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StartseiteCorsoAm Kap der guten Küche04.06.2015

SüdafrikaAm Kap der guten Küche

Es gibt viele gute Gründe, in und um Kapstadt Urlaub zu machen. Zum Meer, den Bergen und dem entspannten Lifestyle ist noch ein weiterer hinzu gekommen - die kulinarischen Highlights: Kapstadt und die nahegelegene Weinregion sind das afrikanische Mekka für Gourmets.

Von Jan-Philippe Schlüter

Blick auf den Strand Clifton Beach in Kapstadt (picture alliance / dpa / EPA /Nic Bothma)
Kapstadt hat nicht nur Traumstrände, sondern auch eine Traumküche. (picture alliance / dpa / EPA /Nic Bothma)

- Gratinierter Pudding aus reifem Cheddar mit Regenbogen-Wurzelgemüse, Traubensirup, Makadamia-Nüssen und geröstetem Zwiebelpuder.
- Gegrilltes Springbok-Karree an Walnuß-Honig-Kompott, Wirsing, Datteln und Pinotage Jus.
- Zum Nachtisch ein traditioneller Malvepudding, südafrikanisches Rahmtorteneis, frittierter Gebäckzopf und süß-scharfe Streusel.

Alleine beim Durchlesen des phantasievollen Menüs von Südafrikas Starkoch Reuben Riffle wird man hungrig. "Wir haben hier den Einfluss der kapmalaiischen Küche. Mit vielen Gewürzen und Trockenfrüchten, um eine gewisse Süße hinzubekommen. Und wir nutzen das hiesige Wild kreativ, wiederum mit Gewürzen und unserem Wein. Mein Stil kombiniert verschiedene Einflüsse. Meine Mutter hat hier in einem französischen Restaurant gearbeitet und manchmal Reste mit nach Hause gebracht. Ich habe das Essen geliebt! Am Anfang habe ich diese Dinge nachgekocht. Bis ich genug Selbstvertrauen hatte um zu sagen: Eigentlich muss ich meine Herkunft in meine Küche einfließen lassen."

Seit einigen Jahren denken die meisten Köche aus der Kap-Region so. Sie kombinieren perfektes Handwerk, welches sie oft im Ausland gelernt haben, und südafrikanischen Ideenreichtum zu Gerichten mit dem gewissen Etwas. "Das ist das, was das Kap so einzigartig macht. Wir hatten hier Hugenotten, also französische Siedler. Wir haben deutsche und holländische Einflüsse. Und asiatische! Wir haben jede Menge Inder in Südafrika mit ihren Rezepten und Gewürzen. Es gibt so viele Kulturen, von denen wir lernen können."

Die Mischung macht's

Das Ergebnis: Kapstadt und Umgebung haben sich vom "Kap der guten Hoffnung" zum "Kap der guten Küche" entwickelt. Wer in der Gegend Urlaub macht, kann zwei Wochen lang zwei Mal täglich Essen gehen - und schafft es noch nicht einmal ansatzweise, alle Gourmet-Lokale abzuklappern.

Wer den Überblick behalten will, greift in der Regel zum Eat-Out-Magazin, der Gourmet-Bibel Südafrikas. Abigail Donnelly ist Chef-Testerin, und fragt sich manchmal selbst, warum ausgerechnet hier die Gourmetdestination Nummer 1 auf dem Kontinent ist.  "So viele Leute fragen mich das - ich weiß es nicht. Ich nehme an es ist eine Mischung: Die Weingüter in den Winelands schließen sich mit tollen Köchen zusammen; es gibt viele Touristen und dadurch eine große Nachfrage. Und schließlich ist die Region einfach wunderschön. Da gehört gutes Essen einfach zum Lebensstil."

Man bekommt sehr viel für sein Geld

Am idyllischsten kann man das Essen hier sicherlich auf den herrlich gelegenen Weingütern in den Winelands genießen. Zum Beispiel bei Jordan’s, La Motte oder Newton Johnson. Aber auch wer in Kapstadt bleibt, hat eine Auswahl, die einen verzweifeln lassen könnte. Auf der Kloof-Street reiht sich ein Lokal ans nächste. Und Abigail Donnelly hat noch zwei Geheimtipps parat: "Bree-Street ist die neue Foodie-Destination! Es ist sehr locker da. Die Leute wollen gutes Essen, das nicht zu prätentiös ist. In Sea Point entwickelt sich auch einiges. Es gibt ein paar Ecken mit fantastischem exotischem Essen. Und das Schöne in Kapstadt ist: Man bekommt sehr viel für sein Geld!"

Das beste Restaurant Südafrikas ist übrigens auch in Kapstadt. Dreimal in Folge hat das "Test Kitchen" den begehrten Preis des Eat-Out-Magazins gewonnen. Und wer einmal bei Chefkoch Luke Dale Roberts gegessen hat weiß: zu recht!

Die schlechte Nachricht ist: Das "Test Kitchen" ist über Monate ausgebucht. Wer jetzt wegen eines Abendessens anruft, bekommt mit etwas Glück einen Tisch im Dezember. Ein Mittagessen könnte schon im August möglich sein … Aber das Warten lohnt sich, meint Abigail Donelly. "Luke und sein Team entzücken mich jedes Mal aufs Neue. Ich sage immer: Sie tanzen in der Küche! Es ist Aroma, Aroma, Aroma. Und das Überraschungsmoment - bei jedem Besuch! Es lässt einen Lächeln und erzeugt Gänsehaut!"

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