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StartseiteVerbrauchertippRisiken und Nebenwirkungen von Zahnaufhellungen23.06.2017

Strahlend weißes LächelnRisiken und Nebenwirkungen von Zahnaufhellungen

Ob zuhause mit Produkten aus der Drogerie oder beim Fachmann in der Zahnarztpraxis: Zahnaufhellungen liegen im Trend. Doch Experten warnen: Das sogenannte Bleaching ist nicht für jeden geeignet und kann im Einzelfall sogar gefährlich werden.

Von Beatrice Zajda

Ein weiblicher Mund (imago/fotoimedia)
Schon Jugendliche äußern beim Zahnarzt den Wunsch, weißere Zähne haben zu wollen. (imago/fotoimedia)
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Michael Noack von der Universitätsklinik für Zahnheilkunde in Köln hält wenig vom Trend um die Zahnaufhellung:

"Wer wirklich ernsthaft seine Zähne zu dunkel empfindet, sollte also erst einmal zu einem Zahnarzt gehen und gucken, ob die Diagnose richtig gestellt ist, dass die Zähne sinnvollerweise aufzuhellen sind."

Das kann ein Beispiel bei Verfärbungen sein, die unter anderem durch Antibiotika-Gabe im Säuglingsalter entstehen. Die Spätfolgen der Medikamenten-Gabe reichen bis zum Erwachsenenalter. In diesen Fällen sind Zahnaufhellungen eine empfehlenswerte Möglichkeit, die natürliche Zahnfarbe wiederherzustellen. Seriöse Zahnarztpraxen lehnen den Wunsch nach weißeren Zähnen deshalb im Einzelfall auch ab:

Vor jeder Behandlung ärztlichen Rat einholen

"Also. Wenn ein Jugendlicher zu mir kommt, der selbst schon sehr schöne helle Zähne hat und um eine Zahnaufhellung bittet, dann würde ich ihm mitteilen, dass eine Aufhellung nicht dazu führt, dass er attraktiver wird, weil Schönheit kommt von innen."

In einer Zahnarztpraxis ist eine Zahnaufhellung nicht unter 100 Euro zu haben, Zahnaufhellungs-Sets für zu Hause kosten je nach Hersteller etwa 25 Euro: Doch egal ob Aufhellung in der Zahnarzt-Praxis oder mit dem Set für zu Hause - es wird immer mit den gleichen chemischen Stoffen gearbeitet:

"Es sind Peroxide, also Sauerstoffverbindungen, die Sauerstoff abgeben, und der Sauerstoff oxidiert die Farbstoffe in den Materialien und dadurch werden sie dann aufgehellt."  

Vorsicht bei Home-Bleaching

In der Zahnarztpraxis dauert die Behandlung etwa 45 Minuten. Zu Hause dauert es länger, weil die Chemikalien nicht so hoch dosiert sind: Die Schienen mit den Bleichmitteln werden mehrere Stunden getragen. Noack warnt war falscher Handhabung im eigenen Gebrauch:  

"Man muss auch Patienten davor warnen, mit dem falschen Mittel zu arbeiten. Wer eine Magenerkrankung hat und versehentlich vielleicht den Inhalt von einen Löffel Peroxid verschluckt, da könnten schon Komplikationen auftreten, die hässlich sind."

Grundsätzlich sollte eine Zahnaufhellung außerdem nicht mehr als einmal im Jahr durchgeführt werden. Gesunde Mundhygiene ist jedoch das A und O:

"Das Problem, was die meisten Patienten haben ist, dass sie die Zahnflächen, die man beim Lachen sieht, also die Oberkieferfront, zu intensiv putzen.`Ne kluge Empfehlung wäre deshalb, erst einmal die Innenseite zu putzen und zum Schluss, wenn man keine Lust mehr hat, die Oberkieferfront."

Aufhellende Zahnpasten keine Alternative

Nicht empfehlenswert sind zudem Zahnpasten mit Schmirgeleffekt. Auch wenn es sich um natürliche Stoffe, wie beispielsweise Birkenrinde handelt, so Noack:

"Also warnen möchte ich davor, Zahnpasten zu benutzen, die ne besondere Schleifwirkung haben, mit dem man angeblich diese Zahnverfärbungen gut entfernen kann, weil diese Pasten auch möglicherweise gesunde Zahnflächen zu stark schädigen."

Nach hierzulande durchgeführten Zahnaufhellungen durch Peroxide können Zähne vorübergehend empfindlich reagieren. Das lässt allerdings in der Regel nach einigen Stunden nach. Und wer im sichtbaren Zahnbereich Füllungen und Kronen hat sollte aufpassen. Denn Plastik und Keramik können von den Bleichmitteln nicht aufgehellt werden.  

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