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StartseiteVerbrauchertippBildung muss kein Luxus sein14.07.2017

StudienfinanzierungBildung muss kein Luxus sein

Miete, Essen, Bus und Bahn: Ein Studium kostet - und nicht jeder hat Eltern, die alles finanzieren können oder wollen. Dann hilft in der Regel das BAföG-Amt weiter. Doch man kann sich auch für ein Stipendium bewerben, und zwar nicht nur mit einem Einser-Abi.

Von Christiane Enkeler

Formular für den Antrag auf Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) (dpa/picture alliance/Jan-Peter Kasper)
Staatliche Ausbildungsförderung ist für viele Studierende die Rettung. (dpa/picture alliance/Jan-Peter Kasper)
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Fragt man Studierende auf dem Kölner Campus, wie sie ihr Studium finanzieren, hört man oft ganz ähnliche Antworten: 

"Ich werde von meinen Eltern finanziell unterstützt." – "Ja, ich werde in erster Linie von meinen Eltern unterstützt, dann eben noch geringfügig von meiner Oma und außerdem habe ich einen kleinen Nebenjob hier an der Uni." – "Meine Eltern, meine Oma, mein Job."

Tatsächlich sind die Eltern der erste Anlaufpunkt für zukünftige Studenten, denn sie sind unterhaltspflichtig, und zwar bis zum Abschluss der ersten berufsqualifizierenden Ausbildung. Doch nicht alle Eltern bezahlen gerne und freiwillig das Studium. 

Das BAföG-Amt prüft die Zahlungspflicht der Eltern

Wie man dann reagieren kann, weiß, Dennis Wienemann, stellvertretender Leiter der Abteilung Studienfinanzierung beim Studierendenwerk in Köln.

"Wenn die Eltern nicht zahlen sollten, aus welchen Gründen auch immer, kann man sich an uns, ans BAföG-Amt wenden und dort im Rahmen eines Vorausleistungsantrages eben den Unterhalt der Eltern von uns erst einmal voraus geleistet bekommen und wir wenden uns dann an die Eltern und prüfen hinterher, ob die dem Grunde nach und der Höhe nach auch unterhaltspflichtig sind beziehungsweise waren."

Bei dieser Prüfung werden dann auch eventuelle Schulden der Eltern berücksichtigt. Aber auch wenn die Eltern einen Teilbetrag zahlen, rät Dennis Wienemann zu einem Bafög-Antrag, um zu prüfen, ob man BAföG-berechtigt ist.

" BAföG richtet sich nach dem Einkommen der Eltern auf der einen Seite und nach dem Einkommen und Vermögen des Auszubildenden auf der anderen Seite. Das heißt, wir fordern die Einkommensunterlagen der Eltern von vor zwei Jahren an, anhand derer wird der BAföG-Satz berechnet. Zusätzlich wird vom Auszubildenden eben Einkommen und Vermögen dargelegt und daran wird abschließend berechnet, ob und wenn ja, in welcher Höhe der Auszubildende BAföG erhält."

Das können aktuell bis zu 735 Euro im Monat sein. Bis zu 7.500 Euro Vermögen darf ein Auszubildender besitzen, ohne dass es aufs BAföG angerechnet wird. Und ein 450-Euro-Job ist auch erlaubt. 

Zur Hälfte geschenkt - und günstiges Darlehen

Ebru studiert Jura und rät dazu, höchstens ein- bis zweimal die Woche arbeiten zu gehen. Um noch Zeit fürs Studium zu haben. 

"Ich finde das ganz gut mit dem BAföG: Man zahlt es zwar auch zurück, aber nur die Hälfte, und dann gibt es auch eine Grenze, ab zehntausend oder so muss man nichts mehr zahlen." – "Bis 10.000, ist gedeckelt, danach muss man nicht mehr zahlen." – "Ich finde, das rettet schon irgendwo meinen Arsch auf gut deutsch." 

Das Geld aus dem BAföG-Topf ist zur Hälfte ein Zuschuss, quasi: ein Geschenk. Die andere Hälfte ist geliehen, als Darlehen. Zu äußerst günstigen Bedingungen: 

1. Es werden keine Zinsen fällig.
2. Man muss maximal 10.000 Euro zurückzahlen, auch wenn man mehr bekommen hat.

Stipendien nicht nur für Überflieger

Wer kein BAföG bekommt, zum Beispiel auch während eines Urlaubssemesters, kann immer noch Wohngeld beantragen. Außerdem vergeben viele Stiftungen Stipendien - und zwar nicht nur an Hochbegabte. Je nach Stiftungszweck werden beispielsweise auch Kinder von Firmenangehörigen, Priesteramtskandidaten oder Nachkommen aus bestimmten Familien gefördert. Infos finden sich auf den Webseiten der Studentenwerke und auf www.stipendienlotse.de, einer Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Nicht jeder Stipendiengeber macht Werbung oder registriert sich auf Übersichtsseiten. Sich nach weiteren Stipendien umzuhören, kann also nicht schaden. 

 

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