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Strategien gegen das Rauchen

E-Zigaretten sind keine Alternative zum Rauchstopp

Von Anna Florenske

Die elektronische Zigarette
Die elektronische Zigarette (dpa)

"Ich bestimme selbst, ich rauche nicht" – so lautet das Motto des heutigen Weltnichtrauchertages. Die E-Zigarette soll angeblich dabei helfen, die Nikotinsucht zu überwinden. Experten sind da skeptisch - sie raten zu anderen Wegen.

Elektrische Zigaretten verdampfen künstliche Flüssigkeiten, man nennt sie Liquids. Viele enthalten künstliche Aromastoffe und Glycerin, in manchen steckt Nikotin. Michaela Goecke von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warnt zur Vorsicht:

"Für uns wichtig ist jetzt, einfach darauf hinzuweisen, dass der Konsum von E-Zigaretten einfach nicht unbedenklich ist. Vor allem vor dem Hintergrund, dass man nicht langfristig weiß, was passiert, wenn diese Substanzen inhaliert werden."

Trotzdem probiert André Mehlhop-Lange die E-Zigarette. Er hofft, dass ihm ein Liquid ohne Nikotin dabei hilft, sich das Rauchen abzugewöhnen. Doch schnell wird er skeptisch:

"Man kann ja rauchen und rauchen und rauchen und das Ding wird nicht kürzer. Das ist ja auch völlig irritierend."

Auch Michaela Goecke winkt ab:

"Die E-Zigarette ist grundsätzlich nicht geeignet für einen Rauchstopp. Der Konsum von E-Zigaretten ist ja dem des Rauchens von normalen Tabakzigaretten sehr ähnlich. Das ist sehr, sehr schwierig, dann das Verhalten umzustellen und tatsächlich einen Rauchstopp – also loskommen von der E-Zigarette, aber auch von der Tabakzigarette – auch zu vollziehen."

Zwei Dinge machen es schwer: Nikotin macht stark abhängig und die Abhängigkeit bleibt auch dann erhalten, wenn man es über die E-Zigarette inhaliert. Und für viele ist das Rauchen ein seit vielen Jahren automatisiertes Verhalten, über das sie gar nicht mehr nachdenken. Wie selbstverständlich paffen sie ihre Zigarette zum Kaffee oder bei Stress. Wer aufhören will, muss diese Automatismen durchbrechen. Beispiel: Wer stets beim Kaffee rauchte, sollte für den Rauchausstieg zunächst lieber Tee trinken. Doch das ist es nicht allein:

"Die Methode, die am meisten Aussicht auf Erfolg hat, ist, dass man sich vorbereitet. Sich selber analysiert: Was sind meine kritischen Momente, wenn ich rauchen will? Wie viel rauche ich überhaupt?"

Ein Rauchtagebuch hilft dabei, sich den Zigarettenkonsum bewusst zu machen. Die nächsten Schritte: Alle Raucherutensilien aus der Wohnung und dem Arbeitsplatz verbannen. Sich ein paar Menschen suchen im Freundeskreis oder in der Familie, die den Rauchausstieg mit Lob und Anteilnahme unterstützen.

"Und dann muss natürlich auch ein Cut her. Man muss von einem Tag auf den anderen optimaler Weise wirklich aufhören."

Frische Nichtraucher haben es einfacher, wenn sie sich Strategien überlegen, um einen Rückfall zu verhindern. Sie sollten zum Beispiel in der ersten Zeit kritische Situationen vermeiden, in denen immer geraucht wird. Kostenlose Hilfe zum Rauchstopp gibt es bei den Krankenkassen und bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Sie vermittelt Gruppenkurse, bietet ein Ausstiegsprogramm im Internet an und berät per Telefon. Und dass ein Rauchstopp Sinn macht, spüren frische Nichtraucher schnell am eigenen Körper:

"Also, insofern ist ein Rauchstopp schon nach kurzer Zeit eine derartige Entlastung für den Körper, weil er ja nicht mehr mit diesen Giftstoffen zu kämpfen hat. Und das spürt der frische Ex-Raucher auch, dass es ihm besser geht, dass der Körper sich regeneriert."

Zigarettenrauch enthält 4000 giftige Substanzen. Gelangen sie über längere Zeit in den Körper, werden etliche Krankheiten häufiger - zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedene Krebsarten.

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