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StartseiteVerbrauchertippRoaming-Gebühren ade15.06.2017

Surfen und telefonieren im europäischen AuslandRoaming-Gebühren ade

Telefonieren, Simsen und Surfen kostet jetzt genau so viel wie zu Hause. Allerdings: Der Wegfall der sogenannten Roaming-Gebühren gilt nur innerhalb der 28 EU-Mitgliedsstaaten - und das auch nicht überall. Vor allem auf Schiffen und im Flugzeug lauern weiter Kostenfallen.

Von Hilde Braun

Eine Frau telefoniert mit ihrem Mobiltelefon am Strand. (picture alliance / dpa/ Friso Gentsch)
Ab dem 15. Juni entfallen in der EU die Roaming-Gebühren bei der Smartphonenutzung. Teuer werden kann das Telefonieren und Surfen im Ausland aber dennoch. (picture alliance / dpa/ Friso Gentsch)
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Für 28 Mitgliedstaaten heißt es: Roaming Ade. Über die Landesgrenzen hinweg kostet telefonieren, surfen und SMS-verschicken nichts mehr extra. Auch in Island, Norwegen und Liechtenstein gibt es keine Roaming-Gebühren mehr. Teuer wird es hingegen in Nicht-EU-Ländern, erklärt Telekommunikationsexpertin Josefine Milosevic, vom Fachmagazin "Connect":

"Wenn Sie im Urlaub in der Türkei oder der Schweiz weilen, zahlen Sie die teuren Roaming-Gebühren, da kann Sie die Minute schon bis zu 1,50 Euro kosten und Sie zahlen für das MB happige zehn Euro."

Hier lohnt sich der Kauf eine Prepaid-Karte in dem jeweiligen Land, um Kosten zu sparen. Wer bisher eine Auslandsoption bei seinem Mobilfunkanbieter hatte, braucht sich um nichts kümmern. Der Anbieter muss diese automatisch zum 15. Juni beenden. Bei älteren Verträgen sollte man sich aber sicherheitshalber vor Reisebeginn bei seinem Anbieter rückversichern, ob die Umstellung auf die neuen EU-Tarife erfolgt ist. Einige Mobilfunk-Anbieter versuchen, die neue Freiheit beim Roaming aber auch mit Tricks wieder auszuhebeln. Manche Billigangebote funktionieren deshalb nur noch im eigenen Land:

"Speziell im Discount-Segment: Bei manchen Anbietern ist die Auslandsnutzung komplett oder generell untersagt."

Manche Provider verkaufen dann noch den teuren Zusatzbaustein "Daten-Roaming" dazu und versuchen so die neu geltenden Roaming-Regeln in der EU auszuhebeln. "Ob das 100-rozentig legal ist wollen Verbraucherschützer im Einzelfall noch prüfen" Bei anderen Tarifen ist das Telefonieren im Ausland nach Freischaltung der Simkarte zunächst gesperrt und erst nach mehreren Wochen möglich.

Auslandsverträge sind nichti mmer kostengünster

Wer den vergleichsweise teuren deutschen Anbietern ein Schnippchen schlagen möchte und gleich einen günstigen Handyvertrag bei einem ausländischen Anbieter abschließt, hat allerdings Pech gehabt. Die dauerhafte Nutzung von Handykarten im Ausland verhindert die sogenannte Fair-Use-Regel. Sie erlaubt Mobilfunkkunden nur vier Monate lang das Telefonieren und Surfen im Ausland. Anbieter sind berechtigt, das zu überprüfen, erklärt Christine Steffen, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

"Die Anbieter können nachverfolgen wie ihre Kunden ihre Karte nutzen, um Missbrauch zu vermeiden, zum Beispiel das Dauer-Roaming. Gelingt es dem Verbraucher nicht, sich hier zu erklären, dass es sich um Dauer-Roaming handelt, ist der Anbieter befugt, gewisse Aufschläge zu verlangen, allerdings erst für die Zukunft, nicht rückwirkend."

Im Ausland lässt sich außerdem jede Menge Geld sparen, indem man über kostenfreies W-Lan surft. Allerdings sollte man in einem ungeschützten Hotspot keine sensiblen und persönlichen Daten übertragen, indem man zum Beispiel Bankgeschäfte tätigt.

Vorsicht beim mobilen Surfen auf hoher See

Insbesondere auf Schiffen oder im Flugzeug kann die Nutzung von Handy und Smartphone allerdings auch innerhalb der EU weiterhin richtig teuer werden. Die neuen Regeln für das Roaming gelten hier nicht – die Preise über teure Satellitenverbindungen sind praktisch nicht reguliert. Für die Datennutzung gilt zwar eine weltweite Kostenbremse von 60 Euro, aber je nach Land ist das schwierig zu überprüfen. Bei Streitfällen sollten Kunden sich an die Verbraucherzentralen oder an die Bundesnetzagentur wenden.

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