• Deutschlandfunk bei Facebook
  • Deutschlandfunk bei Twitter
  • Deutschlandfunk bei Instagram

 
 
Seit 05:05 Uhr Informationen am Morgen
Startseite@mediasresDas Ende der Netzneutralität?10.04.2017

"StreamOn"-Tarif der TelekomDas Ende der Netzneutralität?

Mobilfunk-Kunden der Telekom können bald Serien und Filme unterwegs auf dem Smartphone schauen, ohne dass der Datenverbrauch auf ihr mobiles Datenvolumen angerechnet wird. Untergräbt das neue Angebot die Netzneutralität?

Von Sandro Schroeder

Die App des Streamingdienstes Netflix auf einem iPhone 6, aufgenommen am 15.02.2016 in Düsseldorf (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)
Unterwegs via Netflix Filme und Serien auf dem Smartphone schauen, ohne dass der Datenverbrauch auf das mobile Datenvolumen angerechnet wird - das verspricht das neu Telekom-Angebot "StreamOn" (picture alliance / dpa / Rolf Vennenbernd)
Mehr zum Thema

Neue EU-Leitlinien für Netzneutralität Regeln für den Datenverkehr der Zukunft

Netzneutralität Überholspur im Internet wird Realität

Kommentar zur Netzneutralität Politisch richtig, technisch falsch

Debatte um Netzneutralität Netflix verstopft das Internet

Ungleiches Internet EU-Kommission will Netzneutralität nun doch abschaffen

Wenn Mobilfunkkunden Serien und Filme unterwegs auf dem Smartphone schauen wollen, müssen sie mit einem hohen Datenverbrauch rechnen, der sich auch auf der Handyrechnung niederschlägt. Das neue Angebot der Telekom scheint da erst mal sehr attraktiv. Mit "StreamOn" können Tekelom-Kunden Videoinhalte unterwegs auf dem Smartphone schauen, ohne dass der Datenverbrauch auf ihr mobiles Datenvolumen angerechnet wird.

Untergräbt die Telekom damit die Netzneutralität?

Allerdings können nicht einfach alle Videos im Netz angeschaut werden, sondern nur die ausgewählter Anbieter. 20 Medienpartner hat die Telekom bei ihrem Angebot "StreamOn" versammelt, darunter Netflix, Youtube, das ZDF und das junge Angebot FUNK.

Was wie eine großzügige Geste und Wohltat im Sinne der Mobilfunk-Kunden wirkt, ist langfristig genau das Gegenteil, meinen Kritiker. Die Telekom untergrabe mit ihren neuen Verträgen die Netzneutralität, weil Inhalte unterschiedlicher Angebote aus nicht nachvollziehbaren Gründen diskriminiert werden. 

Das Thema wird nicht nur in Deutschland und der EU sondern auch international immer wieder kontrovers dirkutiert.

Die Angst vor dem "Zwei-Klassen-Internet"

Angebote wie das der Telekom bevorzugen einflussreiche Platzhirsche wie Netzflix, die mit ihrer Marktmacht viel besser verhandeln können als kleine Konkurrenten, kommentiert Sandro Schroeder.

Die Bundesnetzagentur prüft deshalb nun das Angebot der Telekom. Das "StreamOn"-Angebot könnte allerdings in eine Lücke fallen, die in der EU-Richtlinie zur Netzneutralität steckt.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk