreist - höher als es vorher der Fall war. Es werden mitunter auch andere Bedingungen gestellt. Dass man beispielsweise einen höheren Geld- oder Gehaltseingang haben muss. Aber es gibt auch Veränderungen, wenn man Geld am eigenen Automaten abhebt. Da wird bis zu 0,50 Euro pro Abhebung genommen."

Manche Banken schlagen allerdings auch noch deutlich kräftiger zu: Wenn beispielsweise bei der "GLS Bank" ein Onlinekunde einen Dauerauftrag telefonisch ändert, kostet dies satte fünf Euro.

Wichtiges Kriterium: Geldautomaten

Für die Warentester gilt ein Konto dann als kostenlos, wenn sämtliche Onlinebuchungen enthalten sind und auch die Girocard ohne Gebühr angeboten wird. Zudem sollten keine Bedingungen außer einem monatlichen Gehalts- oder Renteneingang gelten.

Kunden sollten bei der Suche nach einem passenden Konto jedoch auch beachten, dass sie genug Geldautomaten zum kostenlosen Abheben von Bargeld zur Verfügung haben. Neben dem jeweiligen eigenen Netz an Automaten gibt es beispielsweise Bankenverbünde. Außerdem bieten inzwischen auch oft Supermärkte oder Tankstellen an, Geld kostenlos abzuheben. Heike Nicodemus:

"Handelsketten bieten das derzeit schon an, aber noch nicht alle. Da kann man sich aber informieren. Da kann man kostenlos bis zu 200 Euro abheben. Im Supermarkt muss man einen Mindesteinkauf von 20 Euro haben. Bei der Tankstelle ist es ein bisschen anders: Da muss man in dem Verbund drin sein. Die "Cash-Group" bietet das umsonst an. Da sind etwa die "Postbank" oder auch die "Deutsche Bank" dabei."

Online-Banking kann Kosten vermeiden

Insgesamt sollte ein Girokonto nicht mehr als 60 Euro an Gebühren pro Jahr kosten, rechnen die Tester vor. Da die meisten Verbraucher ihr Konto inzwischen online führen, könnten sie aber auch unnötige Gebühren vermeiden, sagt Heike Nicodemus. Beispielsweise die Nutzung von Überweisungsformularen in einer Filiale.

"Sollte es teurer werden, gibt es eben mehrere Möglichkeiten. Einerseits: Man ändert sein Verhalten: Man gibt keine Belege mehr ab oder nutzt nicht mehr den Schalterservice, sondern macht alles online. Oder man wechselt innerhalb der Bank: Da werden oftmals verschiedene Kontomodelle angeboten, man sollte hier nachfragen, ob man nicht doch etwas Passenderes für sich findet. Und wenn das nicht überzeugt, dann sollte man durchaus auch überlegen, zu einer anderen Bank zu wechseln."

Direktbanken oft kostenlos

Allerdings sollten Verbraucher dann ganz besonders hinschauen. Denn nur noch 23 von 231 Kontomodellen waren wirklich kostenlos. Allen voran Direktbanken, die allerdings kein Filialnetz und somit keine persönliche Kundenberatung bieten.

"Wir haben neun Direktbanken und es sind auch einige Filialbanken dabei: Zum Beispiel die "Santander Consumer Bank" und auch die "Santander Bank". Aber auch die "Sparda Hessen", die inzwischen ihr Girokonto auch überregional anbietet - kostenlos, ohne Wenn und Aber."

Und auch regional gibt es noch kostenlose Anbieter. Einige "PSD-Banken" sind darunter oder auch die "Sparda München".

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