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SupervulkanausbruchWie der Homo sapiens vor 40.000 Jahren überlebt hat

Der Vesuv ist der gefährlichste Vulkan Europas. (ETHZ)
Heute der gefährlichste Vulkan Europas: Der Vesuv, in dessen Nähe die Phlegräischen Felder liegen. (ETHZ)

Nach Naturkatastrophen waren Kooperation und Handel schon in prähistorischen Zeiten überlebenswichtig.

Das zeigen Analysen menschlicher Überreste und alter Werkzeuge in Italien aus der Zeit von vor etwa 40.000 Jahren. Damals ereignete sich eine vulkanische Super-Eruption auf den Phlegräischen Feldern westlich von Neapel - und bislang dachte man, dass weite Teile Europas nach diesem Ausbruch für den Homo sapiens für lange Zeit unbewohnbar waren. Nun aber kamen kanadische und italienische Forscher im Fachmagazin "Journal of Quaternary Science" zu dem Ergebnis, dass damals sehr wohl Menschen in den betroffenen Regionen lebten.

Sie datierten prähistorische Artefakte, die in einer Höhle in Ligurien gefunden wurden, auf die Zeit kurz nach der Super-Eruption. Vermutlich konnten die Menschen die klimatischen Folgen des Vulkanausbruchs nur durch Handel und Kooperationen mit weit entfernten Gruppen überleben. Darauf deuten zumindest Steinwerkzeuge hin, deren Ursprungsorte aufgrund ihrer Materialen viele hundert Kilometer entfernt liegen mussten.

Die Forscher schließen daraus, dass ein gutes "soziales Netzwerk" schon für die frühen Bewohner Europas ein wichtiger Faktor war. Und zwar besonders in Phasen, in den sich das Klima schnell änderte.

Diese Nachricht wurde am 17.04.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.