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StartseiteSport am Wochenende"Ich will einen Denkanstoß geben"17.07.2016

Studie zu Doping im Fußball"Ich will einen Denkanstoß geben"

Mindestens zehn Prozent der deutschen Profifußballer haben schon mal gedopt. Zu diesem statistischen Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Lotfi El Bousidi. "Ich glaube, dass das Dopingproblem im Fußball kleiner geredet wird, als es ist", sagte der Ex-Fußballprofi im DLF.

Lotfi El Bousidi im Gespräch mit Bastian Rudde

Ein Dopingkontrolleur von hinten mit gelb-grüner Jacke und der Aufschrift "Dopingkontrolle". (dpa / Arno Burgi)
Die Dopingkontrollen im Fußball sind zu lax: Auch das ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie zu Doping im Fußball. (dpa / Arno Burgi)
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Was genau steckt in der Spritze, die mein Arzt mir da gibt? Als er selber noch aktiver Fußballprofi war, hat Lotfi El Bousidi nicht nachgefragt - doch das hat er nun nachgeholt.

Knapp fünf Jahre nach seinem Karriereende hat der gebürtige Mainzer im Fach Statistik seine Diplomarbeit geschrieben - zum Thema: "Eine Analyse des Doping-Verhaltens im professionellen Fußball".

Mindestens jeder zehnte Profi hat schon mal gedopt 

"Das Ergebnis hat mich eigentlich nicht überrascht", sagte Lotfi El Bousidi in der Sendung "Sport am Sonntag": Mindestens zehn Prozent der deutschen Profifußballer haben schon einmal gedopt. El Bousidi hat diese Zahl über die anonyme Befragung von 150 Profifußballern in Deutschland, Spanien und Schweden ermittelt - eine Befragung, die er quasi "geheim" durchführen musste, da seine offiziellen Anfragen von den Profivereinen abgeblockt wurden.

Also hat der Ex-Fußballprofi seine alten Kontakte in die Szene genutzt und auf eigene Faust 150 noch aktive Kollegen angeschrieben - in Deutschland vor allem Bundesligaprofis, aber auch Spieler aus der zweiten und dritten Liga.

Gesundheitliche Gefahren und Lücken im Kontrollsystem

Mit seiner Studie wolle er einen "Denkanstoß" geben, erklärte Lotfi El Bousidi: "Viele Substanzen steigern im ersten Moment die Leistung, können dem Körper auf lange Sicht allerdings schaden."

Nebenbei ist der Ex-Fußballspieler noch auf eine andere alarmierende Tatsache gestoßen: 43 Prozent der befragten Fußballer gaben an, im Jahr 2014 kein einziges Mal auf Doping kontrolliert worden zu sein. Weitere 50 Prozent wurden nur ein einziges Mal kontrolliert. Nach Ansicht von Lotfi El Bousidi müsste also auch das Doping-Kontrollsystem im Fußball dringend verbessert werden.

Das vollständige Gespräch können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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