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Studiozeit Hörspiel Ganz in meiner Haut

Hörspiel des Monats

Von Stéphanie Marchais

Eine Geiselnahme am Flughafen steht im Fokus des Hörspiels
Eine Geiselnahme am Flughafen steht im Fokus des Hörspiels (picture alliance / dpa / Patrick Pleul)

Im Hörspiel der französischen Schauspielerin und Dramatikerin Stéphanie Marchais gebiert der Schlaf der Vernunft wieder einmal Ungeheuer: die Fluchtfantasie von Tite und Sson endet mit einer Geiselnahme am Flughafen, während Josh mit einer selbstgebastelten Bombe seine Schule in die Luft jagt.

"Nur beim Träumen sind sie 'ganz in ihrer Haut' die siebenjährige Tite die ihren gleichaltrigen Freund Sson heiraten will; ihre fünfeinhalbjährige Schwester Tutite, ein 'altes Kind', das schon alles weiß, bis auf die Dinge der Liebe und schließlich Josh, der hormonell verwirrte Teenager, der seine Lehrerin Christine D. begehrt und zu seinen Eltern ein eher angespanntes Verhältnis hat. Im Hörspiel der französischen Schauspielerin und Dramatikerin Stéphanie Marchais gebiert der Schlaf der Vernunft wieder einmal Ungeheuer: die Fluchtfantasie von Tite und Sson endet mit einer Geiselnahme am Flughafen, während Josh mit einer selbstgebastelten Bombe seine Schule in die Luft jagt, 'um dem Planeten von allen unbedeutenden Existenzen zu befreien', wie er sagt.

Seine Eltern hat er an einen Heizkörper gekettet, während er auf die Polizei wartet. Innere Monologe traumhafter sexualisierter Gewaltfantasien werden von reportierenden Passagen abgelöst. Die unterschiedlichen Geschichten berühren einander kaum. Die Zeitebenen wechseln ständig zwischen dem Davor, dem Während und dem Danach und so bleibt der Realitätsgehalt der Erzählung immer in der Schwebe. Dieser Eindruck wird durch die beunruhigend-surreale Besetzung der Kinderstimmen durch Erwachsene noch verstärkt. Die Figuren und ihre Welt(en) trennt die Haut, eine fragile Membran, welche die von ihr umschlossenen Körper nicht mehr zusammenhalten kann, wenn die Druckdifferenz zu groß wird und sich explosiv entlädt. Dabei werden Welt und Körper gleichermaßen vernichtet – oder man schreckt aus einem bösen Traum hoch." (Aus der Begündung der Jury)

Aus dem Französischen von Angela Kuhk
Regie: Jörg Schlüter
Komposition: Ralf Haarmann
Mit Caroline Schreiber,
Ulrich Gebauer, Natalie Spinell, Angelika Richter, Matti Krause u.a.
WDR 2012/ca. 49 Min.



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