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StartseiteCampus & KarriereStudierenden-Anwerbung goes Web 2.008.07.2011

Studierenden-Anwerbung goes Web 2.0

Der DAAD geht neue Marketingwege

Der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD wurde gegründet, um den Studienstandort Deutschland zu bewerben. Neben den klassischen Methoden wie Messestand und Print-Werbung sind jetzt auch die social media dazugekommen - mit erstaunlichem Erfolg.

Von Antje Allroggen

twittern - eine Möglichkeit, ausländische Studierende für Deutschland zu begeistern. (picture alliance / dpa)
twittern - eine Möglichkeit, ausländische Studierende für Deutschland zu begeistern. (picture alliance / dpa)
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Deutscher Akademische Austauschdienst DAAD

Wenn der DAAD im Internet oder in Printmedien um russische Studierende wirbt, bebildert er diese Maßnahmen mit Siglinde-Premium-Kartoffeln aus deutschen Landen. Auch Fotos von menschenleeren Marmorhallen sind äußerst beliebt. Anders in Südamerika. Hier fühlen sich die Studierenden angesprochen, wenn viele gut gelaunte Menschen auf dem Foto abgebildet sind. Und in China gibt es noch mal andere Vorlieben:

"Man liebt eher eine überladene Ästhetik, und man denkt auch gerne in Klischees. Und diese Klischees können dann eben Neuschwanstein und Lederhosen sein, eine ernste Architektur zieht da eher weniger. Man sucht das Exotische, und die Deutschen sind vielleicht nicht die Weltmeister der exotischen Darstellung","

... meint Josef Goldberger, DAAD-Marketing-Direktor in Peking. Um auf die unterschiedlichen Mentalitäten gezielt mit Marketing-Aktivitäten reagieren zu können, fehlt es beim DAAD allerdings an Geld. Ähnlich sieht es an den Hochschulen aus:

""When I came to work from y department, I looked for my budget and I thought I don´t know what to do with this.”"

Jessica Winters koordiniert die internationalen Marketing-Aktivitäten an der niederländischen Universität Groningen. Weil sie für den Einsatz konventioneller Marketing-Instrumente kein Geld hatte, kam sie auf eine andere Idee: Bereits vor dreieinhalb Jahren startete sie den Facebook-Auftritt ihrer Uni, postete Meldungen rund um die Hochschule, Stipendienangebote oder beantwortete Fragen. Damit war Groningen die erste Universität in den Niederlanden, die mithilfe der sozialen Medien Studierende aus dem Ausland rekrutierte – mit großem Erfolg. Ähnlich erging es Sven Werkmeister, Direktor des DAAD-Außenbüros in Kolumbien. Eine Praktikantin brachte ihn vor gut einem Jahr auf die Idee, einen Facebook-Auftritt zu wagen:

""Dann hab ich gesagt okay, probier es aus, versuchen wir das mal. Und dann hat sich schnell, sehr schnell, innerhalb von ein, zwei Monaten rausgestellt, was das für ein Potenzial hat. Wir hatten innerhalb von zwei Monaten 800 Follower oder Fans, die der Seite folgen. Danach wurde es quasi zur Chefsache."

Um die internationalen Studierenden erfolgreich anzusprechen, reiche es allerdings nicht aus, einfach nur eine Facebook-Seite einzurichten. Wichtig sei es, die geposteten Fragen der Studierenden zügig zu beantworten.

"Das ist ganz wichtig. Weil dadurch haben die Leute das Gefühl, wir sind quasi immer präsent, wir sind immer da. Die Facebook-Seite wird auch am Wochenende durch uns betreut, auch in der Nacht zum Teil, das mache ich dann auch selbst."

Dafür braucht Sven Werkmeister nun nicht mehr Hunderte von Mails zu beantworten. Stattdessen reagiert er nun auf Fragen, die gleich eine ganze Community betreffen und erreichen. Eine nicht nur effektive, sondern auch höchst billige Marketing-Maßnahme, die es erlaubt, ganz gezielt auf die Fragen und Bedürfnisse der Zielgruppen zu reagieren. Was die internationalen Studierenden interessiert, ist an den geäußerten Kommentaren ganz unmittelbar abzulesen. In Kolumbien etwa sind vor allem bunte Themen wie die Frauen-Fußball-WM in Deutschland äußerst beliebt. Andere DAAD-Außenstellen sind inzwischen dem Beispiel aus Bogotá gefolgt und setzen ebenso auf das Web 2.0.

Jessica Winters ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen: An der Universität Groningen wird inzwischen fröhlich getwittert. Ihr Traum ist es, in fünf Jahren vielleicht völlig auf die konventionellen Marketing-Maßnahmen verzichten zu können. Noch allerdings brauche man auch diese Instrumente:

"Noch ist es ebenso notwenig für uns, weiterhin auf Messen zu gehen und Print-Werbung zu betreiben, weil wir die Eltern und Großeltern erreichen müssen. Vor allem dann, wenn es um die Ansprache der Undergraduates geht, üben die Eltern einen erheblichen Einfluss auf die Wahl des Studienstandorts aus. Noch können wir sie nicht über Facebook erreichen."

Deutscher Akademischer Austauschdienst DAAD

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