Montag, 18.12.2017
StartseiteSprechstundeEine Kamera für die Schilddrüse 19.04.2016

SzintigrafieEine Kamera für die Schilddrüse

Bei Schilddrüsenproblemen wird untersucht, ob das Organ vergrößert oder durch Knoten verändert ist. Wichtig zu wissen ist aber auch, ob zu viel oder zu wenig Hormone produziert werden. Ein Aktivitätsmuster können Ärzte mit einer sogenannten Szintigrafie feststellen.

Von Thomas Liesen

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Cornelia Schneider weiß seit Kurzem, dass sie ein Problem mit der Schilddrüse hat. Denn dort wächst ein Knoten. Ihr Hausarzt hat das eher zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt. Nun hat er sie zu einer Szintigrafie überwiesen. Die 48-Jährige stellt sich daher bei der Düsseldorfer Radiologin Dr. Susan Ingmann vor und berichtet von ihrem Knoten.

"Macht der ihnen irgendwie Beschwerden, merken sie das beim Schlucken?"

"Nein."

"Dann dürfen sie mir einmal den Arm schon mal hinlegen. Da werden wir dann gleich gleichzeitig Blut abnehmen und für die Szintigrafie spritzen."

Susan Ingmann bereitet eine Spritze mit einer ganz speziellen Substanz vor: radioaktives Jod. Es soll über die Blutbahn zur Schilddrüse gelangen. Denn die Schilddrüse verarbeitet Jod bei der Produktion ihrer Hormone wie dem Thyroxin. An den Stellen, wo sie besonders aktiv ist, reichert sich das radioaktive Jod an. Eine spezielle Kamera registriert die Strahlung und die Aktivität der Schilddrüse kann so über das Strahlungsmuster des Jods sichtbar gemacht werden.

Doch zunächst die Spritze, natürlich mit aller Vorsicht.

"Ich ziehe mir nur mal eben die Handschuhe an."

"Und dann nehmen wir die Spritze, die ist in so einem kleinen Bleitöpfchen, damit ich nicht so viel Strahlung auf die Finger bekomme, das ist für sie ohnehin nicht gefährlich.

So, das war es dann erst mal, hier haben sie einen Tupfer, drücken sie da mal feste drauf."

Susann Ingmann bittet die Patientin nun zur Schilddrüsenkamera. Die sieht aus wie ein Röntgengerät, mit einem flachen weißen Schirm, davor eine halbrunde Kuhle als Ablage für das Kinn.

"Und jetzt schiebe ich sie hier vor diese kleine Kamera, sie müssen mit dem Kinn weit nach vorne gehen, sie sehen diese kleine Kuhle. Ich starte hier schon mal die Aufnahme, die dauert jetzt sechs Minuten, bleiben sie genau so still sitzen, wie sie jetzt sind, da passiert erst mal nichts."

Anschließend bittet die Ärztin Cornelia Schneider ins Besprechungszimmer, in der Hand einen Ausdruck, darauf viele einzelne bunte Punkte. Zusammen ergeben sie eine Art grob gerastertes Bild der Schilddrüse, entstanden aus dem Strahlungsmuster des Jods.

"Das ist ihr rechter Lappen und der linke Lappen. Und sie sehen rechts, wo wir den Knoten schon im Ultraschall gesehen haben im Vergleich zu dem übrigen Gewebe ein bisschen mehr Anreicherung. Das ist ein Knoten, der etwas mehr als das übrige Gewebe arbeitet, also ein Knoten, der eher ein bisschen wärmer ist. Das ist kein so genannte kalter Knoten, die kalten Knoten sind eher die, die uns mehr Kopfzerbrechen machen, weil da schon mal was Bösartiges dahinter stecken kann.

Entwarnung also. Cornelia Schneiders Knoten ist mit hoher Wahrscheinlichkeit harmlos. Aber sie soll in einem halben Jahr noch mal zur Kontrolluntersuchung kommen, rät die Ärztin.

"Dann ihnen alles Gute und dann sehen wir uns in ein paar Monaten wieder."

"Wiedersehen."

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