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StartseiteVerbrauchertippRegelmäßig wechseln spart Geld08.03.2017

Strom- und GasanbieterRegelmäßig wechseln spart Geld

Dass man Strom und Gas nicht einfach vom lokalen Grundversorger beziehen soll, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Der Wechsel zu alternativen Anbietern spart in der Regel viel Geld und ist auch kinderleicht. Wer wirklich sparen will, wechselt den Anbieter jährlich.

Von Philip Banse

Ein Gaszähler in einem privaten Haushalt (picture alliance / dpa / Foto: Carsten Rehder)
Ein Gaszähler in einem privaten Haushalt. (picture alliance / dpa / Foto: Carsten Rehder)
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"Ich selber? Ich wechsle seit fünf Jahren meinen Stromanbieter. Wir machen das jährlich," sagt Benjamin Reichenbach, Gründer und Geschäftsführer von cheapenergy24, einem Energiedienstleister, der für veränderungswillige Verbraucher den Wechsel des Strom- und Gasanbieters übernimmt– am besten jedes Jahr. Der Verbraucher überlässt dem Energiedienstleister dafür einen Anteil des Geldes, das er durch den Wechsel spart. 

"Das ist ein legitimes Geschäftsmodell in einem Markt, in einem Strom- und Gasmarkt, in dem sich permanent die Konditionen für den Verbraucher ändern," bestätigt Ines Rutschmann, Energieexpertin beim unabhängigen Verbraucherportal Finanztip.de. Auch Rutschmann rät Strom- und Gas-Kunden, ihren Anbieter unter Umständen jährlich zu wechseln. 

"Der jährliche Wechsel von Strom- und Gas-Tarifen ist eine Option, wenn man versucht, für Strom und Gas möglichst wenig Geld auszugeben."

Durch einen jährlichen Wechsel des Strom- oder Gasanbieters lasse sich jedes Jahr viel Geld sparen, sagt Benjamin Reichenbach von cheapenergy24, der umso mehr verdient, je mehr Verbraucher durch ihn einsparen: 

"Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch 400 Euro, beim Gas ist es sogar noch mehr, da können es bis zu 700 Euro sein. "

Warnung vor Vorauskasse und Pakettarifen

So viel Geld kann natürlich nur sparen, wer von einem extrem teuren in einen extrem billigen Tarif wechselt. 400 bis 700 Euro pro Jahr sparen, nur durch einen jährlichen Wechsel? Das liege an den sogenannten Neu-Kunden-Boni, erklären Unternehmer Reichenbach und Verbraucherschützerin Rutschmann übereinstimmend: Neue Kunden werden mit günstigen Verträgen und Boni gelockt, die dann aber oft nur ein Jahr gelten. Im zweiten und dritten Jahr folgen dann satte Preiserhöhungen. Wer nur die Boni ohne die Preiserhöhungen wolle, müsse daher jährlich wechseln, sagt Benjamin Reichenbach von cheapenergy24. Damit der jährliche Wechsel aber etwas bringt und klappt, müssten Verbraucher beim Vertragsabschluss ein paar Dinge beachten: 

"Wir empfehlen, maximal einen Zwölf-Monatsvertrag abzuschließen mit maximal Kündigungsfrist von acht Wochen, damit man da flexibel ist am Markt. Auch wichtig ist: Keine Vorauskasse und keine Paket-Tarife."

Paket-Tarif bedeutet: Der Kunde gibt an, was er im Jahr verbraucht, zum Beispiel 4000 kWh, dafür zahlt er einen festen Preis – auch wenn er weniger verbrauchen sollte. Wenn er hingegen mehr als 4000 kWh verbraucht, kostet der Strom überdurchschnittlich viel. Wechselwillige Kunden, sagt Ines Rutschmann von Finanztip.de, könnten sich auf Vergleichsportalen umsehen und dort auch gleich den Anbieterwechsel einleiten:

"Wir empfehlen zwei Portale, nämlich Verivox und Check24."

Diese Vergleichsportale bildeten die Bandbreite der weit über 1.500 Strom- und Gasanbieter gut ab und böten gute Filtermöglichkeiten. 

"Wir empfehlen generell so einen Anbieter drei Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist beim alten Versorger einzuleiten, damit das auch alles reibungslos über die Bühne geht. 

Niemand müsse Angst haben, nach so einem Wechsel ohne Gas oder Strom dazustehen, sagt Energiedienstleister Benjamin Reichenbach. Falls doch mal etwas schief gehen sollte, liefere immer der Grundversorger, und zwar automatisch – dann allerdings zum höheren Grundversorgungspreis. 

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