Samstag, 20.01.2018
StartseiteVerbrauchertippWie man das Rauchen aufgeben kann02.01.2018

Stiftung WarentestWie man das Rauchen aufgeben kann

Entwöhnungskurse, Pflaster, Kaugummi, Tabletten - wie gibt man das Rauchen auf? Die Stiftung Warentest stellt in einer Studie dar, wie man die Chancen maximiert, den guten Vorsatz diesmal wirklich umzusetzen.

Von Dieter Nürnberger

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Gestapelte Zigaretten, von vorne (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)
Zigaretten - wie kommt man davon los? (picture alliance / dpa / Daniel Karmann)
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Die Zigarette nach dem Essen oder beispielsweise auch abends zum Wein in geselliger Runde: Für viele Raucher sind das fast schon Rituale - und entsprechend schwer fällt das Aufhören. Hinzu kommt der Suchtstoff Nikotin, der im Gehirn entspannende, mitunter auch euphorisierende Effekte erzeugen kann. Wer mit dem Rauchen aufhören will, braucht deshalb zuerst einen starken Willen, sagt Warentesterin Ina Bockholt, die eigene Motivation sollte klar sein:

"Ganz wichtig ist, dass man für sich selbst entscheidet: Ich will loskommen vom Rauchen. Die Ursachen können ganz unterschiedlich sein: Der eine möchte eine schönere Haut bekommen, der andere will beim Treppensteigen nicht mehr so schnappatmen. Ein anderer denkt vielleicht an ernsthafte Erkrankungen, die ihm drohen könnten, oder er hat schon Krankheiten - und der Arzt rät dringend dazu, vom Glimmstengel zu lassen."

Erfolgsaussichten im besten Fall etwa 15 Prozent

Ausgewertet wurden Studien zu Arzneimitteln oder auch zu bestimmten Methoden, die den Ausstieg erleichtern sollen. Statistiken zeigen, dass es nur rund fünf Prozent der Rauchenden beim ersten Anlauf und ohne Unterstützung schaffen. Die in der Praxis gut erprobten Nikotinpflaster und auch die nikotinhaltigen Tabletten oder Kaugummis werden von Arzneimittelexperten als geeignet eingestuft. Sie kosten etwa 100 Euro im Monat, die Therapie damit sollte auf rund drei Monate veranschlagt werden.

Weniger erforscht sind dagegen verschreibungspflichtige Tabletten, die Wirkstoffe enthalten, die das Verlangen nach Nikotin reduzieren sollen. Die Mittel aus der Apotheke werden nicht von den Krankenkassen erstattet. Ina Bockholt:

"Mit Medikamenten - also rezeptfreien wie beispielsweise Pflaster oder Kaugummis oder eben den verschreibungspflichtigen Antiraucherpillen - kann man die Erfolgsaussichten um weitere fünf Prozent steigern. Wenn man dazu noch auf psychologische Hilfsmittel, wie etwa spezielle Raucherentwöhnungskurse zurückgreift, dann kann man die Erfolgsaussichten sogar auf etwa 15 Prozent steigern."

Methoden zu kombinieren, hilft am besten

Für die Stiftung Warentest ist somit eine Kombination aus eigener Motivation, Medikamenten und gleichzeitig psychologischer Hilfestellung durch Experten der vielversprechendste Weg, um mit dem Rauchen aufzuhören. Ina Bockholt:

"Viele Krankenkassen übernehmen einen der Teil der Kosten für Entwöhnungskurse, die beispielsweise Krankenkassen, Volkshochschulen oder auch Kliniken anbieten. Andere psychologische Angebote wie etwa Akupunktur und Hypnose sind noch nicht bis in Letzte erforscht. Diese Kosten übernehmen die Krankenkassen nicht."

Von den Experten eher skeptisch beurteilt werden zudem E-Zigaretten. Beim Verdampfen würden zwar weniger Schadstoffe freigesetzt, doch Reizungen der Atemwege seien trotzdem nicht auszuschließen. Die E-Zigarette könne allenfalls eine Chance sein, die Risiken beim Rauchen zu verringern und irgendwann vielleicht ohne Zigarette auszukommen.

"Nach drei Tagen verbessert sich die Atmung"

Fazit: Mit dem Rauchen aufzuhören, ist alles andere als einfach. Doch Medikamente und professionelle Betreuung bieten Möglichkeiten, die Erfolgschancen zu erhöhen. Und jede und jeder sollte sich auch durch die nachweisbaren positiven Gesundheitseffekte ermutigen lassen, sagt Warentesterin Ina Bockholt:

"Nach drei Tagen verbessert sich die Atmung, nach einer Woche sinkt der Blutdruck. Und nach wenigen Jahren verringert sich das Risiko für Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen."

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