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Super-Nanny-Kurse vom Staat

Elternbegleitung bei Schulproblemen und Erziehungsfragen

Von Philip Banse

Eltern sollen bei der Erziehung vom Staat unterstützt werden.
Eltern sollen bei der Erziehung vom Staat unterstützt werden. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

4000 Elternbegleiter sollen in den nächsten Jahren in Deutschland ausgebildet werden. 1200 gibt es schon. Sie veranstalten Eltern-Kurse, in denen Eltern zum Beispiel lernen, wie sie das Selbstbewusstsein ihrer Kinder stärken oder wie sie ihnen Regeln erklären und Grenzen setzen.

"Bildung ist keine Expertensache. Und ich halte das für eine ganz wichtige Aussage, dass man gerade den Familien und den Eltern deutlich macht, dass es nicht um ausgebildete Experten in der Bildung geht, sondern dass jeder seinen Beitrag leisten kann. Je mehr wir verdeutlichen, es geht nur um Experten, dann ist man schnell in der Gefahr, dass Eltern und Großeltern die Verantwortung von Bildung wegschieben, aus dem Haus herausschieben. Und damit laufen wir Gefahr, dass Bildung nicht mehr umfassend stattfinden kann."

In 100 Orten habe bereits das Nachfolge-Projekt "Elternbegleitung Plus" begonnen, sagte der Stellvertreter von Familienministerin Schröder:

"Hier steht die direkte aktive Elternansprache im Mittelpunkt. Also nicht mehr das Hineingehen in eine Familienbildungsstätte, sondern das Herausgehen aus der Familienbildungsstätte zu den Eltern hin."

Vorbild für staatlich finanzierte Eltern-Unterstützung sei Großbritannien, sagte die Soziologin Mary Daly von der Universität Belfast:

"England hat die weltweit ausgefeilteste Infrastruktur für die Unterstützung von Eltern."

Jede Gemeinde in England müsse einen Elternbeauftragten haben und Kinder-Kurse anbieten: zehn Wochen lang, drei Stunden pro Woche. Die Soziologin schätzt, dass 100.000 Eltern einen solchen Kurs besucht hätten. Das seien wahre Super-Nanny-Kurse. Eltern sollten lernen, "ihre Kinder zu managen", erklärte Mary Daly und verglich die englischen, deutschen und französischen Ansätze zur Elternbegleitung:

"In Deutschland geht es vor allem um die schulische Leistung der Kinder. In England dagegen geht es wesentlich mehr um die Kontrolle sozialer Probleme, anti-sozialen Verhaltens. In Frankreich geht es auch um Schulleistung der Kinder, aber dort wird gleichzeitig sehr viel Wert daraufgelegt, den Eltern Sicherheit zu geben, dass das, was sie machen, schon das Richtige ist."

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