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StartseiteCorso"Es muss gar nicht mehr auf der Straße stattfinden"28.02.2017

Street Art im Netz"Es muss gar nicht mehr auf der Straße stattfinden"

Street Art prägt in vielen Städten den öffentlichen Raum. Doch immer häufiger ist sie nicht mehr nur an Hauswänden zu sehen, sondern auch in der digitalen Welt. Manchen Künstlern sei die Inszenierung im Internet sogar wichtiger als die Kunst auf der Straße, so Medienwissenschaftlerin Katja Glaser im DLF.

Katja Glaser im Corso-Gespräch mit Sigrid Fischer

Ein Bild des Street-Art-Künstlers "Alias" auf einem Schornstein auf einem Dach - ein Junge, der sein Gesicht in seine Arme presst - aufgenommen in Berlin im Bezirk Friedrichshain am 02.06.2015. (dpa / picture-alliance / Wolfram Steinberg)
Viele Städte haben Street Art für sich entdeckt - um sie touristisch zu nutzen. (dpa / picture-alliance / Wolfram Steinberg)
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Katja Glaser hat sich für ihre Dissertation "Street Art und neue Medien" an der Universität Siegen auf Deutschland konzentriert. Die Hotspots waren Berlin, Hamburg, Köln und das Ruhrgebiet. "Viele Städte versuchen, dieses Potenzial der Streetart, was immer das in dem Moment auch ist, also es wird sehr gern auch nur als Label benutzt, um es für sich produktiv zu machen. Da kann man anfangen mit Street Art-Touren, Führungen, Workshops und natürlich das dann auch touristisch und kommerziell das dann auch nutzen", so Katja Glaser.

Dass Street Art die Straße verlasse und etwa auf Postkarten zu sehen sei, sei zwar nicht neu, aber sie habe sich speziell den Faktor Internet fokussiert. "Gerade die Verhandlungen in Social Networks habe ich mir angeguckt, ich hatte da meinen Fokus auf Facebook. Und da können wir ganz andere Bildpraktiken beobachten. Die Digitalfotografie hat eine ganz zentrale Rolle, weil die Künstler damit ganz andere Möglichkeiten haben, sich und ihre Bilder zu präsentieren."

Die Medienwissenschaftlerin Katja Glaser im Deutschlandfunk-Studio (Deutschlandradio / Kerstin Janse)Die Medienwissenschaftlerin Katja Glaser im Deutschlandfunk-Studio. (Deutschlandradio / Kerstin Janse)

Es würden sich aber auch verschiedene Inszenierungsstrategien bilden. Ein Punkt in ihrer Arbeit beziehe sich speziell auf "Street Art für das Internet", erzählte Glaser. "Also wenn dann Künstler hergehen und sagen, ihre Werke müssen eigentlich gar nicht mehr im öffentlichen Raum sein, sondern die können an irgendeiner Garage oder im Hinterhof gesprüht werden und die werden dann halt als Street Art verkauft. Es muss gar nicht mehr auf der Straße stattfinden. Wichtig ist, am Ende das Foto zu haben."

Das vollständige Interview können Sie sechs Monate in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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