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StartseiteVerbrauchertippKaputte Geräte - reparieren oder wegwerfen?29.03.2017

Stiftung WarentestKaputte Geräte - reparieren oder wegwerfen?

Die alte Waschmaschine sollte repariert werden - beim Staubsauger lohnt sich das mit steigendem Alter des Geräts kaum noch. Die Stiftung Warentest hat untersucht, ob verschrotten oder reparieren mehr Sinn macht. Verbraucher sollten im Zweifelsfall selbst aktiv werden. Checklisten im Internet helfen dabei, Kosten zu sparen.

Von Dieter Nürnberger

Ein Haufen Elektrogeräte, darunter Staubsauger und Werkzeug. (dpa / Maja Hitij)
Vor allem bei alten Staubsaugern raten Experten von einer Reparatur ab. Diese seien auch in der Herstellung nicht besonders umweltaufwendig. (dpa / Maja Hitij)
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Die meisten Waschmaschinenhersteller kalkulieren eine Lebensdauer von acht bis zehn Jahren für ihr Produkt ein - und mindestens ebenso lange werden auch Ersatzteile für ein bestimmtes Modell vorgehalten. Die Garantie bei Waschmaschinen beträgt in der Regel zwei Jahre. Das zumindest sind die Antworten, die einige bekannte Markenhersteller der Stiftung Warentest gaben.

Die Berliner Verbraucherinstitution hat den Praxistest gemacht: Sie wollte wissen, ob ein herbeigerufener Vertragskundendienst sich bei älteren Waschmaschinen wirklich noch die Mühe macht, alles genau zu checken und dann eine Empfehlung auszusprechen. Für den Test wurde vorher lediglich ein Kontakt zum Motor der Maschine gelöst. Die Leistungen der Kundendienste, so Warentesterin Anke Scheiber, waren nicht so überzeugend:

"Wenn Kundendienste nach Hause kommen, bei einem Großgerät wie der Waschmaschine und das Gerät ist alt - dann schaut der Techniker zuerst, was sind so die typischen Fehler, die bei einer alten Waschmaschine auftreten können. Er ordnet das dann ein, was er sieht. Sorgfältig noch mal nachschauen, die Maschine wirklich durchsehen - das hat in unserer Untersuchung wirklich keiner der Techniker gemacht."

Je älter das Gerät, desto weniger sollte in Reparatur investiert werden

Nicht selten wurde dem Kunden der Neukauf einer Waschmaschine empfohlen. Doch ab wann lohnt sich das? Generell gilt die Grundregel, dass mit steigendem Alter des Geräts immer weniger in eine Reparatur investiert werden sollte, sagt Thomas Müller, der in dieser Untersuchung wirtschaftliche und ökologische Aspekte von bestimmten Haushaltsgeräten miteinander verglich. 

"Bei einem Staubsauger lohnt es sich eigentlich kaum, das Ding reparieren zu lassen. Das kann teurer werden als ein Neugerät zu kaufen. Das sieht bei einem Kaffeeautomaten anders aus: Da kann man kräftig sparen, weil hier die Neugeräte auch recht teuer sind und die Reparaturen vergleichsweise günstig. Bei Staubsaugern lohnt sich eine Reparatur auch ökologisch nicht wirklich. Weil da relativ wenige Teile verbaut sind, die Herstellung ist nicht so umweltaufwendig, wie beispielsweise bei einer Waschmaschine oder einem Kaffeeautomaten. Da lohnt es sich auf jeden Fall, es reparieren zu lassen. Es ist für die Umwelt recht belastend, diese Geräte herzustellen." 

Aus Umweltgründen empfiehlt Anke Scheiber eher die Reparatur als eine Verschrottung - und um Kosten zu sparen, sollte der Nutzer beispielsweise einer Waschmaschine, vorab aktiv werden und selbst recherchieren.

"Da gibt es Checklisten im Internet - bei den Herstellern. Man kann ebenso auf "Youtube" mal schauen, da ist auch viel drauf. Manchmal helfen auch einfache Sachen, wie etwa den Wasserzulauf zuzudrehen. Ist da alles in Ordnung? Auch die Maschine mal vom Netz zu nehmen und wieder neu zu starten, kann helfen, damit sie sich wieder einrichtet. So kann man von vornherein so einiges beheben, was sich gar nicht erst zum großen Fehler auswächst."

Ersatzteile von Fremdanbietern oft deutlich teurer 

Und nicht immer müsse sofort der vergleichsweise teure Vertragskundendienst verständigt werden, fügt Thomas Müller hinzu. Zudem seien original Ersatzteile oft deutlich teurer als jene von Fremdanbietern. Und bei kleinen Mängeln könne sich auch Eigeninitiative auszahlen.

"Gerade bei Staubsaugern - das ist ja eine relativ einfache Maschine. Da passiert es auch oft, dass vielleicht wirklich nur das Kabel abgescheuert oder gebrochen ist. Wenn ich da nicht so fit bin, kann ich auch in ein Reparatur-Café gehen. Das wird an vielen Orten inzwischen veranstaltet und hier wird einem recht schnell geholfen. Für wenig Geld."

Adressen von rund 600 Reparaturcafés in Deutschland sind unter der Interadresse "reparatur-initiativen.de" abrufbar. Auch diese privaten Initiativen können dazu beitragen, so die Stiftung Warentest, dass weniger Elektroschrott anfällt. Und ebenso der Geldbeutel geschont wird.     

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