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StartseiteVerbrauchertippWann sich das Nachrüsten von Kaminöfen lohnt04.10.2017

Strengere GrenzwerteWann sich das Nachrüsten von Kaminöfen lohnt

Kaminbesitzer zünden im Herbst wieder ihren Ofen an und trotzen der Kälte draußen vor der Haustür. Wer ein älteres Exemplar hat, sollte allerdings aufpassen: Neue Abgas-Grenzwerte machen die Umrüstung vieler Feuerstellen erforderlich.

Von Katja Scherer

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Brennende Pellets und Feuer in einem Pelletsofen. (imago stock&people)
Auch in Kamin- und Kachelöfen entstehen Feinstaubpartikel - sie können große gesundheitliche Schäden anrichten. (imago stock&people)
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Im Zuge der Dieselkrise wurde viel über Stickoxide diskutiert und dabei auch über den sogenannten Feinstaub. Gemeint sind winzige Staubpartikel, die so klein sind, dass selbst unsere Nasenhaare und Schleimhäute sie nur teilweise zurückhalten können. In unserem Körper aber richten die winzigen Störenfriede große Schäden an: Sie können etwa zu Atembeschwerden führen und das Risiko von Herzinfarkten erhöhen. Solche Feinstaubpartikel entstehen unter anderem in Kamin- und Kachelöfen. Deshalb müssen jetzt viele Öfen erneuert werden:

"Diejenigen, die einen Kaminofen oder Heizkessel haben, die vor dem 1. Januar 1985 zugelassen worden sind, die müssen jetzt bis Ende des Jahres diese Geräte nachrüsten".

Zitiert Erik Uwe Amaya vom Verband Haus & Grund Rheinland die sogenannte Bundesemissionschutzverordnung. Die einzige Ausnahme: Historische Öfen müssen nicht nachgerüstet werden:

"Historisch ist ein Ofen, wenn er vor 1959 gebaut worden ist, dann muss im Prinzip nichts gemacht werden."

Bußgeldern bis zu 50.000 Euro bei verspäteter Nachrüstung

Schon bis Ende 2013 mussten Kaminbesitzer prüfen lassen, ob ihr Kamin zu viele Schadstoffe ausstößt und umgerüstet werden muss oder nicht. Wer dennoch nicht sicher ist, kann den Schornsteinfeger rufen – und der testet das dann. Ganz billig ist eine solche Messung allerdings nicht, sagt Alexis Gula vom Bundesverband der Schornsteinfeger:

"Dieses Messverfahren ist recht aufwendig und man kann davon ausgehen, dass das zwischen 100 und 180 Euro kostet."

Wer zu spät nachrüstet, muss mit Bußgeldern von 50.000 Euro rechnen. Betroffene Kaminbesitzer haben drei Möglichkeiten: Sie können ihre Feuerstelle stilllegen, mit einem Feinstaubfilter nachrüsten lassen oder komplett erneuern. Um herauszufinden, welche Option am besten passt, sollten Kaminbesitzer allerdings im ersten Schritt nicht sofort ein Fachgeschäft anrufen, sondern lieber den Schornsteinfeger ihres Vertrauens, rät Amaya:

"Er hat natürlich den technischen Überblick, welche Geräte es auf dem Markt gibt, und kein Interesse ein bestimmtes davon zu verkaufen."

Wie viel es kostet, seinen Kamin mit einem Feinstaubfilter nachzurüsten, hängt stark von der Art des Feinstaubfilters und vom Hersteller ab, sagt Alexis Gula vom Schornsteinfegerverband: 

"Man kann davon ausgehen, dass ein Filter ab 900 Euro käuflich ist – nach oben gibt es da aber keine Grenzen."

Auch die Luft im Haus leidet

Plus Einbau lande man dann im günstigsten Fall bei etwa 1.500 Euro. Einen neuen Kamin einzubauen ist in der Regel etwas teurer als eine Nachrüstung. Allerdings können sich diese Mehrkosten langfristig durchaus lohnen, weil neue Öfen meist energieeffizienter sind. Dabei sollte man beim Einbau allerdings darauf achten, "dass der Ofen nicht zu groß dimensioniert wird, weil der Raum zu warm wird, weil diese Kaminöfen sehr schwer zu regulieren sind."

Vor allem aber sollten Kaminbesitzer bei der Entscheidung nicht nur an ihren Geldbeutel denken, sondern auch an ihre Gesundheit, rät Erik Uwe Amaya. Die Schadstoffe, die Kaminöfen in die Außenluft abgeben, bilden eine Art Schmutzglocke über der Nachbarschaft. Und auch die Luft im Haus leidet – etwa, wenn die Ofentür nicht ganz dicht ist. Nach Angaben von Haus und Grund Rheinland stoßen neuere Öfen bis zu 85 Prozent weniger Emissionen aus als ältere Geräte – für unsere Atemwege eine echte Entlastung.

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