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Studiozeit Hörspiel Gott flaniert

Von Lothar Trolle

Der Schriftsteller Christan Friedrich Hölderlin (picture alliance / dpa)
Der Schriftsteller Christan Friedrich Hölderlin (picture alliance / dpa)

Das Hörstück ist eine Collage von Szenen, die antike Mythen direkt mit der Gegenwart der Großstadt konfrontiert. Hermes ist Zeitgenosse, kultivierter Unhold, er schlachtet Frauen ab, bestiehlt arglose Reisende und berauscht sich an den Wundern der Metrik, am Blankvers und Hexameter, an Hölderlin, Kleist und Klopstock.

"Sprachkunst als Mordsspaß" oder umgekehrt. Zugleich ist sein Ganovengeplauder der zynische Kommentar zur Medienwirklichkeit heute. Unterhaltung im Trojanischen Pferd oder in der Wohnstube, beim Schachspiel oder beim Zappen durch die Fernsehkanäle ist Krieg; und Kassandra, der Phöbus Apoll in den Hals spuckte und ihr beim Küssen die Gabe aufhalste, Katastrophen auszuplaudern, würgt noch heute. Sie geht als Pennerin durch die Stadt, die von Mythen und selbst ernannten Göttern bevölkert ist.


Regie und Komposition: Klaus Buhlert
Mit Thomas Holtzmann, Corinna Harfouch, Guntram Brattia, Irm Hermann, Lothar Trolle
DLF/Schweizer Radio DRS 1997/
36'40



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