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StartseiteVerbrauchertippWechseltipps für Faule und Sparfüchse 13.12.2017

Strom- und GastarifeWechseltipps für Faule und Sparfüchse

Gas ist so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Ein Wechsel des Gasanbieters kann übers Jahr mehrere hundert Euro sparen und dauert nur ein paar Minuten. Ähnliches gilt auch für alle Stromanbieter.

Von Philip Banse

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Gasheizung in einem Heizungskeller (picture alliance / dpa / Foto: Sven Hoppe)
Über 20 Millionen Menschen heizen und kochen in Deutschland mit Gas (picture alliance / dpa / Foto: Sven Hoppe)
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Einen Anbieterwechsel sollten nicht nur Gaskunden in Betracht ziehen, sondern Stromkunden, die seit Jahren einem Anbieter oder gar noch in der Grundversorgung sind. All sie können mit einem risikolosen Wechsel mehrere Hundert Euro im Jahr sparen. Zuerst schaut man in der letzten Jahresabrechnung nach, wie viel Gas und Strom man so verbraucht. Das gibt man dann bei einem Vergleichsportal im Internet ein. Marion Weitemeier von der Stiftung Warentest empfiehlt check24 und Verivox. Aktive Kunden, die bereit sind, jährlich ihren Strom- oder Gasanbieter zu wechseln, könnten die Voreinstellungen dieser beiden Portale eigentlich übernehmen, sagt Weitemeier. Auch für bequeme Kunden, die ihren Vertrag auch mal 2, 3 Jahre laufen lassen wollen, seien die Portale die erste Adresse:

"Allerdings muss man ein bisschen genauer hingucken: Diese Portale sind so ausgerichtet, dass ihr Lieblingskunde derjenige ist, der jedes Jahr wechselt und möglichst Tarife haben will mit hohem Bonus."

Sucheinstellungen der Vergleichsportale überprüfen

Diese Tarife sind aber wegen der lockenden Einmal-Boni oft nur im ersten Jahr günstig und werden im zweiten Jahr deutlich teurer. Um etwa Tarife mit Boni auszublenden, müssen bequeme Kunden die Sucheinstellungen der Vergleichsportale ansteuern. Dort lassen sich viele weitere Häkchen setzen und entfernen, die beim Sparen helfen können:

"Die Vergleichsportale, wenn man sich die Voreinstellungen anguckt, haben manchmal so Kriterien wie "Direkte Wechselmöglichkeit", und dann, wenn man das wegklickt, findet man auch Tarife, die Vergleichsportale zwar listen, aber wo sie keinen Wechsel vermitteln."

Dort könnten dann noch günstige Tarife auftauchen, die Kunden aber direkt beim Anbieter buchen müssten. Wichtigstes Kriterium für bequeme Kunden:

"Die sollten vor allen Dingen darauf achten, dass sich der Vertrag nicht automatisch um ein Jahr verlängert, denn wenn sie eine Preiserhöhung verpassen sollten, sind die in dem Vertrag wieder 12 Monate gefangen. Es gibt zwar ein Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen, das ist aber oft sehr kurz, wenn man bequemer Kunde ist, schafft man es vielleicht nicht, in dieser Range zu wechseln. Also ist das das Wichtigste, worauf ein bequemer Kunde erst einmal achtet: Was passiert mit meinem Tarif im zweiten Jahr?"

Vergleichsportal kann Wechsel übernehmen

Die Stiftung Warentest hat Anbieter zusammengestellt mit guten Vertragsbedingungen für bequeme Kunden. (*) Ist ein günstiger Anbieter mit guten Kundenbewertungen gefunden, kann man dem alten Versorger schriftlich kündigen und einen neuen Vertrag abschließen – über die Webseite des neuen Anbieters, schriftlich oder im persönlichen Kontakt. Oder das Vergleichsportal übernimmt den Wechsel: ein paar Angaben zu Person und altem Anbieter - fertig. Das Vergleichsportal kündigt den alten Vertrag, schließt den neuen ab und finanziert sich durch Provisionen, die das neue Unternehmen zahlt. Der Strom- oder Gasversorger ist so innerhalb weniger Minuten gewechselt, sagt Marion Weitemeier von der Stiftung Warentest:

"Verbraucher gehen beim Wechseln kein Risiko ein. Mir sind keine Fälle bekannt, wo jemand im Dunkeln sitzt oder nicht Heizen kann. Wenn wirklich mal etwas nicht klappen sollte, dann rutschen die Leute in die Grundversorgung ihres örtlichen Versorgers und sind dadurch auch geschützt."

Sie müssen dann aber den in der Regel deutlich teureren Tarif des Grundversorgers zahlen.

* Anmerkung der Redaktion: Ein Satz mit Verweis auf externe Links wurde aus der vorherigen Fassung entfernt.

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